Zusammenfassende Literatur Kontrastmittel: (Bettmann, 2004), Thomsen (2003).
(high osmolar contrast medium = HOCM): erste Generation der Kontrastmittel, welche nicht mehr intravenös angewendet werden. Der monomere ionische Aufbau mit Dissoziation von Natrium und Methylglucamin führte zu einer hohen Osmolarität von 5–7 facher Serumosmolarität (bis 2400 mosmol/kg).
(low osmolar contrast medium = LOCM): moderne Kontrastmittel mit reduzierter Osmolarität von 300 bis 800 mosmol/kg. Die weitere Einteilung :
Iohexol (Omnipaque), Iopamidol (Isovue), Ioversol (Optiray), Iopromid (Ultravist).
Jodhaltiger zweifacher Benzenring. Ioxaglate (Hexabrix), Iodixanol (Visipaque).
entweder Reaktionen ohne vorausgegangene Sensibilisierung (Idiosynkrasie) oder echte Typ I-Allergie nach vorangegangener Sensibilisierung.
(1 % bei LOCM): Metallgeschmack, Wärmegefühl, Niesen und Husten, geringe Urtikaria.
(1 % bis 0,1 %): Erbrechen, generalisierte Urtikaria, Gesichtsschwellung, Kopfschmerzen, Herzklopfen/Tachykardie.
(0,1 % bis 0,01 %): Hypotension, Tachykardie, Schock, Bronchospasmus, Kehlkopfschwellung, Lungenödem, Bewustlosigkeit, Tod. Mortalität durch KM beträgt 1: 1 000 000.
Atopie, Asthma, vorausgegangene Unverträglichkeit.
durch die Jodzufuhr kann eine Hyperthyreose ausgelöst werden, in schweren Fällen eine thyreotoxische Krise. Risikofaktoren für eine Hyperthyreose: manifeste oder latente Hyperthyreose, Jodmangelstruma, autonomes Adenom.
Nach Gabe des Kontrastmittel erfolgt durch die Volumenbelastung eine Vasodilatation der Nieren und der Beginn einer osmotisch bedingten Diurese. Die osmotisch bedingte Diurese kann zu einem Volumenmangel führen, gefolgt von Vasokonstriktion und einer (reversiblen) Reduktion der GFR. Weiterhin bewirkt Freisetzung von Radikalen durch das Kontastmittel die direkte Nephrotoxizität.
oligourisch, mit Kreatiningipfel 3–5 Tage nach KM-Gabe. Inzidenz bei hochosmolaren KM 1:1000–5000, bei LMCM deutlich geringer.
vorbestehende Niereninsuffizienz, diabetische Nephropathie, Exsikkose, Herzinsuffizienz, Hyperurikämie, Proteinurie, zweimalige KM-Gabe innerhalb von 24 h, Alter über 70 Jahre, Plasmozytom, nephrotoxische Medikation (NSAR, Gentamicin...).
bei einem Nierenversagen kann durch eine Metformin-Medikation eine Laktatazidose mit hoher Letalität entstehen. Die Pausierung der Metformingaben 48 h vor Beginn der Untersuchung ist schon bei leicht erhöhten Kreatininwerten empfehlenswert. Bei normalen Kreatininwerten genügt die zweitägige Pausierung nach Gabe des Kontrastmittels. Nach Ausschluss eines Nierenversagens kann Metformin wieder sicher gegeben werden.
die hyperosmolare Volumenbelastung kann eine Herzinsuffizienz verschlimmern und ein Lungenödem ausgelösen.
v. a. bei Patienten mit gestörter Blut-Hirn-Schranke, Ischämie, Trauma, Epilepsie, zerebralen Tumoren.
Niereninsuffizienz, bekannte Kontrastmittelallergie, manifeste Hyperthyreose, Exsikkose.
besonders bei Pat. mit Exsikkose ist die Infusionstherapie vor und nach Kontrastmittelgabe wichtig und kann ein akutes Nierenversagen vermeiden.
Die Gabe von hypoosmolaren Infusionen vermeidet hohe Flüssigkeitsgaben: NaCl 0,45 % 1 ml/kgKG und Stunde, beginnend 12 h vor der Untersuchung bis 12 h nach der Untersuchung.
Die Gabe von Acetylcystein als Antioxidans ist umstritten: 600 mg 1–0–1 am Tag der Untersuchung und am Tag vor der Untersuchung (4 Gaben).
bei normalen TSH- und Schilddrüsenhormonen ist eine gefahrlose Kontrastmittelgabe möglich.
Die Gefahr einer jodinduzierten Hyperthyreose besteht bei einer latenten Hyperthyreose (supprimiertes TSH bei normalen Schilddrüsenhormonen) bzw. bei V. a. auf Autonomie (Knotenstruma). Die Prophylaxe der Hyperthyreose wird durch eine Blockierung der Jodaufnahme von der Schilddrüse erreicht. Zur Blockierung der Jodaufnahme werden Perchlorat (20 Trpf. Irenat 1–1–1 p.o.) gegeben. Die Blockierung wird 1 Tag vor der KM-Gabe begonnen und 2 Wochen nach KM-Gabe fortgeführt. Im weiteren Verlauf sind Kontrollen der Schilddrüsenhormone notwendig.
Bei einer manifesten Hyperthyreose ist die elektive Gabe von jodhaltigem Kontrastmittel kontraindiziert. Bei vitaler Indikation kann nach Rücksprache mit einem Endokrinologen und entsprechender Prämedikation KM gegeben werden.
Indikation für eine Prämedikation besteht bei Kontrastmittelreaktionen in der Anamnese, evtl. auch bei Atopie oder Asthma. Folgende Kombinationen sind sinnvoll:
Beginn der Medikation 12 h vor KM-Gabe: Prednisolon 30 mg 12 h, 6 h, und 1 h vor KM-Gabe, Dimetidin (Fenistil) 1 mg p.o. 12 h und 1 h vor KM-Gabe, Cimetidin 200 mg p.o. 12 h und 1 h vor KM-Gabe.
Dimetidin (Fenistil) 0,1 mg/kgKG langsam i. v., Cimetidin 200 mg langsam i. v. und Prednisolon 100 mg i. v. vor KM-Gabe. Die Gabe von Prednisolon kurz vor der Untersuchung ist wahrscheinlich zu spät, besser ist die orale Prämedikation.
Die Dosierung von jodhaltigem Kontrastmittel bezieht sich auf die Jodmenge. Diese wird meist in Milligramm Jod pro ml angegeben [mgI/ml].
15–30 g Jod werden je nach Körpergewicht benötigt. Dies entspricht 1 ml/kgKG bei einem Kontrastmittel mit 300 mgI/ml.
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Dr. med. Dirk Manski
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