Jedes InfusionsUrogramm beginnt mit einem Röntgen-Abdomen (Abdomen-Übersicht, Leeraufnahme). Weiterhin ist das Röntgen-Abdomen indiziert im Rahmen des akuten Abdomens, zur Verlaufskontrolle bei Nephrolithiasis [Abb. 1.2] oder zur Suche von Fremdkörpern.
Bei V. a. urologische Erkrankungen wird die Abdomen-Übersicht im anterior-posterioren Strahlengang angefertigt. Die Abdomen-Übersicht sollte kranial den 11. Brustwirbel abbilden, kaudal sollte der Unterrand der Symphyse zu sehen sein. Bei großen Patienten sind 2 Aufnahmen notwendig.
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Abbildung 1.2: Röntgen-Abdomen: neben der einliegenden DJ-Harnleiterschiene ist auf der rechten Seite eine kalkdichte Struktur in Projektion auf den Nierenoberpol zu erkennen (oberer Nierenkelchstein). Mit freundlicher Genehmigung, Dr. R. Gumpinger, Kempten. |
Der Nierenschatten kann bei guten Untersuchungsbedingungen in Form und Größe gut erfaßt werden. Die Länge beträgt normalerweise 11–12 cm, die Breite 5 cm. Der Oberpol der linken Niere liegt an der Oberkante von BWK 12, der Unterpol in der Mitte von LWK 3. Die rechte Niere liegt etwa 1,5 cm tiefer.
Abweichungen der typischen Nierenform können Nierenzysten, Niereninfarkte, Nierentumoren, Abszesse oder angeborene Fehlbildungen hervorgerufen.
Verkalkungen in Projektion auf die Harnwege können nicht nur durch Harnsteine verursacht werden, Lymphknotenverkalkungen oder Phlebolithen sind häufige Verursacher.
Orientierende Betrachtung der Wirbelsäule, Rippen und Beckenknochen hinsichtlich der Form, Spongiosastruktur, Achsabweichung und degenerativer Veränderungen. Der Psoasschatten sollte sich seitensymetrisch darstellen. Beurteilung der Darmgasverteilung.
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Dr. med. Dirk Manski
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