Harnleiterabgangsenge mit szintigraphischem Nachweis der Obstruktion, verminderter aber ausreichender Nierenfunktion oder bei klinischen Beschwerden (Schmerzen, Steine, Infektionen).
Funktionslose Niere (unter 20 % der Gesamtleistung).
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Schematische Darstellung einer Harnleiterabgangsenge, ausgelöst durch ein Unterpolgefäß (links). Bei der operativen Korrektur (nach Anderson-Hynes) ist auf die Ventralverlagerung der Harnleiteranastomose zu achten (rechts). |
Ausschluss oder Therapie einer Harnwegsinfektion.
Perioperative Antibiotikaprophylaxe. Einlage einer langen DJ-Harnleiterschiene, dabei radiologische Überprüfung der Krankheitsursache durch eine retrograde Pyelographie (Ausschluss eines Tumors oder Steins). Transurethraler Dauerkatheter.
Flankenlagerung. Subkostaler oder interkostaler Zugang zur Niere. Anzügeln des Harnleiters. Eröffnung der Gerotafaszie und Präparation des Unterpols und des Nierenbeckens sowohl von ventral als auch von dorsal.
Mittel der Wahl bei kreuzendem Unterpolgefäß, wahrscheinlich auch bei allen anderen Indikationen. Der kraniale und kaudale Absetzungsrand des Nierenbeckens wird mit einem Faden angezügelt, distal erfolgt die Absetzung von überschüssigem Nierenbeckengewebe. Die Engstelle des Harnleiters wird schräg abgesetzt, danach wird der Harnleiter entlang der lateralen Wand auf 2–3 cm spatuliert [Abb. Harnleiterabgangsenge]. Der Harnleiter wird für die Anastomose ventral der kreuzenden Unterpolgefäße positioniert.
Als Nahtmaterial für die Anastomose werden PDS oder Vicryl der Stärke 4–0 verwendet. Zunächst fortlaufender Verschluss des kranialen Abschnittes des eröffneten Nierenbeckens, der kaudale Abschnitt wird auf 2–3 cm für die Anastomose mit dem Harnleiter offen gelassen. Der Harnleiter wird mit fortlaufender Naht oder in Einzelknopftechnik an den kaudalen Abschnitt des Nierenbeckens anastomosiert. Vor dem komplettem Verschluss wird die Lage des DJ überprüft [Abb. Harnleiterabgangsenge].
Drainierung der Nierenloge.
Frühzeitige Mobilisation. Atemtherapie. Thromboseprophylaxe. Laborkontrollen (Hb). Wundkontrollen.
idealerweise über einen Periduralkatheter. Zusätzlich Schmerzmittel nach WHO-Stufenschema, z. B. Metamizol und Tramadol.
Wunddrainage 1–2 Tage, Dauerkatheter 3 Tage, Harnleiterschiene 2–4 Wochen.
Blutung, Infektion, Urinom, erneute Striktur, Verlust der Niere oder Nierenfunktion, Verletzung von Nachbarorganen (Leber, Milz, Pankreas).
| Nephroureterektomie | Inhalt | lap. Nierenbeckenplastik |
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Dr. med. Dirk Manski
manski@urologielehrbuch.de