Bei folgenden Fragestellungen wird die Harnblase v. a. im a.p. Strahlengang beurteilt: vesikoureteraler Reflux, Miktionsstörungen bei Männern, Harnblasensteine, laterale Harnblasendivertikel.
Bei folgenden Fragestellungen wird die Harnblase v. a. im lateralen Strahlengang beurteilt: Inkontinenz der Frau, Beckenbodeninsuffizienz der Frau, Harnblasenfisteln, dorsale Harnblasendivertikel.
nach der Einlage eines transurethralen Dauerkatheters erfolgt die komplette Entleerung der Harnblase, dadurch kann gleichzeitig bei vorheriger Miktion der Restharn genau bestimmt werden.
Langsame Füllung der Harnblase mit körperwarmem Kontrastmittel, gleichzeitig wird der Patient gebeten, den Füllungszustand der Harnblase zu beurteilen. Füllung der Harnblase bis zum starken Harndrang, das Volumen wird als funktionelle Harnblasenkapazität angegeben. Die Harnblase wird in zwei Projektionen geröntgt. Bei V. a. Belastungsinkontinenz können Röntgenaufnahmen mit und ohne Valsalva-Manöver das Ausmaß eines Harnblasendeszensus darstellen [Abb. 1.6].
Nach Entfernung des Dauerkatheters miktioniert der Patient unter Durchleuchtung.
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Abbildung 1.6: Miktionszysturethrographie: nach Erreichen der funktionellen Harnblasenkapazität wurden Röntgenaufnahmen der Harnblase in seitlicher Projektion mit und ohne Valsalva-Manöver in Doppelbelichtungstechnik (zwei Aufnahmen auf dem gleichen Röntgenfilm) durchgeführt. Neben einem leichten Deszensus (x → y) zeigt sich eine Öffnung des Harnblasenhalses (weiße → schwarze Linie). Mit freundlicher Genehmigung, Dr. R. Gumpinger, Kempten. |
bei der Zystographie (Zystogramm) beschränkt sich die Untersuchung nur auf die Füllung der Harnblase mit Kontrastmittel über einen Harnblasenkatheter. Die Harnblase wird in zwei Ebenen geröntgt, nach dem Ablassen des Kontrastmittels werden weitere Aufnahmen zur Suche nach Kontrastmittelextravasten durchgeführt.
Indikationen zur Zystographie sind: Harnblasenverletzungen, Harnblasensteine, Harnblasendivertikel, nach urologischen Operationen mit Harnblaseneröffnung, Harnleiterreimplantation oder nach radikaler Prostatektomie zur Dokumentation der Dichtigkeit der Anastomose.
Normalwerte Frauen: 250–550 ml, Männer: 350–750 ml. Die Harnblasenkapazität bei Kindern wird nach Formel 1.10 berechnet:
| (1.10) |
Enuresis, Inkontinenz, Wandinduration durch Entzündung, Fibrose, Bestrahlung, Operationen, Tumoren, neurogene Harnblasenstörungen mit autonomen Kontraktionen.
Erkrankungen der Harnblasenwand führen eher zur passiven niedrigen Harnblasenkapazität, welche konstant über die Harnblasenfüllung zu einem Druckanstieg führt. Bei der aktiven niedrigen Harnblasenkapazität führen neurologische Faktoren zu einer inkonstanten verminderten Harnblasenkapazität mit autonomen Detrusorkontraktionen.
die Harnblase ist glatt berandet ohne Divertikelbildung.
Die Miktion wird mit der Öffnung des inneren Harnblasenhalses eingeleitet, dies kann in der seitlichen Projektion erfasst werden. Unter Miktion kann die proximale Harnröhre gut beurteilt werden. Bei kompetenten vesikoureteralen Mündungen ist kein Reflux in den oberen Harntrakt zu beobachten. Abschließend wird eine Röntgenaufnahme zur Beurteilung der Restharnbildung durchgeführt.
| Urogramm | Inhalt | retrograde Pyelographie |
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Dr. med. Dirk Manski
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