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Septische, häufig tödliche Erkrankung durch eine bakterielle Infektion der Herzklappen und des Endokards.
Streptokokkus viridans, Staph. aureus, Staph. epididermidis, Enterokokken, E. Coli u. a. gramnegative Bakterien, Pilze.
fast immer befällt die Endokarditis einen vorgeschädigten Klappenapparat durch eine transitorische Bakteriämie. Transitorische Bakteriämien entstehen durch Operationen, Venenkatheter, Drogenabusus (i. v.), septische Streuherde.
alle Herzklappenprothesen, frühere bakterielle Endokarditis in der Anamnese, zyanotische Herzfehler.
erworbene Herzklappenvitien (außer unten aufgeführten Erkrankungen), operierte Herzfehler mit Restbefund oder OP innerhalb des letzten Jahres, Mitralklappenprolaps mit Insuffizienz, angeborende nicht-zyanotische Herzfehler, hypertrophe Kardiomyopathie.
nach ACVB-Operation, Mitralklappenprolaps ohne Insuffizienz, Schrittmacher- oder Defibrillator-Implantation, operierte Herzfehler ohne Restbefund länger als ein Jahr zurückliegend, Vorhofseptumdefekt vom Sekundum-Typ, Aortenisthmusstenose.
Hohes Fieber, Tachykardie, Herzgeräusche, Herzinsuffizienz, Petechien, Osler-Knötchen (Finger), Hemiparesen und andere fokal-neurologische Defizite, Hämaturie, Proteinurie, Splenomegalie.
z. B. Flucloxacillin 3 × 2 g i. v. oder Cephalosporin zweiter Generation kombiniert mit Gentamicin 3 × 3 mg/kgKG i. v. bis 2 Wochen nach Entfieberung.
nach Infektheilung evtl. Klappenersatz.
In neuesten Leitlinien (Naber et al., 2007) (Wilson et al., 2007) sind die Indikationen für eine Antibiotikaprophylaxe während operativer Eingriffe stark reduziert worden. Die Antibiotikaprophylaxe ist auf die Patientengruppe reduziert worden, welche den größten Nutzen erwarten kann: jene mit der Gefahr einer schweren oder tödlichen Endokarditis.
Bei Eingriffen am Urogenitaltrakt muss die Antibiotikaprophylaxe v. a. gegen Enterokokken gerichtet sein. Eine generelle Prophylaxe bei Eingriffen am Urogenitaltrakt wird jedoch nicht mehr empfohlen, da die Beweislage zwischen dem Zusammenhang der Bakteriämie und einer Endokarditis bei diesen Eingriffen nur aufgrund von Fallberichten beruht. Nur bei Eingriffen in der Urologie, bei der eine Antibiotikaprophylaxe zur Vermeidung von infektiösen Komplikationen empfohlen wird [Kapitel Perioperative Antibiotikaprophylaxe], sollte bei o.g. Riskofaktoren ein Antibiotikum mit Wirksamkeit gegen Enterokokken verabreicht werden, z. B. Ampicillin, Piperacillin oder bei Unverträglichkeit gegen β-Laktam-Antibiotika Vancomycin (Naber et al., 2007). Cephalosporine sind aufgrund geringer Wirksamkeit gegen Enterokokken nicht geeignet.
Die orale Gabe sollte 1 h vor dem Eingriff verabreicht werden, bei parenteraler Gabe sollte die Gabe 30 min vor dem Eingriff beendet worden sein.
Falls eine Endokarditisprophylaxe versäumt wurde, so ist die Gabe bis zu 4 h nach dem Eingriff sinnvoll (Berney and Francioli, 1990).
Amoxicillin 3 g p.o. 1 h vor dem Eingriff. Alternativ 2,2 g Ampicillin/Clavulansäure i. v. Bei Penicillinallergie Vancomycin 1 g i. v. (Infusion über 1 h).
Amoxicillin 50 mg/kgKG bei erster Dosierung, 20 mg/kgKG bei zweiter Dosierung. Ampicillin 20 mg/kgKG. Vancomycin 20 mg/kgKG (maximal 1 g ).
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Dr. med. Dirk Manski
manski@urologielehrbuch.de
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