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Zusammenfassende Literatur Phäochromozytom: (Lehnert u.a., 2002).
Seltener, potentiell maligner Tumor des Nebennierenmarks mit Produktion von Katecholaminen und Erzeugung einer arteriellen Hypertonie.
Ursächlich in weniger als 1 % der arteriellen Hypertonien. Inzidenz 0,2/100 000. Erkrankungsalter 30–50 LJ.
das Phäochromozytom entsteht aus den chromaffinen Zellen des Nebennierenmarks. 10–20 % der Phäochromozytome sind extraadrenal lokalisiert, z. B. in den paravertebralen Ganglien und in den Ganglien der abdominellen Organe. In 10–25 % ist ein bilateraler Nebennierentumor vorhanden.
Die Malignität wird anhand der Fähigkeit zur Metastasierung festgelegt, histologische Kriterien existieren nicht. Das sporadische Phäochromozytom ist in 10 % maligne, das familiäre in 25 %.
alle Patienten mit Phäochromozytom sollten auf folgende Entitäten untersucht werden, um weitere Karzinome frühzeitig zu entdecken.
Medulläres Schilddrüsenkarzinom + Phäochromozytom + primärer Hyperparathyreoidismus.
Medulläres Schilddrüsenkarzinom + Phäochromozytom + Ganglioneuromatose (Darm, Neurofibrome...) + marfanoider Habitus.
Autosomal dominant vererbtes Neoplasie-Syndrom (Phakomatose) durch eine Keimzellmutation des VHL-Tumorsuppressorgens.
Es entstehen benigne und maligne Tumoren des ZNS, der Nieren, Nebennieren, der Bauchspeicheldrüse und anderen Organen.
Inzidenz 1–2 % für ein Phäochromozytom.
Typischerweise anfallsartiges Beschwerdebild (15–90 min), Anfallsauslöser sind Bewegung, Massage, Miktion, Sex, Essen (Wein, Käse), Niesen, Husten, Schwangerschaft.
Der Anfall ist charakterisiert durch die folgenden Symptome:
Weitere mögliche Symptome: Gewichtsverlust, Schwäche, Schmerzen.
Leukozytose, Hyperglykämie, Glukosurie, Hyperlipidämie.
Nachweis der erhöhten Vanillinmandelsäure (>6,5 mg/24 h), Gesamt-Metanephrine (>1,3 mg/24 h) und erhöhten Konzentrationen der Katecholamine. Die Bestimmung der Metanephrine ist die Untersuchung mit der höchsten Sensitivität. Der 24 h-Sammelurin muss mit Beginn der Sammlung angesäuert werden (spezielles Gefäß wird meist vom Labor gestellt). Siehe Flussdiagramm Diagnose und Therapie von adrenalen Inzidentalomen zur Differentialdiagnose.
bei T1-gewichteten Bildern Hypointensität, bei T2-gewichteten Bildern Hyperintensität (light bulb-Zeichen).
mit 123Jod oder 131Jod markiertem Metaiodobenzylguanidine (MIBG) können ektope (extraadrenale) Phäochromozytome oder Metastasen identifiziert werden.
bei biochemischem Anhalt für ein Phäochromozytom und fehlender Lokalisation durch o.g. Bildgebung kann die FDG-Positronenemisionstomographie bei der Lokalisation hilfreich sein.
Alpha-Blocker Phenoxybenzamine 10 mg 1–0–1. Die Dosierung wird langsam um 20 mg/d gesteigert, bis die Hypertension unter Kontrolle ist. 40 bis 100 mg/d sind i. d. R. ausreichend.
Ein Beta-Blocker (z. B. Propranolol) darf nur nach vorheriger Alpha-Blockade gegeben werden und ist eigentlich nur bei Arrhythmien und fehlender Blutdruckkontrolle indiziert. Dosierung von Propranolol 20–40 mg 1–1–1.
Transabdomineller Zugang für die Adrenalektomie bei großen Tumoren, sonst großzügiger lumbaler Zugang (ggf. mit Resektion der 11. Rippe). Auch die laparoskopische Operationstechnik wurde erfolgreich angewendet, ist aber nicht Standard. Wichtig ist die zirkuläre Präparation des Tumors ohne große Manipulation (Non-Touch-Technik), da eine hypertensive Krise auslöst werden kann.
die Blutdruckkontrolle ist wie o.g. möglich. Eine Resektion des Primärtumors und der Metastasen sollte, falls möglich, angestrebt werden.
Weitere therapeutische Optionen sind die Gabe von Jod-131-MIBG (in therapeutischer Dosierung) und eine Chemotherapie (z. B. Cyclophosphamid, Vincristin und Dacarbazin).
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Dr. med. Dirk Manski
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