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Zusammenfassende Literatur: (Aus u.a., 2005) (Heidenreich et al., 2008)
Zusammenfassende Literatur: (Akduman und Crawford, 2003).
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zur Auswahl für die antiandrogene Therapie stehen neben der Orchiektomie zum einen nicht-steroidale Androgenrezeptorantagonisten (Flutamid, Bicalutamid), LHRH-Analoga (Buserelin, Goserelin, Histrelin, Leuprorelin, Triptorelin) oder LHRH-Antagonisten (Abarelix, Degarelix) zur Verfügung. Die einzelnen Möglichkeiten der Hormontherapie werden in Abhängigkeit des Krankheitsprogress und Ansprechen sequenziell oder kombiniert angewendet [Abb. Hormontherapie]. Über die durchschnittlichen Ansprechzeiten der einzelnen Hormontherapieschritte informiert Tab. Ansprechraten der Hormontherapie. Siche auch Kapitel Antiandrogene Therapie].
| Hormontherapie | Mittlere Ansprechrate | Mittlere Ansprechdauer |
| Ersttherapie: Orchiektomie, LHRH-Analoga oder Androgenblockade | 100 % | 36–48 Mo |
| Zweittherapie: maximale Androgenblockade | 60–80 % | 6–8 Mo |
| Dritttherapie: hoch dosiertes Bicalutamid | 25–40 % | 5–6 Mo |
| Progress: Antiandrogen-Entzug | 30–40 % | 5–6 Mo |
| Progress: Ketoconazol, Steroide oder DES | 40–60 % | 6–15 Mo |
| Progress: Chemotherapie | 50–70 % | 12–29 Mo |
die S3-Leitlinie für das Prostatakarzinom empfielt die Hormontherapie bei einer PSA-Verdopplungszeit < 3 Monate, symptomatischer lokaler Progression und bei nachgewiesener Fernmetastasierung [S3-Leitlinie Prostatakarzinom 2009]. Ob eine antiandrogene Therapie bei symptomlosen Metastasen das Überleben verlängert, ist umstritten (s. u.). Weitere (umstrittene und ungesicherte) Indikationen zur antiandrogenen Therapie: adjuvante Therapie nach kurativer Therapie eines fortgeschrittenen Prostatakarzinom (Studien s. o. unter RRP und EBRT).
obwohl die meisten Patienten beim Vorliegen von Metastasen oder fortgeschrittenen Tumorstadien eine Hormontherapie auch ohne Symptome erhalten, ist diese Praxis durch randomisierte Studien schlecht belegt. Der Überlebensgewinn der sofortigen Hormontherapie im Vergleich zur Hormontherapie bei symptomatischen Metastasen ist im Langzeitverlauf gering bis mäßig (Loblaw u.a., 2004). Für die häufige Praxis, bei einem PSA-Progress nach kurativer Therapie mit einer Hormontherapie zu beginnen, gibt es keine Belege für eine Verlängerung des Überlebens. Die mittlere Überlebensdauer bei biochemischem Progress nach RRP beträgt 13 Jahre (Pound u.a., 1999), dies sollte bei Beginn der antiandrogenen Therapie bedacht werden. Die schwerwiegenden Nebenwirkungen der antiandrogenen Therapie wie Osteoporose und Anämie sind zeitabhängig.
77 % überleben weniger als 5 Jahre, 16 % überleben 5–10 Jahre und 7 % leben länger als 10 Jahre (n=1286 mit primär metastasiertem Prostatakarzinom, Nachbeobachtung 10 Jahre). Prädiktoren für ein Langzeitüberleben bei einem Prostatakarzinom mit Metastasen sind: minimaler Krankheitsnachweis, niedriges PSA, niedrige Gleason-Summe, guter Allgemeinzustand, keine Knochenschmerzen, gutes PSA-Ansprechen nach antiandrogener Therapie und eine lange PSA-Verdoppelungszeit.
Für die Vorhersage der Überlebensdauer existieren mehrere Nomogramme: (Halabi u.a., 2003) (Smaletz u.a., 2002).
zu den allgemeinen Nebenwirkungen der antiandrogenen Therapie und den Nebenwirkungsprofilen der einzelnen Präparate siehe Kapitel Antiandrogene Therapie.
im Vergleich zur Orchiektomie sind die LHRH-Analoga onkologisch gleichwertig, die Androgenrezeptorantagonisten nur gering unterlegen. Das Nebenwirkungsprofil der Androgenrezeptorantagonisten ist günstiger. Das Ausmaß des PSA-Abfalls nach Beginn der Therapie korreliert mit der Prognose.
Ziel der intermittierenden Hormontherapie des Prostatakarzinoms ist die Senkung der Nebenwirkungsrate durch Minimierung der Zeit unter Hormontherapie. Die Hormontherapie wird in Abhängigkeit der Ausgangs-PSA-Konzentration bis zu einem bestimmten PSA-Nadir durchgeführt, dann erfolgt eine Therapiepause bis zu einem bestimmten PSA-Progress, welcher wieder die Indikation zu einem weiteren Zyklus Hormontherapie festlegt [Abb. 2.4] (Pether and Goldenberg, 2004). In randomisierten Studien konnte inzwischen die Gleichwertigkeit der intermittierenden gegenüber der kontinuierlichen Hormontherapie belegt werden. Die Hormonkonzentrationen (Testosteron, DHT) erreichen nach zwei Zyklen Hormontherapie in 14–16 Wochen wieder die Normalwerte.
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die Kastration oder die Gabe von LHRH-Agonisten führt zu einer Absenkung des Testosterons auf das sogenannte Kastrationsniveau (unter 0,5 ng/ml Testosteron), die Produktion der Androgene in der Nebenniere bleibt jedoch erhalten. Durch den Zusatz von Androgenrezeptorantagonisten kann eine zusätzliche antiandrogene Wirkung erreicht werden. Verwendet werden v. a. nicht-steroidale Androgenrezeptorantagonisten (Flutamid oder Bicalutamid). Der klinische Nutzen ist bei höherer Nebenwirkungsrate abhängig von der Tumorlast: je höher die Tumorlast, desto deutlicher die onkologischen Vorteile der maximalen Androgenblockade.
bisher gibt es keine gesicherten erfolgreichen Therapiekonzepte, Chemotherapeutika alleine oder in Kombination mit einer Hormontherapie bei einem hormonsensiblen Prostatakarzinom einzusetzen.
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Dr. med. Dirk Manski
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