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Zusammenfassende Literatur: (Althof, 2006) (Montague et al., 2004).
Der vorzeitige Samenerguss (Ejaculatio praecox) ist die häufigste sexuelle Funktionsstörung. Sie geht einher mit einem ungewollten vorzeitigen Samenerguss vor oder nach minimaler sexueller Stimulation, dies führt zu Krankheitsgefühl bei dem Patienten und ggf. zu Störungen in der sexuellen Beziehung. Es existieren zahlreiche verschiedene Definitionen der Ejaculatio praecox. Die am häufigsten zitierten Definitionen beziehen sich auf folgende Komponenten der Erkrankung:
die durchschnittliche Zeit von Beginn der vaginalen Penetration bis zur Ejakulation beträgt unter 1–2 Minuten (IELT = intravaginal ejaculatory latency time).
die kurze Latenzzeit ist ungewollt.
die kurze Latenzzeit bewirkt Unzufriedenheit oder Krankheitsgefühl.
die kurze Latenzzeit bis zur Ejakulation ist nicht durch sexuelle Enthaltsamkeit, neuer Partner, neue sexuelle Situation, Alkohol, Drogen oder Medikamente entstanden.
Die Prävalenz bei sexuell aktiven Männern beträgt etwa 20 %, sie variert je nach Definition der Ejaculatio praecox zwischen 5–30 %. Die Häufigkeit der Ejaculatio praecox ist in allen Altersgruppen vergleichbar groß.
Angst, unzureichene Kommunikation zwischen den Partnern, unzureichene Techniken der Ejakulationskontrolle, psychodynamische Ursachen u. v. m.
penile Hypersensitivität, 5-Hydroxytryptamin (5-HT)-Rezeptor Hyper- oder Hyposensitivität (je nach Rezeptorsubtyp), erektile Dysfunktion.
Der klinische Verlauf der Erkrankung ist variabel. Es wird zwischen einer lebenslangen (primären) Ejaculatio praecox und einer erworbenen (sekundären) Form unterschieden. Die primäre Ejaculatio praecox ist eher durch körperliche Ursachen bedingt, die sekundäre frühzeitige Samenerguss eher durch psychogene Ursachen.
neben einer genauen Sexualanamnese (Dauer, Ausmaß, Partner, Techniken...) zielen weitere Fragen zum Ausschluss einer erektilen Dysfunktion und weiteren Erkrankungen.
die Vorteile der Verhaltenstherapie liegen in den fehlenden Nebenwirkungen, sie verbessert die Kommunikation der Sexualpartner und kann über die Therapie der Ejaculatio praecox zu einer befriedigenderen Partnerschaft führen. Nachteilig sind die verzögerte und inkonstante Wirkung, hoher personeller/finanzieller Aufwand der Therapie und setzt die Kooperation des Partners voraus.
kurz vor der Ejakulation wird die sexuelle Stimulation durch eine Kompression der Glans penis ersetzt, bis der Ejakulationsdrang nachlässt. Danach wird die sexuelle Stimulation fortgesetzt.
kurz vor der Ejakulation wird die sexuelle Stimulation ausgesetzt, bis der Ejakulationdrang nachgelassen hat und eine weitere sexuelle Stimulation ohne Ejakulation möglich ist.
die Verwendung von Salben mit Lokalanästhetika (z. B. Lidocain) senkt die Hypersensitivität des Penis. Applikation 20 min vor dem Geschlechtsverkehr, ggf. in Kombination mit einem Kondom.
zum Einsatz gelangen Antidepressiva vom Typ der Serotonin-Reuptake Inhibitoren (SSRI) und trizyklische Antidepressiva, teils für die dauerhafte Therapie oder als Bedarfmedikation. Problematisch sind die Nebenwirkungen der Antidepressiva und die fehlende Zulassung für die Indikation vorzeitige Ejakulation. Seit Mitte 2009 erhielt Dapoxetin als kurzwirksames SSRI die Zulassung für eine Bedarfsmedikation.
langwirksames SSRI. Dosierung täglich 20–40 mg. Wirkungseintritt nach 1–2 Wochen.
langwirksames SSRI. Dosierung täglich 20–40 mg. Wirkungseintritt nach 1–2 Wochen.
trizyklisches Antidepressivum, Dosierung 10–50 mg 5 h vor dem Geschlechtsverkehr.
sind indiziert bei einer erektilen Dysfunktion, welche auch ursächlich für den vorzeitigen Samenerguss sein kann. Phosphodiesterasehemmer werden auch mit SSRI kombiniert (ohne Zulassung).
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Dr. med. Dirk Manski
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