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Zusammenfassende Literatur Syphilis (Lues): (Golden u.a., 2003) (Parkes u.a., 2004) (Schneede u.a., 2003) (Zeltser und Kurban, 2004).
Chronische, in Stadien verlaufende, Geschlechtskrankheit ausgelöst durch Treponema pallidum. Als Frühsyphilis werden die Krankheitsphasen der ersten zwei Jahre zusammengefasst, i.d.R. Primäraffekt, sekundäre Syphilis und Frühlatenz (s.u.). Als Spätsyphilis werden die Krankheitsphasen zwei Jahre nach Erstinfektion zusammengefasst, also Spätlatenz und folgende Krankheitsphasen (s.u.).
Sinkende Häufigkeit, die Inzidenz ist in den letzten Jahrzehnten von 20/100 000 auf 3/100 000 für die primäre und sekundäre Syphilis gefallen. Risikogruppen für Syphilis sind junge sexuell aktive Menschen mit häufigem Partnerwechsel, fehlende Zirkumzision, fehlender Gebrauch von Kondomen, Homosexuelle, Männer sind häufiger betroffen als Frauen, niedriger sozialer Status.
Treponema pallidum, Spirochät, bisher kulturell nicht anzüchtbar.
15 μm langes spiralförmiges Bakterium, sichtbar in der Dunkelfeldmikroskopie [Abb. Treponema pallidum] . Beweglich durch Schraubenbewegungen.
Die Syphilis wird durch direkten Schleimhautkontakt übertragen. Bei einem Geschlechtsverkehr mit einem infiziertem Partner beträgt das Risiko der Übertragung 30%. Auch durch weniger intensive Kontakte ist eine Übertragung möglich. Seltene Übertragungswege: im Mutterleib oder perinatal, durch Bluttransfusion.
Der Befall von Endothelzellen führt zu Endarteriitis obliterans und Periarteriitis mit plasmazellulärer Infiltration. Durch zelluläre Immunmechanismen entstehen im weiteren Krankheitsverlauf Granulome.
Der Primäraffekt entsteht an der Eintrittsstelle (genital oder oral) mit einer Inkubationszeit von 10–90 Tagen:
aus einer Papel entsteht ein singuläres Ulkus (Harter Schanker), oberflächlich bis tief, 5–15 mm, rund bis oval, scharf demarkiert, fest induriert, nicht schmerzhaft [Abb. 2.13]. Häufig besteht eine indolente inguinale Lymphadenopathie.
Die sekundäre Syphilis entsteht nach 6 Wochen bis mehreren Monaten nach untherapierter Primärsyphilis:
makulo-, papulo-, pustulo- oder squamöse Formen des Exanthems. Viele Krankheitsbilder der Dermatologie können imitiert werden.
schmerzlose, warzenartige nässende Erosionen im Genital- und Perianalbereich [Abb. 2.14].
Die latente Syphilis ist definiert durch einen serologischen Anhalt für eine Syphilis ohne klinische Zeichen der Infektion. Wenn die Erstinfektion innerhalb der letzten zwei Jahre vermutet wird, so wird von einer früh latenten Syphilis gesprochen. Liegt die Erstinfekton mehr als zwei Jahre zurück, wird eine spät latente Syphilis diagnostiziert.
Die tertiäre Syphilis entsteht nach Frühlatenz (0–2 Jahre) oder Spätlatenz (2–10 Jahre) mit Manifestation an verschiedenen Organsystemen:
Asymptomatische oder symptomatische Meningitis, Halbseitenlähmung, Epilepsie, progressive Paralyse (Hirnatrophie, Demenz, Psychosen), Tabes dorsalis (Gangataxie, Harnblasenstörungen). Die Neurosyphilis wird von manchen Autoren als eigenes Stadium (Lues IV) klassifiziert.
Granulome in Knochen, Haut und Schleimhäuten. Kutane Gumma können ulzerieren.
Abhängig von Stadium der Syphilis der Schwangeren oder dem Zeitpunkt der (Neu-)Infektion besteht ein Risiko der Infektion des Fetus mit Lues connata. Die Infektion des Fetus ist am dem 3. bis 4. Schwangerschaftsmonat möglich. In der Folge der Infektion besteht das Risiko einer Totgeburt, eines Aborts oder die Geburt des Kindes mit Lues connata. Die Wahrscheinlichkeit einer „vertikalen Transmission“ beträgt 80–90% bei der primären Syphilis, 40% in der Frühlatenz und 10% in der Spätlatenz.
Im Säuglingsalter manifestiert sich die Lues connata präcox mit Rhinitis syphilitica, interstitieller Hepatitis und der Parrot’schen Pseudoparalyse (Epiphysenlösung der Ulna). Weiterhin entstehen Häutläsionen 2–6 Wochen nach der Geburt: typisch sind periorale Infiltrate mit narbiger Abheilung (Parrot’sche Furchen).
Im Kindesalter manifestiert sich die Lues connata tarda mit einer Sattelnase, Parrot’schen Furchen und selten mit der Hutchinson’schen Trias (Keratitis parenchymatosa, Innenohrschwerhörigkeit, tonnenförmige Veränderungen der Schneidezähne).
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Dr. med. Dirk Manski
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