Prolaktin: Differentialdiagnose Hyperprolaktinämie
Normwerte von Prolaktin
- Normalwert: 2–25 ng/ml
- Zwischen 25–200 ng/ml besteht eine diagnostische Unsicherheit ob der Ursache der Hyperprolaktinämie, ab > 200 ng/ml ist ein Prolaktinom wahrscheinlich.
Funktion von Prolaktin
Chemie von Prolaktin
Polypeptidhormon aus 199 Aminosäuren, welches im Vorderlappen der Hypophyse gebildet und freigesetzt wird.
Auslöser für die Prolaktin-Ausschüttung
- Schwangerschaft, Saugreiz an der Brustwarze
- es existieren Hinweise für die Existenz eines Prolakin releasing hormone (PRH)
- Sekretionsfördernd wirken TRH, Oxytocin, Angiotensin II, Serotonin, Endorphin und Adrenalin
Hemmer der Prolaktin-Ausschüttung
- Dopamin, auch Prolaktin-Inhibiting Hormone (PIH) genannt
- Weitere hemmende Einflüsse: GHRH, Endothelin-1, erhöhte Plasmaosmolarität (Verhinderung der Dehydratation der Mutter durch das Stillen).
Funktion von Prolaktin
- Wachstum von Brustgewebe während der Schwangerschaft und Laktation (Milchproduktion)
Hemmung des Follikelsprungs (während der Stillzeit)
- Auslösung des Brutpflegeverhaltens
- Hemmung der GnRH-Sekretion
- Prolaktinom
- Mangel an Prolaktin-inhibitorischem Faktor (PIF) = Dopamin: Schädigung des Hypothalamus, Hypophysentumoren
- Medikamente: Metoclopramid, östrogenhaltige Präparate, Antidepressiva, Neuroleptika
- Funktionelle Hyperprolaktinämie: meist nur moderat erhöhte Prolaktinkonzentrationen durch Stress, Schwangerschaft und Stillzeit, schwere Niereninsuffizienz oder primärer Hypothyreose (siehe Graubereich).
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Literatur Prolaktin