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Vom urogenitalen Trakt ausgehende Schmerzen können sehr heftig sein und werden i.d.R. durch plötzliche Harnflussstörungen oder Entzündung ausgelöst. Allmählich entstehende Harnabflussstörungen ohne Entzündung verursachen häufig keine Schmerzen.
Nierenschmerzen entstehen durch die akute Dehnung der Nierenkapsel und werden im costovertebralen Winkel lateral des M. erector spinae wahrgenommen. Kontinuierliche Schmerzen sprechen für eine Infektion, ein wellenförmiger Schmerzverlauf (Koliken) für eine (variable) Obstruktion durch Nierensteine oder Harnleitersteine.
Nierenschmerzen können mit gastrointestinalen Symptomen aufgrund autonomer Reflexe einhergehen und die Diagnose erschweren. Weiterhin können andere Bauchorgane Schmerzen im costovertebralen Winkel auslösen. Klinische Hinweise für Erkrankungen der Bauchhöhle sind Abwehrspannung, Schulterschmerzen und Patienten, welche jegliche Art der Bewegung meiden, um eine Schmerzverschlimmerung zu verhindern. Zur Differentialdiagnose von akuten Bauchschmerzen siehe unten.
Nierenschmerzen können mit Irritationen der Wirbelsäule oder der kostalen Nerven verwechselt werden. Typisch für die akute Lumbago sind bewegungsabhängige Schmerzen und das Fehlen von Koliken.
Harnleiterschmerzen werden durch eine plötzliche Verlegung des Harnleiterlumens ausgelöst und sind von wellenförmigem Charakter (Koliken). Die Schmerzen werden durch die Dehnung und Hyperperistaltik des Ureters ausgelöst. Eine Obstruktion des proximalen Harnleiters wird wie Nierenschmerzen empfunden (s.o.). Schmerzen ausgelöst durch den mittleren Harnleiter projizieren in den Unterbauch und in das Skrotum/Schamlippen. Die Verlegung des distalen Harnleiters erzeugt zusätzlich Pollakisurie und Dysurie.
Harnblasenschmerzen werden durch eine Harnverhaltung (konstanter Schmerz) oder Entzündung der Harnblase (Schmerzen im Zusammenhang mit der Miktion) verursacht. Die Schmerzen werden suprapubisch im Unterbauch lokalisiert mit Ausstrahlung in den Penis. Ein konstanter suprapubischer Schmerz mit normaler schmerzloser Miktion hat i.d.R. keine urologische Ursache.
werden durch eine Prostatakapseldehnung ausgelöst, können jedoch schlecht lokalisiert werden. Der Pat. berichtet über perinealen Schmerz, Unterbauchschmerzen oder Enddarmbeschwerden. Weiterhin können Dysurie, Pollakisurie oder Harnverhaltung bestehen. Die häufigste Ursachen für Prostataschmerzen sind Infektionen.
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Dr. med. Dirk Manski
manski@urologielehrbuch.de
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