Dr. med. Dirk Manski

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Laboruntersuchungen der Blutgerinnung und von Gerinnungsstörungen

Die Darstellung der Normwerte und Differentialdiagnose von Blutwerten ist modifiziert nach (Siegenthaler, 1988).

Mechanismus der Blutgerinnung

Einteilung der Hämostase

Die Hämostase lässt sich in die zelluläre Hämostase und in die plasmatische Hämostase (Blutgerinnung) einteilen. Die zelluläre Hämostase sorgt im Zusammenspiel mit Gefäßwand und Thrombozyten für einen ersten Wundverschluss. Die plasmatische Blutgerinnung wird über eine komplexe Kaskade von plasmatischen Gerinnungsfaktoren ausgelöst und verstärkt den Blut-Thrombozyten-Thrombus mit Fibrinfäden. Die partielle Thromboplastinzeit und der Quickwert sind Suchtests, welche die Funktionstüchtigkeit der plasmatischen Gerinnung untersuchen.


Partielle Thromboplastinzeit (PTT): globaler Suchtest der plasmatischen Blutgerinnung

Globaler Suchtest des intrinsischen plasmatischen Gerinnungssystem, insbesondere der Faktoren I, II, V, VIII-XII. Weiterhin kann eine Therapie mit unfraktioniertem Heparin mit der PTT kontrolliert werden. Die Wirkung der niedermolekularen Heparine wird mit der PTT nicht erfasst.

Normalwert der PTT:

Je nach Reagenz und Labor 20–40 s.

Messmethode:

Kugelkoagulometrie.

Indikation:

Überprüfung der Hämostase (Suchtest), Therapie mit Heparin.

Verlängerte PTT:

Angeborener Gerinnungsfaktorenmangel (Faktor I, II, V, Hämophilie A, Hämophilie B, X, XI), von Willebrand-Jürgens-Syndrom, erworbene Faktorenmangelzustände wie schwere Leberfunktionsstörungen, Hemmkörper gegen Gerinnungsfaktoren, Antiphospholipid-Antikörper, Therapie mit Heparin oder direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK), Marcumartherapie (Überdosierung).

Verkürzte PTT:

Gerinnungsaktivierung bei traumatischer Blutentnahme oder durch Akute-Phase-Reaktion.

Thromboplastinzeit (Quicktest oder INR): globaler Suchtest der plasmatischen Gerinnung

Globaler Suchtest des extrinsischen plasmatischen Gerinnungssystem, insbesondere der Faktoren I, II, V, VII und X. Weiterhin kann eine Marcumartherapie mit der Quickbestimmung kontrolliert werden. Zur besseren Vergleichbarkeit verschiedener Labore wird der Quicktest als INR (International Normalized Ratio) angegeben.

Normalwerte:

Quicktest 70–125%; INR 0,9–1,25.

Messmethode:

Kugelkoagulometrie.

Indikation:

Überprüfung der Hämostase (Suchtest), Therapie mit Marcumar, Beurteilung der Leberfunktion.

Verlängerte Thromboplastinzeit:

Bedeutet einen erniedrigten Quicktest oder erhöhte INR. Erworbener oder angeborener Mangel von den Gerinnungsfaktoren I, II, V, VII und X. Leberfunktionsstörungen. Therapie mit direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK) oder Marcumar.

Verkürzte Thromboplastinzeit:

Gerinnungsaktivierung bei traumatischer Blutentnahme oder durch Akute-Phase-Reaktion.

Fibrinogen

Normalwert des Fibrinogens:

150–350 mg/dl.

Funktion des Fibrinogens:

Vorstufe von Fibrin und Substrat von Thrombin, Faktor I der Blutgerinnung. Bildung in der Leber.

Fibrinogen erniedrigt:

verminderte Bildung bei Lebererkrankungen, Kachexie oder angeborene Ursachen.

Vermehrter Verbrauch bei disseminierter intravasaler Gerinnung (DIC) (Schock, Sepsis, Hämolyse, Fruchtwasserembolie, Transfusionsreaktion, ...).

Hyperfibrinolyse bei metastasiertem Prostatakarzinom, Operationen, fibrinolytischer Therapie.

Fibrinogen erhöht:

nach Blutverlust, Diabetes mellitus, Entzündungen, paraneoplastisch.







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Literatur Blutgerinnung

Siegenthaler 1988 SIEGENTHALER, W. ; SIEGENTHALER, W. (Hrsg.):
Differentialdiagnose innerer Krankheiten.
Georg Thieme Verlag, Stuttgart, New York., 1988









  English Version: Partial thromboplastin time (PTT) and Prothrombin time (PT).