Zusammenfassende Literatur Belastungsinkontinenz: (Liedl u.a., 2005) (Viktrup u.a., 2004).
Der Schweregrad der Belastungsinkontinenz wird nach Stamey eingeteilt:
Weitere Symptome: Beckenbodeninsuffizienz mit Organvorfall, Urgesymptomatik, Restharnbildung, rez. Harnwegsinfekte.
wichtig sind Ausmaß der Inkontinenz, Leidensdruck, Voroperationen, vaginale Entbindungen, Medikamente (Alpha-Blocker, Clonidin), neurologische und urologische Erkrankungen.
Urinsediment und Urinkultur durch Katheterurin.
Erhebung der Trinkmengen, Miktionsvolumina und Inkontinenzepisoden durch ein Miktionstagebuch. Ausreichend ist meist ein Zeitraum über 24–48 h.
eine gewogene Vorlage wird nach einer Blasenfüllung mit 50 % der Harnblasenkapazität eingelegt, die Patientin vollführt definierte Provokationsübungen (Treppensteigen, Hüpfen, Husten....), danach wird die Vorlage erneut gewogen.
Neben einer orientierenden neurologischen Untersuchung wird eine vaginale und rektale Untersuchung in Steinschnittlage durchgeführt.
Wichtige pathologische Befunde sind: Zysto- oder Rektozele, Quantifizierung des Organdeszensus nach ICS, verminderter Analsphinktertonus, fehlender Analreflex, Klitoris oder Bulbokavernosusreflex, Nachweis der Inkontinenz unter Pressen, Husten oder Hackenaufpralltest.
bei gefüllter Harnblase wird ein angefeuchteter Q-Tip durch die Harnröhre bis zum Blasenhals geschoben. Unter Husten wird die Mobilität des Q-Tip beobachtet, eine Rotation über 30 Grad ist pathologisch und spricht für eine hypermobile Harnröhre.
Manuelle paraurethrale Elevation kann den Effekt einer Suspensionsplastik hinsichtlich der Urinkontinenz antizipieren. Mit Zeige- und Mittelfinger wird das Gewebe paraurethral angehoben und die Patientin hustet mit gefüllter Harnblase.
Vaginaler Schleimhautabstrich und zytologische Untersuchung zur Identifikation eines Östrogendefizits, welches sich auf eine Belastungsinkontinenz negativ auswirken kann (fehlendes Schleimhautpolster). In vielen Kliniken wird immer vor operativer Korrektur einer Belastungsinkontinenz eine vaginale Östrogenisierung durchgeführt und somit auf die Bestimmung des karyopyknotischen Index verzichtet.
Abdominelle Sonographie zur Bestimmung von Restharn.
Vaginale oder perineale Sonographie kann unter Pressen die Öffnung des Harnblasenhalses demonstrieren, dies ist ein starker Risikofaktor für eine Belastungsinkontinenz.
wichtig ist der Ausschluss anderer Inkontinenzformen (extraurethrale Inkontinenz), Nachweis einer Zystozele, Nachweis der hypermobilen Urethra und/oder Öffnung des Harnblasenhalses unter Pressen.
Bei Frauen wird das MCU in seitlicher Projektion durchgeführt.
kann die Ursache(n) der Inkontinenz am besten diagnostizieren (Belastungs-, Urge- oder extraurethrale Inkontinenz). Ob alle Patienten mit klinisch eindeutiger Belastungsinkontinenz vor operativer Therapie eine komplette urodynamische Messung erhalten sollten, ist umstritten.
Der Nachweis einer Belastungsinkontinenz gelingt durch ein Harnröhrendruckprofil (Ruheprofil, passive und aktive Drucktransmission) und Valsalva-Leak-Point-Pressure (VLPP). Der direkte Nachweis des Urinverlustes gelingt mit liegendem Messkatheter manchmal nicht und ist auch nicht zwingend. Das Valsalva-Manöver kann auch ohne urethralen Messkatheter mit liegender rektaler Drucksonde durchgeführt werden.
Valsalva-Leak-Point-Pressure (VLPP): unter Messung der intraabdominalen und intravesikalen Drücke wird bei gefüllter Blase bis zum Harnverlust ein Valsalva-Manöver durchgeführt.
zur Differentialdiagnose von Inkontinenz, Pollakisurie oder Drangsymptomatik. Spezifische Zeichen einer Belastungsinkontinenz gibt es nicht.
Demonstration einer Zystozele, Rektozele, Enterozele oder einen Deszensus unter Belastung. Als Bezugspunkt wird häufig die Pubo-Coccygeale Linie angegeben.
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Dr. med. Dirk Manski
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