Zusammenfassende Literatur Phimose: (Riedmiller u.a., 2001).
Angeborene oder erworbene Enge des Präputiums, welche eine Reposition erschwert (relative Phimose) oder verhindert (absolute Phimose).
Von der Phimose muss die Vorhautverklebung abgegrenzt werden, welche im Säuglings- und Kindesalter normal ist.
Die Prävalenz der Vorhautverklebung zwischen innerem und äußerem Blatt des Präputiums ist abhängig vom Lebensalter: 58 % nach dem 1. LJ, 10–35 % nach dem 3. LJ.
Die Prävalenz der echten Phimose (narbige Enge) liegt bei 8 % der 6-jährigen und 1 % bei 16-jährigen.
die Vorhaut bildet sich durch eine Epidermismanschette, welche ausgehend vom Meatus nach proximal einwächst. Initial ist das innere Blatt mit dem äußeren Blatt verwachsen, mit zunehmenden Lebensalter lösen sich die Blätter voneinander (50 % nach dem 1. LJ, 90 % nach dem 3. LJ).
durch rezidivierende Entzündungen (Balanitis) entsteht eine narbige Enge.
häufige Komplikationen sind Harnwegsinfekte, eine Paraphimose oder rezidivierende Balanitiden.
Die Übertragbarkeit von Geschlechtskrankheiten ist bei unbeschnittenen Männern höher.
Die Phimose ist ein Risikofaktor für ein Peniskarzinom. Bei einem guten hygienischen Standard ist das Peniskarzinom jedoch sehr selten. Das Risiko für ein Zervixkarzinom ist bei Frauen mit unbeschnittenen Männern erhöht (siehe Kapitel Peniskarzinom).
Fehlende Retrahierbarkeit, schlechte Hygiene, Paraphimose, Balanitis.
komplette (radikale) oder plastische Zirkumzision (Technik und Komplikationen siehe Kapitel Operationstechniken/Zirkumzision). Kontraindikationen für die Zirkumzision sind eine akute Balanitis oder eine Hypospadie, welche noch operativ versorgt werden muss.
durch spezielle Klemmen wird die Vorhaut unter Lokalanästhesie gefasst und abgeklemmt. Verschiedene Techniken: Gomco-Klemme, Mogen-Klemme oder Plastibell-Technik (Technik und Komplikationen siehe Kapitel Operationstechniken/Zirkumzision).
lokale Kortisonsalbentherapie über 6–8 Wochen. Verwendet werden moderat-potente oder hoch-potente Steroide: z. B. Betamethason 0,06 %.
Die Kortisonsalbe wird zweimal täglich über 6 Wochen appliziert, bei unzureichender Aufweitung wird die Therapie über weitere 6 Wochen fortgeführt. Die Erfolgsraten der konservativen Therapie (Vermeidung der Zirkumzision) liegen bei 75–90 %.
Kontraindikationen für die konservative Therapie sind rezidivierende Harnwegsinfekte und eine obstruktive Miktion durch die Phimose.
Es besteht eine Uneinigkeit bezüglich der prophylaktischen neonatalen Zirkumzision, insbesondere wenn die religiöse Zugehörigkeit die Zirkumzision nicht vorschreibt. Die prophylaktische Zirkumzision wird in den USA sehr häufig durchgeführt.
Da die Krankheiten, welche durch die prophylaktische Zirkumzision vermindert werden, sehr selten sind, sollte die Beratung eher zurückhaltend gegenüber der prophylaktischen Zirkumzision ausfallen.
Vermeidung des invasiven Peniskarzinoms, Reduzierung der Harnwegsinfekte, Vermeidung der narbigen Phimose und Operationsnotwendigkeit in der phallischen Phase, Senkung der Übertragung von Geschlechtskrankheiten, Schutz der zukünftigen Sexualpartnerin vor einem Zervixkarzinom.
schmerzhafter Eingriff mit seltenen aber potentiell schwerwiegenden Komplikationen. Die Inzidenz des Peniskarzinoms ist bei ausreichender Hygiene äußerst gering. Die Zirkumzision stellt keinen zuverlässigen Schutz gegen Geschlechtskrankheiten dar. Sehr viele Zirkumzisionen werden umsonst durchgeführt, da die o.g. Krankheiten sehr selten sind.
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Dr. med. Dirk Manski
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