Zusammenfassende Literatur Induratio penis plastica: (Gholami u.a., 2003) (Hauck u.a., 2006) (Tunuguntla, 2001).
Erworbene Penisdeviation unter Ausbildung von fibrösen Plaques in der Tunica albuginea der Schwellkörper (Morbus Peyronie).
Steigende Prävalenz mit dem Alter: 30–39 Jahre (1,5 %), 40–59 Jahre (3 %), 60–69 Jahre (4 %) und über 70 Jahre (6,5 %). Die symptomatische Prävalenz beträgt ungefähr 1 %.
Die Prävalenz der IPP in der Autopsie ist weitaus höher, bis zu 20 % asymptomatische penile Indurationen.
Das Mikrotrauma des Penis ist ein Risikofaktor, damit auch häufiger und heftiger GV mit entsprechenden Stellungen. Die Manifestation der IPP bedeutet eine pathologische Form der Wundheilung.
Die Tunica albuginea der Schwellkörper besteht aus zwei Schichten (äußere longitudinale und innere zirkuläre Schicht). Durch traumatische Vorgänge können diese zwei Schichten voneinander getrennt werden, dies führt zur Bluteinlagerung, Fibrinbildung und Makrophageninvasion. In der Folge entsteht eine fibrotische Entzündungsreaktion, welche sich durch Mediatoren (Extrazellulärmatrix, TGF-β) selbst unterhält.
folgende Erkrankungen gehen gehäuft mit der IPP einher: Morbus Dupuytren (30–40 %), Morbus Ledderhose (plantare Form des Dupuytren), Leberzirrhose, rheumatische Erkrankungen, Tympanosklerose, Penis- oder Harnröhrentrauma, Urethritis, Diabetes mellitus, Gicht, Morbus Paget, Therapie mit β-Blocker.
die IPP-Plaques zerstören die Elastizität der Tunica albuginea und führen dadurch zu einer venösen Insuffizienz. Eine starke Verkrümmung stellt ein mechanisches Hindernis für den Geschlechtsverkehr dar und belastet den Patienten psychologisch. Zirkuläre Plaques können eine Instabilität des Penis bewirken.
In den Plaques der IPP finden sich Fibrinogenablagerungen, welche normalerweise im Narbengewebe der Tunica albuginea nicht zu finden sind. Weiterhin bestehen die Plaques aus dichtem kollagenartigem Bindegewebe mit reduziertem und fragmentiertem Anteil an Elastin. Die Expression von TGF-β ist erhöht. Um die benachbarten Gefäße sind Lymphozyteninfiltrate zu beobachten. In 30 % bestehen dystrophe Kalzifizierungen der Plaques.
zunächst aktive Krankheitsphase mit schmerzhafter Erektion und zunehmender Deviation. Gefolgt von stabiler Krankheitsphase mit statischer Deviation und ED.
Verkrümmung oft nach dorsal oder lateral, manchmal den GV verhindernd. Die Verkrümmung geht oft mit einer Penisverkürzung einher.
die Plaques der IPP liegen meist auf der konkaven Seite der Deviation in der Tunica albuginea der Schwellkörper.
typisch zu Beginn der Erkrankung, spontane Besserung meist innerhalb von 6 Monaten.
zunehmende Prävalenz bei fortschreitender Erkrankung, nicht im Anfangsstadium.
in bis zu 15 % erfolgt eine spontane Rückbildung der Erkrankung, bei 40 % bleibt die Erkrankung stabil. Folgende Faktoren machen eine spontane Rückbildung unwahrscheinlich: Deviation über 45 Grad, Krankheitsverlauf über 2 Jahre, Plaque-Kalzifizierung oder Morbus Dupuytren.
| vorzeitige Ejakulation | Inhalt | IPP (2/2) |
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Hauck, E. W. u. a. (2006). A critical analysis of nonsurgical treatment of Peyronie’s disease. In: Eur Urol 49, S. 987–997.
Letzte Aktualisierung
Dr. med. Dirk Manski
manski@urologielehrbuch.de