Dr. med. Dirk Manski

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Zystektomie (Teil 1/3): Indikationen, Patientenvorbereitung

Definition und Indikationen zur Zystektomie

Radikale Zystektomie:

Die radikale Zystektomie ist die Entfernung der Harnblase mit Sicherheitsabstand und Durchführung einer gründlichen pelvinen Lymphadenektomie. Beim Mann wird bei der Zystektomie zusätzlich die Prostata entfernt, bei der Frau ein Teil der Vaginalvorderwand, Uterus und wahlweise die Adnexen. Indikationen zur radikalen Zystektomie sind:

Einfache Zystektomie:

Die einfache Zystektomie ist die Entfernung der Harnblase ohne Sicherheitsabstand und ohne Entfernung der pelvinen Lymphknoten. Beim Mann kann bei der Zystektomie wie bei der Adenomektomie die Prostatakapsel belassen werden, dies führt zu sehr guten Kontinenz- und Potenzergebnissen bei orthotoper Harnableitung. Bei der Frau können die inneren Geschlechtsorgane geschont werden.
Indikationen zur einfachen Zystektomie sind:

Kontraindikationen zur Zystektomie

Keine Zystektomie bei unbehandelten Gerinnungsstörungen oder schwer kranken Patienten mit geringer Lebenserwartung.

Operative Technik der Zystektomie

Patientenvorbereitung vor Zystektomie:

Absetzen von gerinnungshemmender Medikation (ASS, Marcumar). Stomaberatung mit Stomamarkierung je nach geplanter Harnableitung. Ausschluss oder Behandlung einer Harnwegsinfektion. Perioperative Darmvorbereitung.
Perioperative Antibiotikaprophylaxe: Cephalosporin kombiniert mit Metronidazol, alternativ z. B. Gentamicin kombiniert mit Metronidazol oder Aminopenicillin mit Penicillinasehemmer kombiniert mit Metronidazol.

Anästhesie für die Zystektomie:

die Kombination von Epiduralanästhesie mit einer Vollnarkose senkt den intraoperativen und postoperativen Opiatbedarf, reduziert die intraoperative Blutung und beschleunigt die postoperative gastrointestinale Erholung nach Zystektomie (Ozyuvaci u.a., 2005).

Lagerung:

Rückenlage mit überstreckter Lendenwirbelsäule, Beine etwas abgespreizt. Nach Desinfektion und Abdecken sterile Einlage eines 22 CH Ballonkatheters mit 30 ml Blockung.

Operativer Zugang für die Zystektomie:

Mediane Unterbauchlaparotomie von Symphyse bis Umbilicus, welcher linksseitig umschnitten wird. Das Spatium retzii wird stumpf entwickelt. Eröffnung der Peritonealhöhle im Bereich des Nabels, Darstellung des Urachus und Durchtrennung. Nach kaudal wird das Peritoneum beidseits der Harnblase durchtrennt. Untersuchung der Bauchhöhle auf Metastasen. Rechtsseitige laterokolische Inzision und Umschneidung des Caecums, sodass das Caecum mobil wird, Darstellung des rechten Ureters. Linksseitige laterokolische Inzision und Mobilisation des Sigmas, Darstellung des linken Ureters. Einsetzen eines Retraktionssystems, dabei wird das Darmpaket mit feuchten Bauchtüchern in den Oberbauch verdrängt.

Operative Technik der Zystektomie bei Mann und Frau

Aufgrund der engen Nachbarschaft zwischen Harnblase und inneren Genitalien ist die Technik der Zystektomie bei Frau und Mann unterschiedlich:







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Literatur Zystektomie

Ozyuvaci u.a. 2005 OZYUVACI, E. ; ALTAN, A. ; KARADENIZ, T. ; TOPSAKAL, M. ; BESISIK, A. ; YUCEL, M.:
General anesthesia versus epidural and general anesthesia in radical cystectomy.
In: Urol Int
74 (2005), Nr. 1, S. 62–7