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Zusammenfassende Literatur: (Aus u.a., 2005) (Heidenreich et al., 2008)
die radikale Prostatektomie ist Mittel der Wahl, alternativ können kurative Bestrahlungstechniken zur Anwendung kommen. Insbesondere bei schlecht differenzierten Tumoren ist die radikale Prostatektomie von Vorteil. Je älter der Patient und je besser differenziert der Tumor, desto eher ist die kurative Bestrahlung sinnvoll. Die aktive Überwachung ist eine Option bei gut differenzierten Prostatakarzinomen und konstantem PSA-Wert, bei Progress ist eine Therapie notwendig.
die kurative Strahlentherapie ist Mittel der Wahl bei schlecht differenzierten Tumoren, bei hochdifferenzierten Tumoren mit konstantem PSA-Wert aktive Überwachung.
radikale Prostatektomie, bei R1–Resektion adjuvante Strahlentherapie, bei N1 adjuvante Hormontherapie. Alternativ bietet die kurative Strahlentherapie mit adjuvanter Hormontherapie vergleichbare Resultate.
kurative Strahlentherapie mit adjuvanter Hormontherapie, insbesondere bei schlecht differenzierten Tumoren. Alternativ bei hochdifferenzierten Tumoren mit konstantem PSA-Wert aktive Überwachung. Alternativ zur Strahlentherapie alleinige Hormontherapie.
bei Beschwerden antiandrogene Therapie, sonst keine Therapienotwendigkeit.
Mittel der Wahl ist die antiandrogene Therapie. Eine Chemotherapie ist bei schnellem Tumorprogress und jungen Patienten zu erwägen. Ansonsten steht die Palliation von Beschwerden im Vordergrund der Bemühungen (Schmerztherapie, Biphosphonate, Bestrahlung, Bluttransfusionen...)
eine aktive Überwachung kommt in Frage, wenn ein kleiner, gut differenzierter Tumor vorliegt und der Patient einen Aufschub einer nebenwirkungsreichen kurativen Therapie wünscht. Bei Fortschreiten der Erkrankung wird eine lokale Therapie eingeleitet. Als Therapiealternativen stehen kurative Therapieverfahren (RRP, EBRT, ...) zur Verfügung.
Für einen klinisch signifikanten und therapiepflichtigen Tumor wurden mehrere Risikostratifizierungen und Überwachungsprotokolle publiziert. Die klinischen Kontrollen beinhalten je nach Protokoll und Alter des Patienten rektale Untersuchung und PSA-Bestimmung in (halb)-jährlichen Abständen. Zur Absicherung oder bei Anhalt für Progress werden ggf. Stanzbiopsien in mehrjährigen Abständen veranlasst. Die folgende Empfehlung wird in der PRIAS- und HAROW-Studie angewendet:
klinisches Stadium T1 oder T2, PSA < 10 ng/ml, PSA-Dichte < 0,2 ng/ml, Prostatastanzbiopsie mit maximal 2 tumortragenden Stanzzylindern und Gleason-Summe < 7. Es sollten mindestens 8 Stanzzylinder vorliegen, bei einem Prostatavolumen über 40 ml 10 bis 12 Stanzzylinder.
zunächst vierteljährliche, nach zwei Jahren dann halbjährliche Kontrollen mit PSA-Bestimmung. Halbjährliche DRU. Keine Re-Biopsie bei einer PSA-Verdoppelungszeit (PSADT) über 10 Jahren. Bei einer PSADT zwischen 3–10 Jahren wird eine Re-Biopsie nach 1, 4, 7 und 10 Jahren empfohlen.
die aktive Überwachung wird beim Vorliegen einer der folgenden Risikofaktoren beendet und eine kurative Therapie (RRP, EBRT,...) empfohlen: PSADT unter 3 Jahre, zunehmender Tastbefund (T3), mehr als 2 tumortragende Stanzzylinder bei der Re-Biopsie oder Gleason-Summe > 6.
in einer aktuellen Serie mit 299 Patienten (Nachbeobachtung 6 Jahre) wurden 34 % der Patienten einer lokalen Therapie zugeleitet. Das Gesamtüberleben nach 8 Jahren betrug 85 %, die krankheitsspezifische Überleben lag bei 99 % (Zhang et al., 2006).
die aktive Überwachung wurde ausgehend von den guten Ergebnissen der konservativen Therapie entwickelt. Im Gegensatz zur aktiven Überwachung begann die (Hormon-)Therapie bei der konservativen Therapie bei einem klinischen Progress durch Metastasen. Bei jungen Patienten ist es wichtig, rechtzeitig bei einem klinischen Progress eine kurative Therapie zu beginnen. Die alleinige antiandrogene Therapie führt nach 15 Jahren zu einer deutlichen PCA-spezifischen Mortalität, bei schlecht differenzierten Tumoren auch schon früher. Zu retrospektiven Ergebnissen der konservativen Therapie siehe Tab. 2.4.
| Gleason- Summe | Überleben (%) | Mortalität, Andere Ursachen (%) |
Mortalität, durch PCA (%) |
| 2–4 | 69–38 | 27–56 | 4–6 |
| 5 | 67–36 | 27–55 | 6–10 |
| 6 | 57–25 | 25–48 | 18–27 |
| 7 | 15–11 | 15–36 | 70–53 |
| 8–10 | 3 | 10–25 | 87–72 |
| Prostatakarzinom (4/10) | Inhalt | Prostatakarzinom (6/10) |
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