Zusammenfassende Literatur Wilms-Tumor: (Humpl u.a., 2001) (Kalapurakal u.a., 2004) (Wu u.a., 2005).
Seltener embryonaler Nierentumor mit Manifestation bei Kindern.
Inzidenz 1/100 000 bei Kindern unter 15 Jahre, medianes Erkrankungsalter 3,5 Jahre. Ausgeglichenes Geschlechterverhältnis.
männlicher Pseudohermaphroditismus, renale mesangiale Sklerose, Wilms-Tumor und WT-1-Mutationen (s. u.).
Wilms-Tumor in 50 %, Aniridie, Genitale Anomalien, mentale Retardierung, WT-1-Mutationen (s. u.).
4–10 % Wilms-Tumor, überschießendes Wachstum auf zellulärer Ebene, Organebene (Makroglossie, Nephromegalie, Hepatomegalie) oder Körpersegment-Ebene (Hemihypertrophie), WT-2-Mutationen (s. u.).
2–7fach erhöhtes Risiko für einen Wilms-Tumor.
der Wilms-Tumor ist ein klassisches Beispiel für den Funktionsverlust von Tumorsuppressorgenen. Aufgrund der diploiden Genausstattung sind für den kompletten Funktionsausfall eines Tumorsuppressorgens 2 genetische Ereignisse notwendig. Diese treten spontan sehr selten auf. Meist wird die erste Mutation von den Eltern vererbt, die zweite Mutation in einer Organzelle führt in der weiteren Entwicklung zur Tumorentstehung.
auf Chromosom 11p13. Das Genprodukt reguliert die Expression anderer Gene in der embryonalen Nierenentwicklung.
auf Chromosom 11p15. Genprodukt nicht bekannt.
auf Chromosom 17p. Bei fortgeschrittenen Wilms-Tumoren mit schlechter Prognose.
im Verlauf der Tumorprogression sind der Verlust von Armen bei Chromosom 16 und 1 typisch.
Inseln von metanephritischen Blastem mit variablen epithelartigen und stromaartigen Anteilen (triphasischer Tumor).
starke Kernvergrößerung mit Hyperchromasie und abnormen mitotischen Teilungsfiguren sind die Kennzeichen des anaplastischen Wilms-Tumors. Ungefähr 10 % der Wilms-Tumoren. Schlechte Prognose im fortgeschrittenen Stadium aufgrund der Resistenz gegenüber der Chemotherapie.
bei 30 % der Nieren mit Wilms-Tumor finden sich im ,,normalen`` Nierengewebe persistierende embryonale Zellen, welche perilobar (WT-2-Mutationen) oder intralobar (WT-1-Mutationen) liegen können. Perilobare nephrogene Reste (PLNR) sprechen für eine spätere Störung der Embryogenese der Niere als intralobare nephrogene Reste (ILNR). Der Nachweis von PLNR oder ILNR bedeutet ein hohes Risiko für eine bilaterale oder kontralaterale zukünftige Erkrankung.
rhabdoider Typ oder Klarzelltyp, beide Histologietypen sind mit einer ungünstigen Prognose behaftet und zählen nicht zu den Wilms-Tumoren. Teilweise ist die pathologische Abgrenzung schwierig. Die Behandlung erfolgt analog zu den Wilms-Tumoren (s. u.).
in 10 % bestehen Fernmetastasen bei Diagnosestellung, am häufigsten in Lunge, Leber, Knochen, Hirn...
NWTSG: National Wilms Tumor Study Group.
Tumor begrenzt auf die Niere und komplette Resektion ohne Ruptur.
Tumor mit Durchbruch der Nierenkapsel, aber komplette Resektion. Intraoperative Ruptur oder vorherige Biopsie. Tumoreinbruch in extrarenale Gefäße.
Resttumor im Abdomen, peritoneale Tumordissemination, nicht resektable Lymphknotenmetastasen.
Hämatogene Metastasen in Lunge, Leber, Knochen, Hirn...
Bilateraler Nierenbefall bei Diagnosestellung.
| zurück | Inhalt | Wilms-Tumor (2/2) |
Sie haben nicht gefunden, was Sie suchen?
Mit nachstehender Google-Suchmaske können Sie diese Webseite (www.urologielehrbuch.de) durchsuchen, alternativ das Internet (Web).
Letzte Aktualisierung
Dr. med. Dirk Manski
manski@urologielehrbuch.de