Dr. med. Dirk Manski

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Pelvis oder Becken: Anatomie der Beckenhöhle

Muskulatur des Beckenbodens

Der Beckenboden (Beckenbodenmuskulatur) wird in das Diaphragma pelvis, Diaphragma urogenitale und in die oberflächliche Damm- und Schließmuskelschicht gegliedert. Alle drei Muskelschichten haben mit ihren Muskelfasern Kontakt zum zentral liegenden Centrum tendineum.

Diaphragma pelvis:

Das Diaphragma pelvis besteht aus dem M. levator ani und M. coccygeus.

M. levatur ani:

trichterförmiger flächiger Beckenbodenmuskel mit Ursprung von der Symphyse, Arcus tendineus m. levatoris ani (verstärkte Faszie des M. obturator internus). Zur Mitte bilden die Muskelfasern beider Seiten die Levatorschlinge, welche das Rektum umgeben. Ventral des Rektums bleibt eine Muskellücke des M. levator ani, der Levatorspalt, durch diesen treten die Urogenitalorgane [Abb. 2.1].

M. coccygeus:

dorsal des M. levator ani gelegen. Ursprung vom Lig. sacrospinale und der Spina ossis ischii. Ansatz am Os coccygis.

Diaphragma urogenitale:

das Diaphragma urogenitale liegt kaudal des Diaphragma pelvis und verschließt den Levatorspalt. Die Urogenitalorgane ziehen durch diese flächige Muskelplatte. Das Diaphragma urogenitale wird von den Mm. transversi perinei profundi et superficiales aufgebaut [Abb. 2.1].

Damm- und Schließmuskelschicht:

Der M. sphinkter ani externus umgibt zirkulär den Anus. Der M. bulbospongiosus umgibt den spongiösen Schwellkörper beim Mann, bei der Frau wird das Vestibulum vaginae umgeben. Der M. spincter ani externus und der M. bulbospongiosus bilden insbesondere bei der Frau eine achterförmige Muskelschlinge, in der Mitte liegt das Centrum tendineum.
Der M. ischiocavernosus zieht vom Becken entlang der cavernösen Schwellkörper zum Penis bzw. Klitoris [Abb. 2.1].

Figure 2.1: Anatomie der Beckenbodenmuskeln. Abb. modifiziert aus Gray’s Anatomy, Lea and Febinger 1918, Philadelphia, USA.
Anatomie des Beckenbodens

Gefäßversorgung des Beckens

Beckenhöhle Arterien gefäße

Abbildung 2.2: Gefäße der Beckenhöhle: A. iliaca externa und interna und ihre Äste: A. iliolumbalis (1), A. sacralis mediana (2), A. rectalis media der Gegenseite (3), A. iliaca externa (4), A. epigastrica inferior (5), A. obturatoria (6), A. vesicalis superior (7), A. vesicalis inferior (8), A. rectalis media (9), A. pudenda interna (10), A. glutealis inferior (11), A. glutealis superior (12), A. umbilicalis und Lig. umbilicale (13). Abb. aus Gray’s Anatomy, Lea and Febinger 1918, Philadelphia, USA.



Die A. iliaca communis teilt sich nach kurzer Strecke in die A. iliaca externa und interna auf [Abb. 2.2].

Parietale Äste der A. iliaca interna

Die parietalen Äste versorgen die Wand des kleinen Becken und ziehen durch Knochen- und Muskellücken nach aussen.

Viscerale Äste der A. iliaca interna

Äste der A. iliaca externa

Kurz vor dem Übergang in die A. femoralis werden folgende Äste abgegeben:

Venen des Beckens

Die Venen des Beckens folgen den o.g. Arterien und münden in die V. iliaca interna bds. Zusammen mit der V. iliaca externa entsteht die V. iliaca communis, der Zusammenfluß der Vv. iliacae communes auf der Höhe von LWK 5 bildet die V. cava inferior.

Lymphabfluss aus dem Becken

Die Lymphgefäße folgen weitgehend dem Verlauf der Venen. Lymphknotengruppen existieren als Nodi lymphatici iliaci externi, iliaci interni, iliaci communes, obturatorii und sacrales. Die Lymphe fließt von den Beckenlymphknoten in die Nodi lymphatici lumbales weiter [Abb. 2.3].

Abbildung 2.3: Lymphabfluss aus dem Becken: A. iliaca communis (1), Nodi lymphatici iliaci communes und promontorii (2), Nodi lymphatici iliaci externi (3), Nodi lymphatici obturatori (4), Nodi lymphatici iliaci interni (5), pararektaler Abfluss zu den Nodi lymphatici sacrales (6). Abb. aus Gray’s Anatomy, Lea and Febinger 1918, Philadelphia, USA.
Lymphgefäße Lymphknoten des Beckens






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Literatur