Zusammenfassende Literatur: (Burbige u.a., 1987) (Greskovich und Nyberg, 1988).
Syndrom aus der Trias Bauchmuskelhypoplasie, hypotone und dilatierte ableitende Harnwege und bilateraler Kryptorchismus.
Synonyme: Triad-Syndrom, Eagle-Barret-Syndrom.
1 pro 40 000 Geburten. 95 % Jungen. Bei Mädchen i. d. R. ohne Defekte der ableitenden Harnwege.
Eine Entwicklungsstörung der lateralen und intermediären Mesodermplatte erklärt sowohl die Fehlbildung der harnableitenden Organe wie auch den Bauchwanddefekt. Die gestörte Mesodermentwicklung stört auch die Entwicklung des mesonephritischen (Wolff’schen) und paramesonephritischen (Müller’schen) Ganges.
Die subvesikale Obstruktion wird durch eine Entwicklungsstörung der Prostata und Samenwege erklärt, welche sich aus dem Mesoderm entwickeln. Ausgehend von einer subvesikalen Obstruktion entsteht eine Dilation der Harnblase und Harnleiter. Ein zusätzlicher Mechanismus für die Dilatation der Harnwege kann eine Entwicklungsstörung des Mesoderms sein.
Hydronephrose beidseits, unregelmäßig Nierendysplasie.
massive Dilatation der Ureteren mit Gartenschlauchphänomen und sekundären Stenosen. Verringerte glatte Muskelzellen in der Ureterwand führen zu einer gestörten oder fehlenden Peristaltik.
lateralisierte Ostien, in 85 % mit vesikoureteralem Reflux. Elongierte vergrößerte Harnblase, oft mit offenem Urachusdivertikel. Verminderte glatte Muskulatur in der Harnblasenwand mit Ersatz durch Bindegewebe. Erweiterter Harnblasenhals und starke Dilatation und Elongation der prostatischen Harnröhre. Relative Enge der membranösen Harnröhre. Prostatahypoplasie. Manchmal auch Dilatation der penilen Harnröhre.
beidseitiger Kryptorchismus, meistens Bauchhoden.
Hypoplasie bis Aplasie der Muskulatur im unteren und medialen Anteil der vorderen Bauchwand.
Herz (10 %), Lunge (50 %), Darm (30 %), Skelettsystem (50 %).
Oligohydramnion, schwere Nierendysplasie, schwere Lungenfehlbildungen; Überleben nur wenige Tage möglich. Tod an Lungeninsuffizienz, Niereninsuffizienz oder Urosepsis.
klinisches Vollbild des Prune-belly-Syndroms, eine spontane Miktion ist möglich. Die Patienten benötigen eine operative Behandlung in einem pädiatrisch-urologischen Zentrum.
nur milde Symptome, initial oft keine Operation notwendig. Später Kryptorchismustherapie notwendig.
Kreatinin, Elektrolyte, Entzündungsparameter.
Hydronephrose? Nierenparenchymdicke? Urachusdivertikel? Restharn?
bei erhöhten Kreatininwerten und Restharn ist die Anlage einer suprapubischen Fistel und ein MCU notwendig (subvesikale Obstruktion? VUR? Besserung der Kreatininwerte nach Ableitung?)
mit Abflussstudien (DMSA- oder MAG3-Nierenszintigraphie).
im Rahmen von operativen proximalen Harnableitungen kann bei persistierend erhöhten Kreatininwerten eine Nierenbiopsie entnommen werden, um die Nierenrestfunktion zu beurteilen.
prophylaktische Circumcision, regelmäßige Urinkultur und testgerechte Antibiose bei Harnwegsinfektion. Bei VUR wird eine prophylaktische Antibiose bis zur Korrektur verordnet. Die meisten Kinder der Kategorie III können konservativ behandelt werden.
bei den meisten Kindern der Kategorie II ist eine operative Therapie notwendig. Außer der kutanen Vesikostomie oder Pyelostomie werden alle korrigierenden Operationen möglichst nach Abschluss der Nierenentwicklung durchgeführt, welche 6 Monate postnatal fortschreitet. Entscheidend für eine ungestörte Nierenentwicklung ist ein druckfreier Harnabfluss.
fragliche Indikation aufgrund des unsicheren klinischen Erfolgs mit Gefährdung des Fetus und der Mutter.
in den ersten Lebenstagen und Wochen bei progressiver Niereninsuffizienz. Die Alternative ist ein suprapubischer DK.
Bei fehlender Verbesserung der Nierenfunktion nach Vesikostomie wird eine kutane Pyelostomie bei Ureterobstruktion angelegt.
Uretermodellierung und Ureterozystoneostomie bei VUR und rez. Infekten.
Urachusdivertikelexzision oder Harnblasenteilresektion zur Reduktion der Harnblasenkapazität.
am besten zusammen mit oben erwähnten Eingriffen. Je früher durchgeführt, desto seltener ist ein Fowler-Stephans-Manöver zur Mobilisation des Hodens notwendig.
Technik nach Randolph, Ehrlich, Monfort oder extraperitoneale Technik.
Ein postnatales Kreatininnadir von über 0,7 mg/dl ist prognostisch für ein zukünftiges Nierenversagen.
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Dr. med. Dirk Manski
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