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Zusammenfassende Literatur: (Abrams u.a., 1987).
ein Messkatheter (Spülstrom 2–10 ml/min) wird langsam aus der halb gefüllten Harnblase gezogen. Am Messkatheter sind zwei Messpunkte (Harnblase und Sphinkter). Die Differenz aus dem Sphinkterdruck und dem vesikalen Druck ergibt den urethralen Verschlussdruck. Dies wird in Ruhe und unter Stressprovokation wiederholt (liegend, stehend, bei Husten).
das normale Urethradruckprofil der Frau zeigt einen glockenförmigen Kurvenverlauf [Abb. 1.17]. Als unterer Normwert für den Verschlussdruck in Ruhe gilt folgende Faustregel: 100–Lebensalter [cm H2O] oder mindestens 20 cm H2O. Die Sphinkterlänge (funktionelle Urethralänge) beträgt mindestens 3 cm. Die Korrelation zwischen zu niedrigen Urethraverschlussdrücken und intrinsischen Sphinkterdefekten ist gering.
Beim Stress-Urethradruckprofil sollte der abdominelle Druckanstieg zu einem hohen Anteil auf die Urethra übertragen werden. Das Verhältnis zwischen intravesikalem Druckanstieg und Urethradruckanstieg wird als pressure transmission ratio (PTR) bezeichnet und sollte mehr als 100 % betragen. Der diagnostische Wert des Stress-Urethradruckprofils wird angezweifelt und als Artefakt der Bewegung zwischen Messkatheter und Harnröhre gedeutet.
Das normale Urethradruckprofil des Mannes zeigt eine Kurvenform mit Plateau vor der glockenförmigen Sphinkterkurvenform, dies entspricht der prostatischen Harnröhre [Abb. 1.18]. Der Harnblasenhals zeigt sich als kleiner Druckgipfel zu Beginn des Plateaus. Der Verschlussdruck beträgt 40–120 cm H2O ohne Altersabhängigkeit.
alle vorhergehenden Urodynamikmethoden werden mit einem Miktionszystogramm kombiniert, welches auf Video aufgezeichnet wird. Wichtige Zeitpunkte der Miktion werden dokumentiert: Füllungsphase, Harnblasenform bei maximaler Füllung, Öffnung des Harnblasenhalses nach Einleitung der Miktion, Miktion mit Urethradarstellung und Restharn nach vollendeter Miktion. Die Durchleuchtungszeit sollte nicht über 20 s liegen, um die Strahlenbelastung in einem erträglichen Bereich zu halten.
die Videourodynamik kann bei der subvesikalen Obstruktion des jungen Mannes den Ort der Obstruktion aufdecken (Harnblasenhals, Prostata oder Schließmuskel).
Bei der Belastungsinkontinenz der Frau erhält der Untersucher Information über den Deszensus unter Valsalva, den Winkel und die Mobilität der Harnröhre und den offenen Harnblasenhals ohne Detrusorkontraktion als Zeichen für eine Sphinkterinsuffizienz.
Die neurogene Harnblasenstörungen ist auch ohne Videourodynamik gut zu evaluieren. Durch das MCU erhält man über einen gleichzeitig bestehenden vesikoureteralen Reflux und damit über eine Gefährdung des oberen Harntrakts Aufschluss.
Weiterhin hilft die Videourodynamik bei der Identifikation von pathologischen Prozessen der Harnblase, welche jedoch auch durch ein zweizeitiges MCU oder eine Zystoskopie diagnostiziert werden können: Divertikel, Fisteln, Harnblasensteine, Tumoren und vesikoureteraler Reflux.
während der Zystometrie werden zeitgleich die Muskelpotentiale des Beckenbodens abgeleitet (EMG). Verwendet werden Kontaktelektroden (perineal, transurethral oder transanal) oder Nadelelektroden (perineal).
erhaltene Aktivität (konstant oder alternierend) während der Miktion ist typisch für die Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie (DSD). Die DSD ist ein Zeichen für eine supraspinale Läsion. Ohne Vorliegen einer neurologischen Erkrankung darf der Begriff DSD nicht verwendet werden, dysfunktionale Miktion oder Beckenbodenüberaktivität sind die korrekten Termini.
nach Ausschluss von technischen Artefakten kann eine verminderte EMG-Aktivität die Denervierung bedeuten und muss mit verschiedenen Potentialen bestätigt werden.
Eine verminderte EMG-Aktivität während instabiler Detrusorkontraktionen kennzeichnet die instabile Urethra.
Mit der nachfolgenden Technik kann per Schnellverfahren die Harnblasenkapazität und die Sensibilität eingeschätzt werden, weiterhin können autonome Harnblasenkontraktionen ausgeschlossen werden.
Die Untersuchung findet in Steinschnittlage statt. Einlage eines durchsichtigen Harnblasenkatheters nach Miktion und Bestimmung der Restharnmenge. Danach wird eine Harnblasenspritze ohne Stempel konnektiert, und der Katheter über das Harnblasenniveau gehoben. Nun kann über die Harnblasenspritze als Trichter die Harnblase langsam gefüllt werden.
Zuverlässig kann die Sensibilität ermittelt werden, weiterhin kann der Druck in der Harnblase über die Wassersäule abgeschätzt werden. Bei Anstieg des Harnblasendrucks über 10 cm H2O wird die Füllung verlangsamt, bei Anhalt für intravesikale Druckspitzen muss per Befragung und Inspektion die Bauchpresse ausgeschlossen werden. Nach Bestimmung der Harnblasenkapazität wird der Katheter entfernt und die Miktion durch Inspektion evaluiert.
Bei der Verwendung von Kontrastmittel kann zeitgleich ein Miktionszystogramm durchgeführt werden.
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Dr. med. Dirk Manski
manski@urologielehrbuch.de
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