Urothelkarzinom des oberen Harntrakts (1/2): Ursachen
Zusammenfassende Literatur Urothelkarzinom Harnleiter und Nierenbecken: (Tawfiek und Bagley, 1997) (Roupret u.a., 2011).
Epidemiologie des Urothelkarzinoms von Harnleiter und Nierenbecken
- Erkrankungsgipfel 50–60 LJ
- Frauen : Männer = 1:2 bis 1:3
- 5 % aller urothelialen Malignome. Aufgrund der effektiven Therapie des Harnblasenkarzinoms steigt die Inzidenz des Urothelkarzinoms des oberen Harntrakts: die Patienten ,,erleben`` das Rezidiv im oberen Harntrakt häufiger (length time bias).
- 2–4 % der Patienten mit einem Harnblasentumor erleiden im Durchschnitt nach 70 Monaten ein Rezidiv im oberen Harntrakt. Nach Zystektomie liegt die Wahrscheinlichkeit, innerhalb von 15 Jahren ein Rezidiv im oberen Harntrakt zu entwickeln, bei 30 %.
Ätiologie Urothelkarzinom
Siehe Kapitel
Harnblasenkarzinom.
Tumorstadien nach TNM [UICC 2010] des Harnleiterkarzinoms und Nierenbeckenkarzinoms
T:
Lokales Tumorstadium.
- Ta: nicht-invasives papilläres Karzinom
- Tis: flaches anaplastisches Epithel mit geringgradiger Differenzierung, ohne PolaritÄt und ohne Invasion
- T1: Infiltration bis subepitheliales Bindegewebe (Lamina submucosa)
- T2: Infiltration bis in die Lamina muscularis
- T3: Infiltration der Niere, des perirenalen oder periureteralen Fettgewebes
- T4: Infiltration von Nachbarorganen
N:
Lymphknotenbefall.
- N0: keine befallenen Lymphknoten
- N1: Lk-Durchmesser kleiner 2cm
- N2: Lk-Durchmesser zwischen 2–5 cm
- N3: Lk-Metastasen größer 5 cm
M:
Fernmetastasen.
- M0: keine Fernmetastasen
- M1: Fernmetastasen
G:
Grading.
- urotheliales Papillom
- Papilläre Neoplasie von niedrig malignem Potential (PUNLMP)
- Low grade: entspricht G1: gut differenziert und G2: mäßig differenziert
- High grade: entspricht G3: schlecht bis undifferenziert
Pathologie des Harnleiterkarzinoms
Histologie:
Urothelkarzinome 95 %, selten Plattenepithelkarzinome oder Adenokarzinome.
Wachstumsmuster:
trotz papillärer Morphologie entsteht früher eine Invasion als bei vergleichbaren Urothelkarzinomen der Harnblase. 50 % der papillären Nierenbeckentumoren sind T1 oder T2-Tumoren.
In bis zu 90 % der Präparate nach Nephroureterektomie finden sich im Urothel des ipsilateralen Harntrakts weitere dysplastische Areale oder ein Carcinoma in situ.
Metastasierung:
lymphogene Metastasierung bei proximalen Tumoren in paraaortale und hiläre Lymphknoten, bei Tumoren im mittleren Drittel in iliakale Lymphknoten und bei distalen Tumoren in die obturatorischen Lymphknoten und iliakalen Lymphknoten.
Hämatogene Metastasierung in Lunge, Leber, Skelett, Nebenniere...
Klinik Harnleiterkarzinom und Nierenbeckenkarzinom
Hämaturie, wurmartige Koagelbildung, Flankenschmerzen, Koliken, Harnstauungsniere, Dysurie, Symptome des fortgeschrittenen Tumors (B-Symptomatik).
Sachregistersuche:
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Literatur Urothelkarzinom von Harnleiter und Nierenbecken
- Rouprêt, M.; Zigeuner, R.; Palou, J.; Boehle, A.;
Kaasinen, E.; Sylvester, R.; Babjuk, M. & Oosterlinck, W.
- European
Guidelines for the Diagnosis and Management of Upper Urinary Tract
Urothelial Cell Carcinomas: 2011 Update.
Eur Urol, 2011
-
Tawfiek und Bagley 1997 TAWFIEK, E. R. ; BAGLEY,
D. H.:
- Upper-tract transitional cell carcinoma.
In: Urology
50 (1997), Nr. 3, S. 321–9