Dr. med. Dirk Manski

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Induratio penis plastica (IPP) (2/2): Therapie


Zusammenfassende Literatur Induratio penis plastica: (Gholami u.a., 2003) (Hauck u.a., 2006) (Tunuguntla, 2001). EAU Leitlinie: Hatzimouratidis u.a., 2016.

Diagnostik der Induratio penis plastica (IPP)

Fotodokumentation der Deviation:

Nach Selbststimulation oder nach SKAT, sinnvoll vor chirurgischer Therapie.

Sonographie des Penis:

Darstellung und Dokumentation der Penisplaques mit einem hochauflösenden Linearschallkopf, Kalzifizierungen sind als Schallauslöschungen sichtbar. Ausschluss einer Tiefeninfiltration der Plaques in den Schwellkörper (DD Sarkom).


Sonographie von Plaques der Induratio penis plastica. (CC) Corpus cavernosum. (HR) Harnröhre. Mit freundlicher Genehmigung, Dr. H. Kempter und Dr. M. Fretschner, Augsburg.
Abbildung Sonographie von Plaques der Induratio penis plastica

Doppler-Sonographie:

indiziert bei erektiler Dysfunktion, in Kombination mit einer SKAT. Die häufigste Ursache für eine ED ist eine venookklusive Dysfunktion.

Cavernosographie und -metrie:

ist selten bei IPP indiziert. Die Cavernosographie kann die Doppler-US bestätigen und die venöse Leckage orten.

Konservative Therapie der Induratio penis plastica

Medikamentöse Therapie der IPP:

die Wirksamkeit der medikamentösen Therapie ist zwar statistisch in manchen Studien nachgewiesen, für den klinischen Alltag ist der Effekt jedoch sehr gering. Die medikamentöse Therapie hat ihre Berechtigung in der aktiven Phase der Erkrankung zur Linderung der Beschwerden, eine Verbesserung der chronischen Deviation ist nicht zu erwarten.

Paraaminobenzoesäure (Potaba):

soll antifibrotisch wirken. Potaba konnte in einer randomisierten Studie eine Verkleinerung der Plaques und Verhinderung der Deviation bewirken. Eine vorhandene Deviation konnte jedoch nicht verbessert werden, ebenso war der Effekt auf Schmerzen nicht signifikant (Weidner u.a., 2005). Dosierung 3 g 4x/d p.o.

Acetyl-L-Carnitin:

Dosierung von Acetyl-L-Carnitin: 2 g/Tag p.o. Signifikante Reduktion der Schmerzen und Verbesserung der Deviation.

Medikamente ohne Wirksamkeitsnachweis in randomisierten Studien:

NSAR, Vitamin E 600 mg/d, Tamoxifen, Colchicin.

Intraläsionale Injektionen:

werden verwendet, um die Medikamentendosis in Plaques zu erhöhen und um systemische Nebenwirkungen zu vermeiden.

Verapamil-Infiltrationen:

Verapamil wirkt auf Fibroblasten hemmend und steigert die Produktion von Kollagenasen. Die Wirksamkeit von Verapamil auf die IPP ist umstritten. In mehreren unkontrollierten Studien und in einer randomisierten Studien konnte die Effektivität von Verapamil-Infiltrationen demonstriert werden, zwei andere randomisierten Studien fanden keine signifikanten Unterschiede.

Dosierung: Lokale Infiltration von 10 mg verdünnt auf 10 ml, alle 2 Wochen, insgesamt 12 Injektionen.

Interferone:

wirken auf Fibroblasten hemmend und steigern die Produktion von Kollagenasen. Insbesondere die hochdosierte Interferontherapie (5–10 MU Interferon-α2b) zeigte sich in mehreren kontrollierten Studien (ohne lange Nachbeobachtung) wirksam hinsichtlich Schmerzreduktion, Verbesserung der sexuellen Funktion und Deviation.

Kollagenase:

lokale Injektionen, Effektivität in einer randomisierten Studie demonstriert, allerdings nur geringe Besserung der Deviation.

Kortison:

trotz relativ häufiger Anwendung ist die Wirksamkeit nicht gesichert. Eine kontrollierte Studie konnte keine Effektivität nachweisen.

Iontopherese:

mit Hilfe eines schwachen elektrischen Gleichstroms können ionisierte Wirkstoffe in hoher Konzentration transdermal in IPP-Läsionen gebracht werden, systemische Nebenwirkungen können weitgehend vermieden werden. Zur Anwendung kommen u.a. Verapamil, Dexamethason und Lidocain. Kontrollierte Studien fehlen.

Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) der IPP:

mehrere Sitzungen von ESWT mit z. B. 2000 Stoßwellen auf die Plaques der IPP führen zur Linderung der Schmerzen unter Erektion. Teilweise werden die Plaques in der Größe reduziert, eine Besserung der Deviation ist kaum zu erwarten.

Operative Therapie der Induratio penis plastica

Indikationen zur operativen Therapie:

nach Ausschöpfung aller konservativer Möglichkeiten und im stabilen Krankheitsstadium (mindestens 1 Jahr konstante Deviation) ist je nach Ausmaß der Deviation und erektilen Funktion eine operative Therapie indiziert.

Nesbit-Operation bei der Induratio penis plastica:

Technik nach Nesbit [Abb. Operation nach Nesbit]: eine ovaläre Exzision der Schwellkörperwand an der konvexen Seite und Schwellkörpernaht führen zur Begradigung (Nesbit, 1965). Modifizierte Technik nach Yachia: longitudinale Inzision und horizontale Naht führt zum Ausgleich der Deviation (Yachia, 1990).


Abbildung Operationstechnik der Penisdeviation nach Nesbit
Operation der Penisdeviation nach Nesbit: ovaläre Exzision der Tunica albuginea und Naht zur Begradigung des Penisschafts.

Technik und Komplikationen siehe Kapitel Operationen/Operationen bei Penisdeviation. Vorteil des Nesbit-Technik: keine mechanische Schwächung des Penisschaftes durch Grafting. Nachteil der Nesbit-Technik: starke Deviationen sind nur mit einer Penisverkürzung zu begradigen.

Plaqueinzision und Grafting der Corporatomie:

nach der Inzision der Schwellkörperwand an der konkaven Seite und Begradigung des Penis entsteht eine Lücke im Corpus cavernosus. Dieser Defekt muss mit körpereigenen oder körperfremden Materialien gedeckt werden. Ein Ausgleich der Deviation ist ohne Penisverkürzung möglich. Technik und Komplikationen siehe Kapitel Operationen/Operationen bei Penisdeviation .


Operation der Penisdeviation mit Grafting: Freilegung des dorsalen Gefäß-Nervenbündels und H-förmige Inzision/Exzision des Plaques (linkes Bild). Durch die Inzision kann der Penis begradigt werden, der Defekt muss mit einem Transplantat gedeckt werden (rechtes Bild).
Abbildung: Operation der Penisdeviation mit Grafting

Plikationstechnik nach Schroeder und Essed:

Auf die Exzision der Schwellkörperwand wie im Nesbit-Verfahren wird verzichtet. Durch Anlage von nichtresorbierbaren Nähten ist eine Verkürzung der Schwellkörperwand an der konvexen Seite mit Ausgleich der Deviation möglich [Abb. Operation nach Schroeder und Essed]. Technik und Komplikationen siehe Kapitel Operationen/Operationen bei Penisdeviation.


Operation der Penisdeviation nach Schroeder und Essed: Plikationsnaht zur Begradigung des Penisschafts.
Abbildung Operationstechnik der Penisdeviation nach Essed und Schroeder

Implantation einer Penisprothese:

bei ausgeprägter erektiler Dysfunktion trotz SKAT-Therapie ist eine erektile Funktion nach Plaqueexzision und Grafting nicht zu erwarten. Diesen Patienten sollte eine Penisprothese als chirurgische Therapieoption angeboten werden. Siehe auch Therapie der erektilen Dysfunktion.

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Literatur Induratio penis plastica

Gholami u.a. 2003 GHOLAMI, S. S. ; GONZALEZ-CADAVID, N. F. ; LIN, C. S. ; RAJFER, J. ; LUE, T. F.:
Peyronie’s disease: a review.
In: J Urol
169 (2003), Nr. 4, S. 1234–41

Hauck, E. W. u. a. (2006). A critical analysis of nonsurgical treatment of Peyronie’s disease. In: Eur Urol 49, S. 987–997.


Nesbit 1965 NESBIT, R. M.:
Congenital Curvature of the Phallus: Report of Three Cases with Description of Corrective Operation.
In: J Urol
93 (1965), S. 230–2

Tunuguntla 2001 TUNUGUNTLA, H. S.:
Management of Peyronie’s disease-a review.
In: World J Urol
19 (2001), Nr. 4, S. 244–50

Weidner, W. u. a. (2005). Potassium paraaminobenzoate (POTABA) in the treatment of Peyronie’s disease: a prospective, placebo-controlled, randomized study. In: Eur Urol 47, 530–5; discussion 535–6.


Yachia 1990 YACHIA, D.:
Modified corporoplasty for the treatment of penile curvature.
In: J Urol
143 (1990), Nr. 1, S. 80–2







 

  English Version: Peyronie's disease: Treatment