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Zusammenfassende Literatur Nierentransplantation: (Halloran, 2004) (Perico u.a., 2004). Leitlinien der EAU (Kälble u.a.,2010).
Inzidenz der terminalen Niereninsuffizienz in Deutschland 40/100 000 pro Jahr. Prävalenz der Dialyse ungefähr 60 000 in Deutschland (75/100 000). Die Kosten für eine chronische Hämodialyse betragen pro Jahr und Patient ungefähr 40 000 Euro.
Diabetische Nephropathie 23 %, Glomerulonephritis 23 %, interstitielle Nephritis (bakteriell) 12 %, vaskuläre Nephropathie 10 %, Zystennieren 8 % [siehe Chronische Niereninsuffizienz].
akute bakterielle oder virale Infekte, chronische Parodontitis, Divertikulitis, Cholezystitis, HIV, chronische Pyelonephritis (Nephrektomie notwendig). Nicht-sanierbare Infekte wie aktive Tuberkulose oder aktive chronische Hepatitis sind absolute Kontraindikationen.
je nach Tumorstadium oder Tumorbiologie wird ein krankheitsfreies Intervall von mindestens 2 Jahren gefordert. Metastasen sind eine absolute Kontraindikation.
fortgeschrittene Herz-, Lungen- oder Leberinsuffizienz.
Eine Nephrektomie der Eigennieren vor Transplantation ist indiziert bei schwere renal bedingte arterielle Hypertonie, chronische Pyelonephritis (mit oder ohne vesikoureteralen Reflux), Analgetikanephropathie, starke Proteinurie, symptomatische Zystennieren, Nephrolithiasis, Nierentumoren.
der Empfänger muss für eine Nierentransplantation geeignet und auf die Warteliste aufgenommen sein. Verwandtschaft oder eine emotionale Nähe zum Empfänger sind notwendig. Eine kommerzielle Spende muss ausgeschlossen werden, ebenso die psychologische Abhängigkeit des Spenders vom Empfänger.
Eine gute Gesundheit und zwei gesunde Nieren sind beim Spender grundsätzlich zu fordern. Für die Diagnostik vor Lebendspende siehe Tab. Diagnostik vor Lebendspende:
| Diagnostik vor Nierenlebendspende | |
| Urin | Ausschluss von Harnwegsinfektion, Proteinurie und Hämaturie im 24h-Urin. |
| Labor | Großes Routinelabor inklusive Glukosetoleranztest. Blutgruppenantigene, Kreuzprobe (cross matching). Serologie von HIV, HCV, HBV, CMV, EBV, Syphilis, Toxoplasmose. |
| Internistische Untersuchungen | Ausschluss von signifikanten internistischen Erkrankungen wie Herz- und Lungenerkrankungen, Diabetes mellitus, Tumorerkrankungen und chronische Infektionen. |
| Urologische Untersuchungen | Ausschluss von Miktionsstörungen und Tumoren, MRT- oder Spiral-CT-Angiographie zur Beurteilung der Anatomie und zum Ausschlus von Krankheiten von Niere und Harntrakt, Nierenszintigraphie: Bestimmung der seitengetrennten Kreatininclearance. |
Für Kontraindikationen der Lebendspende siehe Tab. Kontraindikationen Lebendspende:
| Absolute Kontraindikationen |
| Alter unter 18 Jahre |
| Diabetes mellitus |
| Unkontrollierter arterieller Hypertonus |
| Proteinurie (>300 mg/24 h) |
| GFR unter 70 ml/min/1,75 m2 |
| Nephrolithiasis mit Rezidivrisiko [siehe Tabelle] |
| Erhöhtes Thrombembolierisiko |
| Signifikante internistischen Erkrankungen |
| BMI >35 kg/m2 |
| HIV-Infektion |
| Schwangerschaft |
| Tumorerkrankungen mit krankheitsfreiem Intervall <5–10 Jahre |
| Relative Kontraindikationen |
| Chronische Infektionen (Tbc, Hep B/C) |
| BMI >30 kg/m2 |
| Psychische Erkrankungen |
| Mikrohämaturie ohne sichtbare Nierenerkrankung |
Es wird immer die schwächere Niere für eine Lebendspende verwendet. Obligat ist eine negative Kreuzprobe (cross matching) zwischen Spender und Empfänger. Die HLA-Ähnlichkeit oder -Übereinstimmung ist nicht obligat, da HLA-inkompatible Transplantate eine akzeptable Langzeitfunktion von 56% nach 10 Jahren zeigen. Bezüglich der Blutgruppenantigene reicht für die Nierenspende eine Blutgruppenkompatibilität [siehe auch Tab. AB0-Kompatibilität]. Es existieren auch Protokolle für eine intensivierte Immunsuppression für AB0-inkompatible Nierentransplantationen.
