Eine Adrenalektomie ist bei Hormonproduktion des Tumors oder einer Tumorgröße von über 5 cm indiziert. Nebennierentumoren unter 3 cm Größe ohne Hormonproduktion benötigen radiologische Kontrollen. Nebennierentumoren von 3–5 cm Größe ohne Hormonproduktion werden operativ entfernt, alternativ je nach Alter und Nebenerkrankungen radiologische Kontrollen.
Keine Adrenalektomie ohne vorherige Bestimmung der Hormonaktivität. Wichtig ist der Aussschluss eines Phäochromozytoms, da dies vor der Operation mit Alpha-Blockern vorbehandelt werden muss.
Die weiteren Kontraindikationen sind abhängig von den Grunderkrankungen (Operationsrisiko) und der Bedeutung der Adrenalektomie für die Lebensqualität oder Lebenserwartung des Patienten.
perioperative Antibiotikaprophylaxe bei Risikofaktoren für eine Wundinfektion. Perioperativer Dauerkatheter. Periduralkatheter bei offen-chirurgischem Vorgehen.
kleinere Nebennierentumoren (bis 6 cm) werden lumbal, laparoskopisch oder retroperitoneoskopisch [Abb. 1.7] operiert, bei größeren Nebennierentumoren oder Phäochromozytomen ist der transperitoneale Zugang empfehlenswert.
Lagerung des Patienten in Flankenlagerung auf einer Vakuummatratze mit Aufklappen des Operationstisches zur Lateralflexion der Lendenwirbelsäule. Schräger interkostaler Flankenschnitt zwischen 11. und 12. (oder 10. und 11.) Rippe unter Schonung des N. subcostalis. Stumpfe Präparation der Schicht zwischen Gerotafaszie und M. psoas. Abschieben des Peritoneums von der Gerotafaszie, oft kann so die Nierenvene gleich dargestellt werden.
Lagerung und retroperitoneoskopischer Zugang zur Niere/Nebenniere wie im Kapitel retroperitoneoskopische Nephrektomie beschrieben. Siehe auch Abb. 1.7.
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Rippenbogenrandschnitt. Durchtrennung des Lig. teres hepatis. Inzision der laterokolischen Rinne, das Kolon wird von der Niere nach medial abgeschoben. Auf der linken Seite Lösung der peritonealen Verbindung zwischen Milz und Bauchwand. Auf der rechten Seite wird das Duodenum von der V. cava nach medial präpariert.
der Oberpol der Niere wird aus der Fettkapsel gelöst, Darstellung der Hilusgefäße der Niere.
nach Ligatur und Durchtrennung der V. suprarenalis sinistra nahe der Nierenvene kann nun die Nebenniere samt Oberpolfettkapsel zirkulär präpariert werden. Kleinere Gefäße werden geklippt oder koaguliert.
zunächst Durchtrennung der Verbindungen der Nebenniere zum Diaphragma und Oberpol der Niere. Nun wird aszendierend die Schicht zwischen Nebenniere und V. cava inferior präpariert, nach Darstellung der V. suprarenalis dextra wird diese geklippt oder zwischen Ligaturen durchtrennt.
die Drainierung der Nierenloge wird häufig durchgeführt, ist jedoch nach einer unkomplizierten Adrenalektomie wahrscheinlich nicht notwendig.
frühzeitige Mobilisation. Intensive Atemtherapie. Thromboseprophylaxe. Laborkontrollen. Wundkontrollen. Nachsorgen (z. B. Hormonkontrollen, Bildgebung) in Abhängigkeit der Grunderkrankung.
idealerweise über einen Periduralkatheter bei offen-chirurgischem Vorgehen. Zusätzlich Schmerzmittel nach WHO-Stufenschema, z. B. Metamizol und Tramadol.
die Gefahr einer Addison-Krise (Nebenniereninsuffizienz) besteht bei der unilateralen Adrenalektomie bei M. Cushing durch die Suppression der gesunden Gegenseite. Bei bilateraler Adrenalektomie ist naturgemäß die Nebenniereninsuffizienz ohne Substitution vorprogrammiert. Zur Hormonsubstitution siehe Abschnitt Nebenniereninsuffizienz.
Blutung, Infektion, Leber- oder Milzverletzung (Splenektomie), paralytischer Ileus, Darmverletzung, Peritonitis, Pankreasschwanzverletzung mit Ausbildung einer Pankreasfistel, Pneumothorax. Bauchwandschwäche/Narbenhernie, Nervenverletzung.
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Dr. med. Dirk Manski
manski@urologielehrbuch.de