Abkürzungen: ING (Isotopennephrogramm).
die Bildgebung beruht auf der Verabreichung von Radiopharmaka (Tracer), die Gammastrahlen aussenden. Als radioaktiver Marker wird vorzugsweise Technetium verwendet (99mTc). Die Radionuklide reichern sich, je nach chemischer und biologischer Beschaffenheit, in bestimmten Organen an oder werden mit den Nieren ausgeschieden.
Mit Hilfe einer Gammakamera kann die ausgesandte Strahlung detektiert und in ein Bild umgewandelt werden. Die Detektion erfolgt mit Hilfe eines Szintillations-Kristalls, der bei Auftreffen der Gammaquanten Lichtblitze erzeugt. Die Lichtblitze aus den Kristallen werden in ein elektronisches Signal umgewandelt und entsprechend der Intensität als Bildpunkt in Schwärzungsgraden oder in verschiedenen Farben dargestellt.
mit 99mTc-markierte Di-Mercaptobernsteinsäure (DMSA). DMSA wird vor allem vom kortikalen Nierengewebe (Tubuluszellen) aufgenommen, eine Ausscheidung der DMSA erfolgt nicht. Die Szintigraphie erfolgt 3–6 h nach der Gabe von DMSA. Die DMSA-Szintigraphie weist sensitiv funktionstüchtiges Nierengewebe nach.
Seitengetrennte Nierengewebe(funktion) bei Niereninsuffizienz, Nachweis von ektopem Nierengewebe, Darstellung von Parenchymnarben bei chronischer Pyelonephritis.
Synonyme: seitengetrennte Nierenclearance, Nierensequenzszintigraphie. Als Tracer werden glomerulär filtriertes 99mTc-DTPA (Diethylenetriaminpentaacetat = Inulinanalogon) oder tubulär sezerniertes 99mTc-MAG3 (Mercaptoacetyltriglyzin) verwendet. Die Funktionsszintigraphie ermittelt die glomeruläre Filtrationsrate (GFR), morphologische Veränderungen, Harnabflussstörungen sowie Verletzungen des Urogenitaltraktes.
DTPA wird mit der glomerulären Filtration ausgeschieden. Die DTPA-Szintigraphie wird für die Messung der glomerulären Filtrationsrate (GFR) verwendet. Die geringe jedoch variable Plasmaproteinbindung von DPTA kann die GFR unterschätzen. Die ersten Bilder erlauben Rückschlüsse auf die Nierendurchblutung. Mit Hilfe von Spätbildern kann der Harnabfluss beurteilt werden.
MAG3 wird zu 90 % tubulär sezerniert, 10 % werden hepatobiliär eliminiert. Die GFR kann mit MAG3 aufgrund der ausschließlichen tubulären Sekretion nicht bestimmt werden. Die ersten Bilder erlauben Rückschlüsse auf die Nierendurchblutung. Mit Hilfe von Spätbildern kann der Harnabfluss beurteilt werden. MAG3 hat gegenüber DTPA den Vorteil einer höheren Extraktionsrate (Aktivitätsausbeute) und ist bei Harnabflussstörungen geeigneter als DTPA.
das normale Renogramm hat drei Phasen. Die erste Phase (Perfusionsphase) zeigt einen schnellen Anstieg der Aktivität in der Nierenregion und korreliert mit der Perfusion der Nieren. Die zweite Phase (Sekretionsphase) zeigt den Gipfel des Aktivitätsanstiegs, dieser wird nach 2–5 min erreicht. In der dritten Phase (Exkretionsphase) kommt es zum allmählichen Aktivitätsabfall in der Nierenregion durch den Harntransport und zum Anstieg der Aktivität in der Harnblasenregion. Die Halbwertszeit des Aktivtätsabfalls ist normalerweise unter 10 min.
Abflussbehinderungen werden mit Furosemidstimulation geprüft, da bei erweitertem Nierenbeckenkelchsystem initial immer eine Nuklidretention zu verzeichnen ist. 20 min nach intravenöser Furosemidinjektion sollten mindestens 50 % der Aktivität aus dem Nierenbecken abgeflossen sein, ansonsten handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine obstruktive Abflussbehinderung.
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zur Evaluation einer Nierenarterienstenose. Die Nierenfunktion nimmt nach Gabe von Captopril bei einer signifikanten Nierenarterienstenose ab.
Durchführung eines Nierenfunktionsszintigramms vor und 1 h nach Gabe von Captopril 25 mg p.o. oder Enalapril 0,04 mg/kg KG i. v. Vor dem Test ist die Pausierung von ACE-Hemmern für eine Woche obligat.
In der Urologie wird die Skelettszintigraphie zur Suche von Knochenmetastasen angewendet (Prostatakarzinom, Nierenzellkarzinom, Urothelkarzinom). Als Tracer werden mit 99mTc markierte Diphosphonatverbindungen verwendet.
Die Skelettszintigraphie ist die empfindlichste Methode zum Nachweis von Knochenmetastasen. Suspekte Herde müssen jedoch mit Röntgenaufnahmen, CT oder MRT bestätigt werden, da viele Krankheiten (alte Frakturen, Degeneration, Arthritis...) falsch-positive Befunde verursachen.
Mit 123Jod oder 131Jod markiertem Metaiodobenzylguanidin (MIBG) können Phäochromozytome oder deren Metastasen identifiziert werden. Weiterhin können auch Paragliome oder Tumoren des APUD-Systems detektiert werden.
| MRT | Inhalt | PET |
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Dr. med. Dirk Manski
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