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Zusammenfassende Literatur Hippel-Lindau-Syndrom: (Lonser u.a., 2003).
Autosomal dominant vererbtes Neoplasie-Syndrom (Phakomatose s. u.) durch eine Keimzellmutation des VHL-Tumorsuppressorgens. Es entstehen benigne und maligne Tumoren des ZNS, der Nieren, Nebennieren, der Bauchspeicheldrüse und anderen Organen.
Sammelbegriff für klinische Syndrome mit ektodermalen Tumoren und Fehlbildungen: tuberöse Hirnsklerose, von-Hippel-Lindau-Syndrom, Sturge-Weber-Krabbe-Syndrom, Morbus Recklinghausen.
1:35000.
Autosomal dominante Vererbung, VHL-Genmutationen auf Chromosom 3, je nach Typ der Mutation entstehen unterschiedliche Manifestationen in unten aufgeführten Organen. 100 % Penetranz.
das VHL-Protein ist ein Tumorsuppressorprotein. Mutationen des VHL-Gens verursachen eine fehlende Tumorsuppressorfunktion entweder durch die fehlende Inaktivierung von HIF oder durch die VHL-Dysfunktion selbst. In der Folge werden chronisch vermehrt Wachstumsfaktoren exprimiert wie VEGF, PDGF oder TGF-α.
Meist bilaterale und multifokale Nierenzysten (bis 60 %), aus der Epithelauskleidung entsteht das Nierenzellkarzinom (25–45 %). Am Anfang asymptomatische Erkrankung, später entwickeln die Patienten Flankenschmerzen, Hämaturie und tastbare Tumoren.
papilläre Zystadenome des Nebenhodens (25–60 %) sind benigne, meist symptomlos und fallen durch eine skrotale Raumforderung auf. Bei bilateralem Befall kann auch die Fruchtbarkeit eingeschränkt sein.
Phäochromozytom adrenal oder extraadrenal (10–20 %), in 5 % maligne. Erkrankungsbeginn im Mittel 30 Jahre. Klinisch entstehen anfallsartig arterieller Hypertonus, Herzklopfen, Kopfschmerzen, Schweißausbruch, Blässe und Übelkeit.
analog zum Nebenhoden entstehen aus embryonalen Resten Zystadenome, meist symptomlos.
benigne Hämangioblastome des ZNS (v. a. Cerebellum und Rückenmark) in 60–80 %. Erkrankungsbeginn im Mittel 33 Jahre. Die neurologischen Beschwerden sind abhängig von der Lokalisation.
benigne retinale Hämangioblastome (bis 60 %) verursachen Sehschwächen und Blindheit durch Einblutungen und Netzhautablösungen. Erkrankungsbeginn im Mittel 25 Jahre.
Tumoren des endolymphatischen Sacks am Innenohr verursachen Innenohrschwerhörigkeit, Tinnitus und Schwindel (10 %).
Zysten oder neuroendokrine Tumoren des Pankreas (8–17 %) verursachen nur selten Beschwerden.
familiäre Vorgeschichte mit Hämangioblastomen des ZNS, Phäochromozytomen oder Nierenzellkarzinomen sind zielführend. Patienten ohne Vorgeschichte benötigen für die Diagnose zwei oder mehr Hämangioblastome des ZNS, oder ein Hämangioblastom des ZNS mit einem viszeralen Tumor.
Nachweis des VHL-Gendefektes (Southern blot).
Fundoskopien (jährlich), Sonographie und CT-Abdomen (jährlich), 24 h-Urin auf Katecholamine und Vanillinmandelsäure (jährlich), MRT des Rückenmarks und Kleinhirns (jährlich), MRT-Innenohr bei Beschwerden.
möglichst organerhaltende Resektion ab einer Tumorgröße von 3 cm [siehe Kapitel laparoskopische Nierenteilresektion oder offene Nierenteilresektion]. Tumoren unter 3 cm Größe werden engmaschig durch Bildgebung beobachtet, es besteht bis zu dieser Größe nur ein geringes Risiko einer Metastasenentstehung.
In 75 % entsteht ein Rezidiv des Nierentumors, daher ist im Verlauf bei bis zu 25 % eine bilaterale Nephrektomie notwendig.
Experimentelle Therapie: Kryotherapie oder Radiofrequenztherapie bei kleinen Nierentumoren.
bei Phäochromozytomen erfolgt die medikamentöse Alpha-Blockade, dann die Resektion der tumortragenden Nebenniere.
konservative Therapie der benignen Zystadenome des Nebenhodens.
bei Beschwerden werden die Hämangioblastome entfernt.
Als Alternative können Hämangioblastome unter 3 cm und ohne Zysten stereotaktisch bestrahlt werden.
Laserkoagulation der Hämangioblastome. Bei Gefahr der Netzhautablösung ist evtl. eine Vitrektomie indiziert.
Exzision von Endolymphsacktumoren bei Beschwerden.
Resektion von Pankreastumoren, in Abhängigkeit der Größe erfolgt eine Enukleation, Pankreasschwanzresektion, Pylorus-erhaltende Pankreatoduodenektomie nach Whipple oder eine komplette Pankreasresektion.
Die Lebenserwartung in historischen Serien lag unter 50 Jahre, die Todesursache war am häufigsten das Nierenzellkarzinom.
| Neuroblastom | Inhalt | Prune-Belly-Syndrom |
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Dr. med. Dirk Manski
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