Zusammenfassende Literatur Xanthogranulomatöse Pyelonephritis: (Bingol-Kologlu u.a., 2002) (Zorzos u.a., 2003).
Seltene Form der chronischen Pyelonephritis mit lipidhaltigen Schaumzellen, welche zur Nierendestruktion führt.
Die XP ist selten (Inzidenz 1,4/100 000), Frauen sind häufiger als Männer betroffen.
Unilaterale Erkrankung der Niere, welche sich v. a. bei Nephrolithiasis, Harnwegsinfekt und Obstruktion ausbildet. Die häufigsten isolierten Keime sind E. coli, Proteus mirabilis, Klebsiellen und Staphylokokken.
vergrößerte Niere, vergrößertes Nierenbecken ausgefüllt mit Pus (Pyonephrose), orange-gelbe entzündliche Herde neben Gewebsnekrosen und kleinen Abszessen. Der Nierenbefall ist zunächst segmental begrenzt, im Verlauf dehnt sich der Entzündungsprozess diffus in der gesamten Niere aus. Dabei wird das Nierenparenchym durch das granulomatöse Entzündungsgewebe ersetzt.
Die Erkrankung kann auf benachbarte Strukturen des Retroperitoneums übergreifen.
das entzündete Gewebe enthält Neutrophile, Lymphozyten, Plasmazellen, Nekrosen und große Makrophagen mit schaumigem lipidhaltigen Zytoplasma. Manchmal epitheloidzellige Granulome.
Flankenschmerzen (70 %), Fieber und Schüttelfrost (70 %), Flankentumor, persistierende Bakteriurie, allgemeines Krankheitsgefühl, Gewichtsverlust.
Leukozyturie, Bakteriurie, evtl. Nachweis von Xanthomzellen.
diagnostisch nicht richtungsweisend, die Kultur ist häufig positiv.
vergrößerte Niere mit gemischt-echogener Raumforderung, diese kann nicht zuverlässig von einem Tumor unterschieden werden. Evtl. Nachweis einer Nephrolithiasis.
in 40–70 % Nephrolithiasis, in 30–80 % keine Kontrastierung der betroffenen Seite. Häufig Zeichen eines vergrößerten Nierenschattens.
Diagnostikum der Wahl. Zu sehen ist eine Raumforderung der Niere mit inhomogener KM-Anreicherung und Nachweis einer Nephrolithiasis, ein Nierenzellkarzinom kann nicht sicher ausgeschlossen werden. Häufig kann eine verminderte Nierenfunktion diagnostiziert werden.
als Alternative zur CT-Untersuchung, insbesondere bei Niereninsuffizienz.
zur Klärung der Nieren(rest)funktion.
Nierenzellkarzinom, daher wird die Diagnose xanthogranulomatöse Pyelonephritis i. d. R. postoperativ in der Histologie gestellt.
Tumornephrektomie oder partielle Nephrektomie. Die Operation ist aufgrund der Verwachsungen schwierig, ein laparoskopisches Vorgehen ist nicht zu empfehlen. Wichtig ist eine perioperative Antibiotikatherapie, welche ggf. nach den Resultaten der intraoperativen Abstriche modifiziert werden muss.
In Einzelfällen konnte bei segmentalem Befall die Niere durch eine Antibiotikatherapie und innere Schienung geheilt werden.
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Dr. med. Dirk Manski
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