Mortalität 0,03–0,06%, schwere Komplikationen 2–4%. Insgesamt bis zu 30% Komplikationen, am häufigsten Pneumonie, Harnwegsinfektion, Wundinfektion, Pneumothorax, Ileus, Hämatom, Narbenbruch, prolongierte Schmerzen, Thrombose und Embolie (Kasiske u.a., 1996).
Flankenschnitt, laparoskopischer oder retroperitoneoskopischer Zugang. Darstellung der Nierengefäße und Absetzen des Ureters unterhalb der Gefäßkreuzung. Absetzen der Gefäße nahe an den großen Gefäßen, Organentnahme und Perfusion mit kalter Lösung ex situ, wo auch die weitere Präparation erfolgt.
bei nachgewiesenem Hirntod durch zwei von der Transplantation unabhängige Ärzte kann eine Organentnahme erwogen werden. Weiterhin notwendig ist eine Einwilligung für die Organspende durch den Patienten (Organspendeausweis) oder Angehörige.
sind metastasierungsfähige Malignome, übertragbare Infektionen (Hepatitis, HIV, Tuberkulose, Sepsis, Risikoprofil für eine übertragbare Infektionen wie z. B. Drogenabusus). Das Kreatinin sollte unter 2 mg/dl liegen.
von Eurotransplant in Leiden (Niederlande) werden anhand der verfügbaren biochemischen Eigenschaften des Transplantates geeignete Empfänger in Mitteleuropa ausgewählt. Neben der Blutgruppeneigenschaften spielen die Antigene des HLA-Systems eine wichtige Rolle. Weiterhin werden die Wartezeit, das Alter und die Dringlichkeit berücksichtigt. Eurotransplant kooperiert mit anderen vergleichbaren Organisationen in Europa. Dies ermöglicht die optimale Verteilung der erhältlichen Organe anhand biochemischer Eigenschaften und verbessert das Transplantatüberleben trotz längerer Konservierungszeiten durch den Transport.
transperitoneale Nierenfreilegung. Darstellung der Aorta und V. cava vom Zwerchfell bis zur Bifurkation. Ligatur der A. mesenterica inf. und superior, A. iliaca communis bds. und V. cava in Höhe der Bifurkation. Einlage eines Perfusionskatheters in die Aorta und eines Ablaufkatheters in die V. cava. Nach Klemmung der Aorta und V. cava unterhalb des Zwerchfells erfolgt die Perfusion der Nieren mit 4 Grad kalter Perfusionslösung. Durchtrennung der Harnleiter unterhalb der Gefäßkreuzung und Präparation bis Nierenunterpol unter Schonung der periureteralen Gefäße. Durchtrennung von Aorta und V. cava oberhalb und unterhalb der Nierengefäße und Entnahme beider Nieren mit Nebennieren und Fettkapsel. Ex situ erfolgt unter Kühlung die Entfernung der Nierenfettkapsel und Präparation der Nierengefäße mit Aorten- und Cavawand (Manschette).
Retroperitonealer Zugang zu den Beckengefäßen über einen Pararektalschnitt. Schonender Umgang mit den Lymphgefäßen. Die linke Niere wird meist auf die rechte Gefäßachse und umgekehrt transplantiert. Zuerst erfolgt die Anastomose der Vene (End-zu-Seit), danach die Anastomose der Arterie (End-zu-Seit), meistens wird die A. und V. iliaca communis verwendet. Die Implantation des Ureters nach Einlage einer Harnleiterschiene erfolgt entweder transvesikal (Technik nach Leadbetter-Politano) oder extravesikal (eine Art Lich-Gregoir nach Anastomose des Ureters mit der Harnblasenschleimhaut). Es werden auch refluxive Anastomosentechniken verwendet.
Prinzipiell werden zur Immmunsuppression nach Nierentransplantation folgende Substanzgruppen eingesetzt:
die immunsuppressive Therapie wird traditionell in 3 Phasen eingeteilt:
schwächende AK z. B. Anti-CD25 (Daclizumab, Basiliximab) oder dezimierende AK wie polyklonaler AK (ATG) oder keine Proteininduktion.
ein Calcineurin-Inhibitor, ein Second-Line Immunsuppressivum (Azathioprin oder jetzt Mycophenolate mofetil) und Glukokortikoide.
gleiche Kombination bei niedrigeren Dosierungen. Abstoßungen werden mit hochdosierten Steroiden oder zerstörenden AK behandelt.
es existieren zahlreiche Modifikationen des traditionellen Protokolls: ohne Steroide, ohne Ciclosporin oder starke Induktionstherapie mit minimaler Immunsuppression im Verlauf.
1– und 10–Jahres Transplantatfunktionsrate bei nicht-verwandten Spendern (HLA-inkompatibel) beträgt 92 % und 56 %.
1– und 10–Jahres Transplantatfunktionsrate beträgt 87 % und 50 %.
| Dialyse | Inhalt | Nierensteine |
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Dr. med. Dirk Manski
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