Zusammenfassende Literatur Priapismus: (Melman und Serels, 2000).
Blutbild, Differential-BB und Bestimmung von Hämoglobin S zum Ausschluss der Sichelzellenanämie oder Leukämie. Evtl. Drogenscreening.
zur Differenzierung des high- oder low-flow-Priapismus anhand der Sauerstoffkonzentration und Azidose. Arterielle Blutgaswerte bei high-flow-Priapismus (pO2 >60 mmHg, keine Azidose). Venöse oder stärker ischämische Werte bei low-flow-Priapismus (pO2 <50 mmHg, Azidose).
Ischämischer Priapismus (low flow): geringer arterieller Fluss.
Nicht-ischämisch (high flow): unregelmäßiger hoher Fluss in der Gegend der Verletzung, hoher venöser Abfluss.
Aspiration von Blut und Durchführung einer BGA zur Differentialdiagnose (s. o.). Die weitere Aspiration von Blut ermöglicht die Injektion von Medikamenten.
intrakavernöse fraktionierte Injektion von Alpha-Agonisten, z. B. hochverdünntes Adrenalin oder Noradrenalin unter Kontrolle des art. Blutdrucks. Wiederholung nach 15 min, falls keine Hypertonie vorliegt. Weitere Wiederholungen werden am kontralateralen Schwellkörper durchgeführt. Bei inkompletter Detumeszenz Anlage einer Kinderblutdruckmanschette um den Penis und Kompression auf suprasystolische Werte alle 10 min. Kühlung.
Gabe von Sauerstoff, aggressive Hyperhydratation und metabolische Alkalisierung zur weiteren Vermeidung von Erythrozytensludges.
Durchführung eines spongiokavernösen Shunts bei Versagen der konservativen Therapie.
Punktion des Corpus cavernosum (beidseitig) mit dicker (Biopsie)-Nadel durch die Glans, Aspiration des alten Blutes und Spülung (Winter, 1976).
analog zum Wintershunt wird mit einem Stichskalpell das Corpus cavernosum beidseits durch die Glans eröffnet, danach die Glans mit dünner Naht verschlossen (Ebbehoj, 1974).
transversale Glansinzision distal des Sulcus coronarius. Darstellung der Corpora cavernosa und zirkuläre Inzision der Tunica albuginea. Der Verschluss der Glansinzision erfolgt mit dünner monofilen Naht (Ercole u.a., 1981).
Ultima ratio bei therapierefraktärer Erektion nach distaler Operation. Bulbäre Freilegung des Corpus spongiosum und Corpus cavernosum, beidseitige Seit-zu-Seit-Anastomose nach ovaler Exzision der Tunica albuginea der beiden Corpora.
Eispackungen führen selten zur spontanen Thrombosierung der rupturierten Arterie. In der Regel ist die selektive Embolisation der A. pudenda interna notwendig.
Bei insuffizienter Embolisation ist die chirurgische Unterbindung der Arterie notwendig, Identifizierung mit Hilfe des intraoperativen Doppler-US.
Eine Impotenz entsteht in bis zu 50–90 % bei notwendiger operativer Therapie.
Selten entwickelt sich ein Syndrom aus immer wiederkehrenden low-flow Priapismen, welches durch endotheliale Veränderungen erklärt wird.
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Dr. med. Dirk Manski
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