Zusammenfassende Literatur Tuberöse Sklerose: (Lendvay und Marshall, 2003)
Autosomal dominant vererbte oder sporadische Phakomatose mit Hamartomen des Gehirns, der Haut, der Nieren und anderen Organsystemen (Bourneville-Pringle-Syndrom). Ursächlich liegt eine Mutation im TSC1 oder TSC2-Gen vor.
Sammelbegriff für klinische Syndrome mit ektodermalen Tumoren und Fehlbildungen: tuberöse Hirnsklerose, von-Hippel-Lindau-Syndrom, Sturge-Weber-Krabbe-Syndrom, Morbus Recklinghausen.
In 25 % autosomal dominant vererbt, in 50–80 % sporadisches Auftreten.
Identifizierte mutierte Gene: TSC1 (Chromosom 9) und TSC2 (Chromosom 16). Es liegt in der Regel nur ein mutiertes Gen vor.
kodiert für Hamartin, welches die Zelladhäsion im Zusammenspiel mit Aktin-Filamenten reguliert.
kodiert für Tuberin, einem Protein für den zytoplasmatischen Vesikeltransport.
TSCTuberöse Sklerose Gene, TSC1 kodiert für Hamartin, TSC 2 für Tuberin.
Hamartin wie auch Tuberin wird die Funktion eines Tumorsuppressorgens zugeschrieben.
Fehlbildungstumoren (Hamartome) am Kortex und in periventrikulärer Lokalisation. Subependymale Riesenzell-Astrozytome. Tuber corticale (Dysplasie, im MRT sichtbar).
Nierenzysten mit eosinophiler hyperplastischer Epithelauskleidung, welche zum Nierenzellkarzinom entarten können.
Angiomyolipome mit Wachstumstendenz und Neigung zu spontanen Rupturen mit lebensbedrohlichen Blutungen.
der Niere, Angiofibrome der Haut und anderen Organen.
Die Manifestation in unterschiedlichen Organsystemen ist individuell unterschiedlich ausgeprägt.
Oligophrenie, Epilepsie, Verhaltensauffälligkeiten, obstruktiver Hydrozephalus.
Flankenschmerzen oder tastbarer Tumor. Selten Niereninsuffizienz bei ausgeprägter zystischer Manifestation.
Retroperitoneale Blutung bei Ruptur von Angiomyolipomen (Wunderlich-Syndrom).
Adenoma sebaceum (Angiofibrome der Haut, wie ein vesikopapuläres Exanthem oder Acne im Gesicht), Hypopigmentierungen der Haut (1–3 cm groß, multiple), Bindegewebsnävi. Weiterhin periunguale Fibrome.
Pneumonie (nach Epilepsie), Lymphangioleiomyomatose der Lunge (1–4 %) mit Ausbildung von dünnwandigen Zysten: Husten oder spontaner Pneumothorax, Rhabdomyom des Herzens (50 %) mit Arrhythmien oder Herzinsuffizienz, retinale Hamartome.
Die Diagnose der Erkrankung erfolgt klinisch, entweder liegen zwei Hauptsymptome vor oder 1 Hauptsymptom und 2 Nebensymptome (s. u.). Weiterhin ist der Nachweis der TSC1 oder TSC2 Mutation möglich.
renale Angiomyolipome, Angiofibrome im Gesicht, nicht-traumatische periunguale Fibrome, mehr als zwei hypomelanotische Maculae, Bindegewebsnävus, multiple retinale nodulare Hamartome, kortikale Tuber, subependymale Knoten, subependymale Astrozytome, kardiale Rhabdomyome, Lymphangioleiomyomatose.
multiple Nierenzysten, nichtrenale Hamartome, hamartomatöse rektale Polypen, Knochenzysten, gingivale Fibrome, Hautläsionen, multiple dentale Schmelzgruben.
Sonographie und CT-Abdomen, MRT-Hirn, Hautuntersuchung unter UV-Licht, Herz-Echo, Fundoskopie.
Regelmäßige Bildgebung der Nieren, die Nierenzellkarzinome können sich bei tuberöser Hirnsklerose in sehr jungen Jahren manifestieren.
Bei Angiomyolipomen über 4 cm Größe besteht die Gefahr der Ruptur mit starker Blutung, die selektive Embolisation oder organerhaltende Resektion ist Therapie der Wahl.
gegen die Epilepsie und Spastik.
Renale Komplikationen (Nierenzellkarzinom, rupturierte Angiomyolipome, Niereninsuffizienz) sind bestimmend für die Prognose.
Neurologische Komplikationen: Status epilepticus, Hirntumoren, Bronchopneumonie durch Schluckstörungen.
| Neuroblastom | Inhalt | Hippel-Lindau-Syndrom |
Sie haben nicht gefunden, was Sie suchen?
Mit nachstehender Google-Suchmaske können Sie diese Webseite (www.urologielehrbuch.de) durchsuchen, alternativ das Internet (Web).
Letzte Aktualisierung
Dr. med. Dirk Manski
manski@urologielehrbuch.de