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Der Schutz der Anastomosen war lange Zeit der Grund für eine postoperative Nahrungskarenz (Ösophagus 7 Tage, Magen 7 Tage, Dickdarm 5 Tage, Dünndarm 3 Tage). Zusätzlich wurde eine Magensonde eingelegt, um die körpereigenen Sekrete abzuleiten. Die Entfernung der Magensonde und der Kostaufbau wurden erst nach Ablauf der o.g. Frist begonnen. Klinische Erfahrungen der letzten Jahrzehnte haben dieses zögerliche Vorgehen als nicht vorteilhaft eingestuft.
Eingriffsabhängig entsteht nach Laparotomien ein sogenannter physiologischer Ileus. Die postoperative Atonie dauert am Dünndarm nur wenige Stunden, am Dickdarm und am Magen nur 1–2 Tage. Nach heutigen Erkenntnissen wird die Zeitspanne des physiologischen Ileus durch ein frühes orales Nahrungsangebot verkürzt.
Korrekt angelegte Darmanastomosen sind primär luft- und wasserdicht, die sofort einsetzende Wundheilung sichert das primäre Operationsergebnis. Mehrere randomisierte Studien haben den frühen Kostaufbau nach Darmanastomosen als sicher eingestuft (Cheatham u.a., 1995).
ein früher Kostaufbau setzt eine Entfernung der Magensonde innerhalb 24 h pOP voraus. In Metaanalysen und unten genannten Studien konnte die Verwendung einer Magensonde keine messbaren klinischen Vorteile zeigen. Im Gegenteil, in manchen Studien fand sich eine Zunahme an pulmonalen Komplikationen (Cheatham u.a., 1995). Nach Operationen mit Harnableitung kann ebenfalls die Magensonde ohne Gefahr frühzeitig entfernt werden, um dem Patienten orale Flüssigkeit anzubieten (Donat u.a., 1999) (Inman u.a., 2003) (Pruthi u.a., 2003).
bewährt hat sich folgendes Stufenkonzept: Tee ab 1. pOP Tag, Suppe und Tee ab 2. pOP Tag, passierte Kost ab 3. Tag (oder nach Flatusabgang), Vollkost ab 4. pOP Tag. Die Steigerung der Kost erfolgt nach klinischer Untersuchung des Patienten. Bei zu schneller Verabreichung von fester Kost ist die Gefahr von Übelkeit, Meteorismus und die Notwendigkeit einer Magensonde erhöht.
da für eine längerdauernde postoperative Nahrungskarenz keine Notwendigkeit besteht, ist eine totale parenterale Ernährungstherapie postoperativ nicht notwendig. Bis zu 7 Tage kann ohne messbare Nachteile die Homöosthase mit einer intravenösen Glukose-Elektrolyt-Lösung aufrecht erhalten werden. Nach 7 Tagen sollte bei unzureichender oraler Zufuhr eine parenterale Ernährung begonnen werden.
| Darmvorbereitung | Inhalt | parenterale Ernährung |
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Dr. med. Dirk Manski
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