| Diese Webseite durchsuchen: |
Benutzerdefinierte Suche
|
Zusammenfassende Literatur Kryptorchismus: (Hutson und Hasthorpe, 2005) (Kolon u.a., 2004).
Fehlender Hoden, inkompletter Hodendeszensus (Leistenhoden, Gleithoden, Pendelhoden, Hodenektopie), Hydrozele testis (offener Proc. vaginalis), Leistenbruch.
in entspannter Rückenlage und im Sitzen (Säuglinge) oder Stehen (Kinder). 80 % der pathologischen Fälle sind tastbar. Bei nicht tastbaren Hoden sind 20 % fehlend, 30 % atrophe Leistenhoden und 50 % abdominelle Hoden.
Die Sonographie ist geeignet für die Ortung des Hodens im Leistenkanal.
Untersuchungen sind vor allem bei bilateral fehlenden Hoden indiziert.
Vor der Pubertät weist ein erhöhtes FSH im Serum auf beidseits fehlende Hoden hin.
Ein HCG-Stimulationstest ist bei beidseits nicht palpablen Hoden indiziert: Blutbestimmungen von Testosteron (basal und 32 h nach Applikation von 5000 IE HCG). Ein Anstieg von Testosteron beweist das Vorhandenseins eines dystopen Hodens.
ein testikuläres Peptid, kann die Hodenschädigung vorhersagen. Keine Routineuntersuchung.
wenn Vasa testiculares und Ductus deferens in den inneren Leistenkanal ziehen, so ist ein Bauchhoden ausgeschlossen und im Anschluss an die Laparoskopie erfolgt die inguinale Freilegung. Werden blind endende Vasa testiculares identifiziert, so wird das Ende entfernt und die Operation beendet.Werden keine Testikulargefäße im Becken identifiziert, so muss der Deszensusweg nach kranial bis zum unteren Nierenpol abgesucht werden.
Nach aktuellen Empfehlungen beginnt die Therapie des Kryptorchismus mit dem 6. Lebensmonat, die Therapie sollte mit dem Ende des 1. Lebensjahres abgeschlossen sein (Ritzen et al., 2007).
Die Hormontherapie führt zur Stimulation von Testosteron und unterstützt den spontanen Deszensus. Bei bilateraler Erkrankung bestehen bessere Chancen für den Erfolg der Hormontherapie.
Die "Nordic Consensus Group on Treatment of undescended Testes" bewertet die Hormontherapie als nur gering wirksam hinsichtlich des Deszensus und potentiell schädlich für die Fertilität und empfiehlt die operative Therapie als die alleinige Therapie der Wahl (Ritzen et al., 2007). Im Gegensatz zu HCG konnten Studien bei GnRH-Therapie eine Besserung des Fertilitätsindex nachweisen. Diese Ergebnisse werden von der Nordic Consensus Group aber noch kritisch gesehen und vor einer Empfehlung für die GnRH-Therapie die Bestätigung durch weitere Arbeitsgruppen gefordert (Thorsson et al., 2007).
Ektoper Hoden, dystoper Hoden mit Leistenhernie oder nach vorausgegangener Leistenoperation. Die "Nordic Consensus Group on Treatment of undescended Testes" lehnt die Hormontherapie aufgrund der aktuellen Studienlage ab (Ritzen et al., 2007) (Thorsson et al., 2007).
3× 400 μg/d über einen Zeitraum über 4 Wochen.
1–/Woche i. m. über einen Zeitraum von 5 Wochen, Dosierung pro Injektion in Abhängigkeit des Alters: unter 1 Jahr 250 IE, über 1 Jahr 500 IE. Viele Autoren raten inzwischen von einer HCG-Therapie ab.
LHRH-Nasenspray über 4 Wochen gefolgt von HCG i. m. über 3–5 Wochen.
Die Ergebnisse der Hormontherapie (in randomisierten Studien) sind enttäuschend (<20 % Erfolg). Studien mit GnRH konnten eine Verbesserung des Fertilitätsindex durch die Hormontherapie nachweisen. HCG steht im Verdacht, die Fertilität zu verschlechtern. In 25 % ist wieder Aszension des Hodens möglich, Nachsorgen sind notwendig.
vermehrte Skrotumpigmentierung und Fältelung. Selten Penisvergrößerung und pubische Schambehaarung (reversibel), Gewichtszunahme. HCG steht im Verdacht, die Fertilität zu verschlechtern.
Ziel der operativen Therapie ist die spannungsfreie Verlagerung des Hodens in den tiefsten Punkt der Skrotaltasche bis zum Ende des 1. Lebensjahres.
Zweizeitige OP-Verfahren sind bei Bauchhoden mit zu geringer Mobilität der Hodengefäße notwendig. Zunächst wird der Hoden retroperitoneal (laparoskopisch) mobilisiert und die Vasa testiculares möglichst kranial durchtrennt (Fowler-Stephens-Manöver). Der Hoden wird an den inneren Leistenring verlagert.
Im zweiten Schritt (nach 4–12 Wochen Therapie mit LHRH-Nasenspray) wird nach inguinaler Freilegung die skrotale Pexie in einer subkutanen Dartostasche durchgeführt.
Die Hodenautotransplantation ist eine Therapieoption bei Bauchhoden mit zu geringer Mobilität der Hodengefäße. Der Hoden wird nach laparoskopischer Identifikation und Entnahme mit den Vasa epigastricae inf. anastomosiert.
bei postpubertalen Patienten mit unilateralen Kryptorchismus, v.a. bei hypoplastischem Hoden oder Verdacht auf Hodentumor.
70–80 % der zum Zeitpunkt der Geburt nicht-deszendierten Hoden zeigen einen spontanen Deszensus, meist innerhalb von 3 Monaten. Hohe spontane Deszensusrate bei niedrigem Geburtsgewicht, bilateralen Kryptorchismus, bei normaler skrotaler Anatomie und bei bereits niedrig stehenden Hoden.
87 % der unbehandelten Männer mit unilateralem Kryptorchismus haben Kinder, aber nur 33 % bei bilateralem Kryptorchismus. Ob die (rechtzeitige) Operation die Fertilität verbessert, ist umstritten (s. o.).
| Kryptorchismus (1/2) | Inhalt | Epididymitis |
Sie haben nicht gefunden, was Sie suchen?
Mit nachstehender Google-Suchmaske können Sie diese Internetpräsenz durchsuchen:
English Version: Hormonal treatment or surgery for cryptorchidism (undescended testis)
Letzte Aktualisierung
Dr. med. Dirk Manski
manski@urologielehrbuch.de
Aufgrund zahlreicher E-Mail Anfragen bezüglich der Diagnose und Therapie urologischer Krankheiten habe ich ein Urologie-Forum eingerichtet, in welchem Sie anonym Fragen stellen können, welche von mir beantwortet werden. Bitte verzichten Sie auf zukünftige Anfragen per E-Mail und benutzen Sie das Forum.