Zusammenfassende Literatur neurogene Harninkontinenz: (Chapple u.a., 2005) (van Kerrebroeck, 1998) (Wein und Rackley, 2006).
Duloxetin, ein kombinierter Serotonin- und Noradrenalin-Reuptake-Inhibitor erhöht die Harnblasenkapazität und den Sphinktertonus.
bei Läsionen mit Schädigung der Schließmuskelinnervation. Bei schlaffer Harnblasenlähmung ist eine ausreichende manuelle Entleerungsmöglichkeit notwendig.
Young-Dees-Leadbetter Blasenhals-Plastik zur Verbesserung der Kontinenz.
da i. d. R. zu hohe Drücke in der Harnblase entstehen (über 50 cm H2O), ist der obere Harntrakt durch diese Form der Harnblasenentleerung gefährdet.
wird meist durch Beklopfen der suprapubischen Harnblasenregion ausgelöst.
durch die Stimulation von M-Rezeptoren an der Harnblase erfolgt eine Zunahme der Detrusorkraft. Die Parasympathomimetika haben bei der dauerhaften Therapie keine praktische Bedeutung mehr.
nur orale Gabe möglich: 10 mg 1–1–1 bis 50 mg 1–1–1–1, einschleichend nach Wirkung dosieren.
indirekt parasympathomimetisch durch Inhibition der Cholinesterase. 0,5 mg i. m. oder langsam i. v. Bei oraler Gabe 5 mg 1–0–0 alle 2 Tage bis 1–0–1 jeden Tag je nach Wirkung.
CIC steht für clean intermittend catheterization. Effektive Methode bei Restharnbildung, bei neurogener Inkontinenz, aber auch nach Harnblasenaugmentation. Die Kombination von pharmakologischer Harnblasendämpfung und Selbstkatheterismus ist sinnvoll, um die Intervalle der Katheterisierung zu verlängern.
Die Langzeitsicherheit der Methode wurde von Lapides popularisiert (Lapides u.a., 1972) (Lapides u.a., 2002). Voraussetzung ist ein motivierter Patient oder Angehöriger mit manuellem Geschick und eine gut katherisierbare Harnröhre.
Komplikationen sind urethrale Verletzung mit Via falsa und Strikturentstehung. Klinische Infektionen sind selten.
urethrale Katheterisierung bei Frauen und suprapubische Katheterisierung bei Männern. Unstrittig ist die Studienlage zur Komplikationsrate der Dauerkatherisierung, mit teilweise sehr hohen Raten an Infektionen, Harnblasensteinen, Makrohämaturie, chronischem Nierenversagen und Entstehung von Plattenepithelkarzinomen. Falls möglich, sind Alternativen (CIC, Kondomurinal) vorzuziehen.
die sakrale Nervenstimulation bei S3 kann auch die Detrusorkontraktion im Sinne einer Synchronisierung verbessern. In der Speicherphase verhindert die Modulation autonome Kontraktionen, nach Beendigung der Modulation ist eine effektivere Miktion als ohne Modulation möglich.
Harnblasenreduktionsplastik (umstritten), Harnblasen-Myoplastie (aufwendig und wenig Fallzahlen), transurethrale Elektrostimulation der Harnblase (TEBS) zur Trainierung des Miktionsreflex’ bei partiellen Nervenläsionen (umstritten).
Indikation bei sakralen und infrasakralen Läsionen, insbesondere bei fixiertem hohen Sphinktertonus oder bei glattmuskulärer Sphinkterdyssynergie.
Pharmakologische Einzelheiten siehe Kapitel Medikamente/Alpha-Blocker.
aktiviert GABAB-Rezeptoren und hemmt dadurch monosynaptische oder polysynaptische Aktivierung der Motorneurone. Indikation für Baclofen neben Linderung der motorischen Spastik ist die DSD.
Dosierung: beginnend mit 5 mg 1–1–1, um je 5 mg alle 3 Tage steigern bis auf ca. 30–75 mg/Tag.
transurethrale (oder transperineale) Injektion in den Sphinkter. Indikation bei DSD.
Inzision bei 5 und 7 Uhr vom Harnblasenhals bis zum Colliculus seminalis.
Indikation bei der seltenen Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie des glattmuskulären Sphinkters.
die endoskopische Resektion oder Inzision des Sphinkters bei 12 Uhr erzeugt eine Belastungsinkontinenz und senkt den DLPP. Nach der Operation wird der Patient mit einem Kondomurinal versorgt. Für Frauen ist die Sphinkterotomie oder Sphinkterüberdehnung keine gute Therapieoption, da gute Ableitungssysteme nicht applizierbar sind.
Die Inzision muss vom Verumontanum bis zur bulbomembranösen Harnröhre ziehen. Der DLPP nach Sphinkterotomie sollte unter 40 cm H2O betragen. Eine relativ hohe Versagerquote im Langzeitverlauf bis 50 % entsteht durch die Regeneration des Sphinkters oder narbige Engen. Alternativ Verwendung eines Sphinkterstents. Eine engmaschige Überwachung des oberen Harntrakts ist notwendig.
Ileovesikostomie, Ileumkonduit, kontinente heterotope Harnableitungen (z. B. Mainz-Pouch I).
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Dr. med. Dirk Manski
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