Dr. med. Dirk Manski

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Kolonkonduit: Harnableitung nach Zystektomie

Indikationen zum Kolonkonduit

In folgenden Situationen sollte ein Kolonkonduit [Abb. 1.17] dem Ileumkonduit vorgezogen werden: Bestrahlungen im Beckenbereich, Fehlen des distalen und mittleren Harnleiters, kurzer Dünndarm, Morbus Crohn des Ileums.

Schema Kolon-Conduit Harnableitung nach Zystektomie Harnblasenkarzinom
Abbildung 1.17:Schema des Kolonkonduits

Verwendet wird das Colon transversum bei gewünschter Stomalokalisation im Oberbauch oder bei kurzen Harnleitern. Alternativ kann das Colon sigmoideum verwendet werden.

Kontraindikationen

Colitis ulcerosa, Sigmadivertikulitis.

Technik des Kolonkonduits

Darmpräparation:

verwendet wird das Colon transversum bei gewünschter Stomalokalisation im Oberbauch oder bei kurzen Harnleitern. Alternativ kann das Colon sigmoideum verwendet werden. Ausschaltung eines 20 cm langen Kolonabschnittes, als Gefäßversorgung wird die A. colica media bei Colon transversum oder A. mesenterica inferior bei Colon sigmoideum verwendet.
Das orale Ende des Darmabschnittes wird verschlossen, die Harnleiter werden an der Taenia libera in antirefluxiver oder refluxiver Technik implantiert.

Antirefluxive Harnleiterimplantation:

Die Taenia libera wird unterspritzt, um die Mukosa von der Muscularis zu trennen. Inzision der Taenia libera ohne die Mukosa zu eröffnen. Die Lamina muscularis wird von der Mukosa abpräpariert, um einen Raum für den Harnleiter zu schaffen. Für die Implantation des Harnleiters in die Mukosa wird PDS 5–0 verwendet. Verschluss der Muscularis über dem Ureter, bei Gefahr der Stenose muss der Raum zwischen Mukosa und Muscularis vergrößert werden [Abb. 1.18].
Alternativ gelingt die antirefluxive Harnleiterimplantation wie bei der UCN nach Politano: partielle Eröffnung des Kolonkonduits, submuköse Tunnelung mit Overholt-Klemme, Implantation des Harnleiters wie bei der UCN. Danach muss das Kolonkonduit wieder verschlossen werden.

Stomaanlage:

Technik der Stomaanlage und der refluxiven Harnleiterimplantation siehe Kapitel Ileumkonduit.

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Schema Harnleiterimplantation in ein Kolon-Conduit Harnableitung nach Zystektomie Harnblasenkarzinom
Abbildung 1.18:

Antirefluxive Implantation der Harnleiter in das Kolonkonduit

Nachsorge des Kolonkonduits

Siehe Kapitel Grundlagen der Harnableitung.

Komplikationen des Kolonkonduits

Komplikationen der Darmanastomose, Strikturen der Ureterimplantation mit Harnstau, Harnwegsinfektion und Harnsteinbildung, Stomakomplikationen (Infektionen, Stenose, Retraktion, Hernie...)





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