Zusammenfassende Literatur Harnleiterstriktur: (Hafez und Wolf, 2003).
Durch gutartige oder maligne Erkrankungen ausgelöste Einengung des Ureters mit Ausbildung einer Harnstauungsniere.
Harnleitersteine, angeborene Erkrankungen, Infektionen (Tuberkulose, Bilharziose), idiopathisch, Ureterkarzinom.
Bestrahlungen. Intraoperative Verletzungen: URS, Rektumchirurgie, Hysterektomie, Gefäßoperationen.
Keine Beschwerden oder Flankenschmerzen, Fieber, Makrohämaturie,... je nach Grunderkrankung. Eine allmählich entstehende Striktur ist häufig symptomlos.
Sonographie, Urogramm, Nierenfunktionsszintigramm, CT-Abdomen oder MRT-Abdomen.
retrograde Pyelographie und Ureterorenoskopie zur Sicherung der Diagnose. Harnleiterbiopsien bei unklarer Ätiologie.
Die Harnleiterschienung ist das Mittel der Wahl zur akuten Therapie nach endoskopischer Diagnostik. Bei Erkrankungen mit Heilungspotential kann später auf eine Harnleiterschiene ohne weitere Therapie verzichtet werden (z. B. Infektionen).
retrograde (oder antegrade) Pyelographie und Einlage eines Führungsdrahtes, danach Einführung des Ballondilatators und Dilatation auf 4–6 mm Durchmesser. Einlage einer DJ-Harnleiterschiene für 2–4 Wochen.
Erfolgsrate 50–75 %. Vor allem geeignet für kurzstreckige Strikturen (unter 2 cm) und Strikturen nach Harnleitersteinlithotripsie.
retrograde (oder antegrade) Pyelographie und Einlage eines Führungsdrahtes. Einführung des URS bis zur Höhe der Striktur, Durchführung der Ureterotomie durch die Ureterwand bis ins Fettgewebe mit einem Messer (kalt = ohne Strom) oder Holmium-Laser.
Bei Strikturen in Höhe und unter der Gefäßkreuzung erfolgt die Ureterotomie anteromedial, oberhalb der Gefäßkreuzung lateroposterior. Nach der Ureterotomie wird eine möglichst dicke DJ-Harnleiterschiene für 8–10 Wochen eingelegt.
Die Erfolgsrate ist etwas höher als für die Ballondilatation, insbesondere bei Strikturen nach Harnleiteranastomosen. Die Länge der Striktur ist der entscheidende prognostische Faktor.
einfache Operation für die Therapie von kurzstreckigen (unter 3 cm) Ureterstrikturen des mittleren und proximalen Drittels [siehe Kapitel Ureteroureterostomie].
geeignet für die Korrektur von distalen Harnleiterstrikturen, maximal 4–5 cm Harnleiter können entfernt werden [siehe Kapitel Ureterozystoneostomie].
Mit Hilfe der Psoas-Hitch-Technik kann 6–10 cm Harnleiter überbrückt und damit entfernt werden, mit der Boari-Flap-Technik kann je nach Harnblasenkapazität 12–15 cm überbrückt werden.
Eine zusätzliche Strecke von 6 cm kann durch Mobilisation der Niere mit Fixierung des Unterpols am Psoas major erreicht werden.
bei Defekten des mittleren Drittel des Ureters und kleiner Harnblasenkapazität, welche einen Boari-Lappen verbietet. Bei kurzem Donor-Ureter und erkrankten Ureter der Gegenseite ist dieses Verfahren kontraindiziert. Weiterhin ungeeignet bei Morbus Ormond, Bestrahlung, Urothelkarzinom des Harnleiters und Nephrolithiasis.
Explantation der Niere und Anastomosierung mit den Beckengefäßen. Nun kann das Nierenbecken oder der kurze Harnleiterrest mit der Harnblase verbunden werden.
Mittel der letzten Wahl bei langstreckigen Ureterstrikturen.
| Harnleiterverletzung | Inhalt | Morbus Ormond |
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Dr. med. Dirk Manski
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