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Zusammenfassende Literatur Vesikoureteraler Reflux: (Dewan, 1999) (Körner und Steffens, 2010)
Nur bei sonographischen Hinweisen auf einen vesikoureteralen Reflux (z.B. Narben) ist ein MCU im ersten Lebensjahr indiziert.
Diagnostikum der ersten Wahl ist die Sonographie der Nieren. Bei unauffälliger Untersuchung kann auf weitere Untersuchungen verzichtet werden. Nach rezidivierender Pyelonephritis oder bei sonographischen Auffälligkeiten (s.u.) ist ein MCU und eine DMSA-Szintigraphie indiziert.
Wichtig ist die Erfassung der Parenchymbreite, Parenchymnarben (echogene Areale), Größenbestimmung beider Nieren und die Weite des Nierenbeckens, um die Schwere der Erkrankung einschätzen zu können. Eine Erhöhung des Resistance Index (RI normalerweise <0,7) bei der Doppler-Sonographie zeigt einen Nierenschaden mit Narbenbildung an. Normvarianten der Nieren sind gehäuft vorhanden. Die Vorhersage von VUR ist anhand der Nierenkonfiguration im US nicht möglich.
Nach der Instillation eines speziellen lufthaltigen Kontrastmittels in die Harnblase ist der Reflux während oder nach der Miktion darstellbar.
Das MCU ist die wichtigste bildgebende Untersuchung bei Verdacht auf vesikoureteralen Reflux [Abb. MCU mit schwerem vesikoureteralen Reflux], bei Miktionsstörungen kann sie auch im Rahmen der Urodynamik durchgeführt werden [Abb. MCU und Urodynamik bei VUR]. Ein MCU sollte nur bei Infektfreiheit (mindestens 10 Tage nach Pyelonephritis) durchgeführt werden, sonst drohen falsch-positive Ergebnisse. Die Einteilung des Schweregrades des VUR erfolgt durch das MCU (s. o.).
Das diagnostische Problem der MCU ist das Erfassen von Reflux, welcher ohne Bedeutung für den Patienten ist. Weiterhin werden durch falsch-negative MCU-Untersuchungen Patienten mit bereits bestehenden Nierennarben nicht erfasst.
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MCU bei VUR: fünftgradiger Reflux links, Harnblase mit kleiner Harnblasenkapazität und multiplen Pseudodivertikeln als Zeichen einer neurogenen Harnblasenstörungen. Mit freundlicher Genehmigung, Dr. G. Antes, Kempten. |
Neben der Einschätzung der Nierenfunktion kann die statische Nierenszintigraphie mit 99mTc-DMSA zuverlässig Narben und die Narbenentstehung im Rahmen von akuten Infektionen diagnostizieren. Bei zusätzlichem Verdacht auf Obstruktion wird eine Funktionsszintigraphie der Nieren mit 99mTc-MAG3 durchgeführt.
Der diagnostische Vorteil der DMSA-Szintigraphie liegt in der zuverlässigen Erfassung von Patienten, welche durch eine Refluxerkrankung gefährdet sind. Manche Autoren empfehlen eine frühe Anwendung der DMSA-Szintigraphie und verzichten auf ein MCU bei unauffälligem Untersuchungsbefund.
Die Form der Ostien kann auf einen VUR hinweisen (Hufeisenform oder Golflochform). Je lateraler das Ostium, desto größer die ureterotrigonale Insuffizienz und desto schlechter die Spontanheilung.
Die Urodynamik kann bei bis zu 70 % der Kinder mit primärem Reflux pathologische Ergebnisse wie hoher Detrusordruck, Detrusor-Sphinkter-Störungen [Abb. MCU und Urodynamik bei drittgradigem Reflux] oder Restharn nachweisen.
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Urodynamik und MCU bei einem Mädchen mit VUR: drittgradiger Reflux bds. aufgrund Detrusor-Sphinkter-Dyskoordination, sichtbar ist die Ballonierung der proximalen Harnröhre während der Miktion. Mit freundlicher Genehmigung, Dr. U. Löffler, Augsburg. |
In der heutigen Zeit ist ein Urogramm zur Diagnostik im Rahmen des VUR selten indiziert. Folgende radiologische Zeichen sind möglich: Dilatierter (distaler) Ureter, Ektasie des Nierenbeckenkelchsystems, Zeichen der abgeheilten Pyelonephritis (verplumpte Kelche, dünner Kortex), doppelter Ureter, ektope Uretermündung. Ein normales Urogramm schließt einen Reflux nicht aus.
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Dr. med. Dirk Manski
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