Zusammenfassende Literatur Anatomie Nieren: (Benninghoff, 1993).
Aus der Nierenarterie entspringen meist 5 Segmentarterien (\textsl{Aa. segmenti}), aus denen die Aa. interlobares entspringen und zur Nierenrinden-Markgrenze ziehen. Diese geben die Aa. arcuatae ab, welche entlang der Rinden-Markgrenze ziehen. Aus den Aa. arcuatae entspringen die Aa. interlobulares (Aa. corticales radiatae), diese ziehen in den Kortex und bilden die Arteriolae afferentes, welche die Glomeruli speisen. Nach der Glomerulusdurchblutung verlässt das Blut das Glomerulum über die Arteriolae efferentes. Die marknahen Arteriolae efferentes ziehen in das Nierenmark und bilden die Vasa recti zur Versorgung der Tubuli im Nierenmark. Die kortexnahen Arteriolae efferentes versorgen den Kortex.
Die Vasa recti ziehen geradlinig durch das Mark bis zur Papillenregion, die zugehörige Vene führt das Blut parallel dazu bis zur Rinden-Markgrenze zurück. Durch diese Gefäßarchitektur entsteht ein Gegenstromsystem, welches den hohen osmotischen Gradienten im Nierenmark ermöglicht (s. u.). Die Venae recti münden in die Vv. arcuatae, welche in die Vv. interlobares drainieren.
Jede Niere besteht aus etwa 1 Milionen funktionellen Untereinheiten, den Nephronen. Die Schwankungsbreite der Nephronenanzahl ist jedoch sehr groß. Die Anzahl der Nephrone korreliert mit dem Geburtsgewicht. Eine niedrige Anzahl an Nephronen birgt ein erhöhtes Risiko für Nierenerkrankungen und Hypertension.
Ein Nephron gliedert sich in folgende Unterabschnitte, welche auf den folgenden Seiten näher beschrieben werden:
Die Niere besteht aus etwa 1 000 000 Nierenkörperchen, dies entspricht der Anzahl der Nephronen.
Über die Arteriola afferentis gelangt Blut in das glomeruläre Kapillarsystem, dort wird ein konstanter Anteil des Blutplasmas als Ultrafiltrat in den Kapselraum der Bowmann’schen Kapsel filtriert (Primärharn). Der Primärharn gelangt aus dem Kapselraum in den proximalen Tubulus.
umhüllt das Nierenkörperchen mit einer einschichtigen platten Epithelschicht (parietales Epithel). Dieses Epithel geht am Gefäßpol in das viscerale Epithel über und umhüllt mit spezialisierten Podozyten die glomerulären Kapillaren.
Podozyten sind hoch spezialisierte Zellen, welche die glomerulären Kapillare mit Fortsätzen umhüllen. Die Podozyten bilden somit das viszerale Blatt der Bowmann’schen Membran und einen Teil der Filtrationsbarriere. Die Podozyten haben ihre Teilungsfähigkeit verloren, zugrundegegangende Podozyten können nur mit Hilfe der Hypertrophie ersetzt werden.
Die glomeruläre Basalmembran ist eine ungefähr 250 nm dicke kollagenhaltige Membran, welche zum einen Stabilität für den Filtrationsprozess vermittelt, aber auch Filtrationsbarriere ist. Die glomeruläre Basalmembran wird v. a. von Podozyten gebildet.
flach ausgezogene Endothelzellen mit regelmäßigen Poren von ungefähr 50–100 nm Größe.
die glomeruläre Filtrationsbarriere besteht aus den Poren der glomerulären Endothelzellen, der glomerulären Basalmembran und aus den Schlitzen zwischen den Fortsätzen der Podozyten. Aufgrund der Größe der Poren und der elektrischen Ladungen der einzelnen Elemente besteht eine hohe Permeabilität für Wasser und kleine wasserlösliche Stoffe, aber eine niedrige Permeabilität für Plasmaproteine.
besteht aus Zellen und Matrix, es füllt den Raum innerhalb der glomerulären Basalmembran aus und zieht über den Gefäßstiel nach extraglomerulär. Die Mesangiumzellen haben eine kontraktile Funktion, setzen an der glomerulären Basalmembran mit kontraktilen Mikrofilamenten an, steuern und ermöglichen den hohen glomerulären Filtrationsdruck von 35–50 mmHg.
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Dr. med. Dirk Manski
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