Zusammenfassende Literatur Testosteronmangel: (Comhaire, 2000) (Rhoden und Morgentaler, 2004).
Vorwiegend androgen-abhängige Störungen der Fettverteilung, Sexualität, Knochendichte und Befindlichkeit des ,,alternden Mannes``.
Abkürzungen: PADAM (partielles Androgendefizit des alten Mannes), ADAM (androgen decline of the aging male).
ab dem 40. Lebensjahr besteht ein physiologischer Abfall des Serumtestosterons um 1 % pro Jahr. Da das Sexualhormon-bindende Globulin (SHBG) gleichzeitig ansteigt, sinkt das bioverfügbare Testosteron (freies und an Albumin gebundenes) noch stärker ab. Die Gegenregulation bewirkt eine LH-Erhöhung, die Rhythmik der LH-Freisetzung ist abgeflacht.
Abfall der androgenen Nebennierenmetabolite Dehydroepiandrosteron (DHEA).
Abfall des Wachstumshormons GH um 14 % pro Dekade, damit fällt auch die Konzentration von IGF-1. Dies führt zur Abnahme der Muskelmasse, Knochendichte und Haarwachstum.
Abfall der Melatonin-Sekretion und Anstieg der Leptin-Konzentration.
Blutabnahme für Testosteron zwischen 8 und 10 Uhr morgens. Der untere Normwert für Testosteron beträgt 12 nmol/l (3 ng/ml). Weiterhin Bestimmung von FSH.
bei erniedrigtem Testosteron wird SHBP, LH, FSH, TSH und Prolaktin bestimmt. Bei erniedrigten Hypophysenhormonen oder erhöhtem Prolaktin werden die anderen Hypophysenachsen getestet.
rektale Untersuchung, (freies) Testosteron, PSA, Blutbild, Blutfette und Leberwerte im ersten Jahr mindestens halbjährlich, dann jährlich.
indiziert bei niedrigem freien Testosteron mit erhöhten Gonadotropinen und klinischen Beschwerden.
Kontraindikationen zur Substitutionstherapie sind das Prostatakarzinom, das virile Mammakarzinom und die obstruktive Schlafapnoe.
Die Langzeitkomplikationen der Testosteronsubstitution sind in der Häufigkeit und Schwere ungesichert, es fehlen vergleichende randomisierte Studien.
z. B. Testosteroncypionat und – enanthat. Führen zu einer Testosteronsubstitution von 2–3 Wochen je nach applizierter Dosis (200 bis 400 mg). Nachteilig ist der Testosteron-Peak 3 Tage nach Injektion und niedrige Konzentrationen kurz vor der nächsten Gabe. Dies korreliert klinisch mit Verhaltensänderungen je nach Testosteronkonzentration (sexuelle Aktivität, Aggressivität...).
Neu eingeführte Präparate wie Nebido (=Testosteronundecanoat) sind länger wirksam und vermeiden hohe Testosteron-Peaks nach Injektion.
z. B. Testosteronundecanoat (Andriol) 120–240 mg/d 1–1–1. Nachteilig ist die kurze Halbwertszeit.
Ältere orale Testosteronpräparate sind lebertoxisch und damit obsolet.
die Anwendung eines Testosterongels (Präparat Testogel, Testim oder Androtop) wird morgens empfohlen. Mit Hilfe der transdermalen Applikation werden die physiologischen Testosteronschwankungen gut nachempfunden. Die initiale Dosierung beträgt meist 50 mg/d, die Dosisanpassung erfolgt nach klinischen Parametern und Hormonkontrollen. Die maximale Tagesdosis wird mit 100 mg/d angegeben.
Testosteronpflaster haben sich in der klinischen Praxis nicht etablieren können.
Suppression der LH und FSH-Produktion mit Unfruchtbarkeit, Brustspannen oder Brustvergrößerung, Erythrozytose, Erhöhung des LDL-Cholesterin und Senkung des HDL-Cholesterin, kardiovaskuläre Komplikationen denkbar (Thrombose, Dekompensation einer Herzinsuffizienz), Exazerbation eines okkulten Prostatakarzinoms.
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Dr. med. Dirk Manski
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