Dr. med. Dirk Manski

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Anatomie Penis: Vorhaut, Schwellkörper, Arterien, Venen, Harnröhre (Teil 1/2)


Zusammenfassende Literatur: (Benninghoff, 1993).

Makroskopische Anatomie des Penis

Schwellkörper des Penis

Der Penis ist aus 2 paarigen Schwellkörpern (Corpora cavernosa penis) und einem unpaaren Schwellkörper (Corpus spongiosum penis) aufgebaut. Die Corpora enthalten bizarr geformte Hohlräume, welche mit Endothel ausgekleidet sind. Glatte Muskulatur durchzieht die Schwellkörperwände und trabekelartig die Schwellkörperhohlräume. Die zuführenden Arterien fallen durch ihre starke glattmuskuläre Wandung auf.

Corpora cavernosa penis:

paarige Schwellkörper, beginnen an den unteren Schambeinästen mit den Crura penis und ziehen durch den Penis bis an die Glans. Die Corpora cavernosa penis sind von beiden Mm. ischiocavernosi umgeben.

Corpus spongiosum penis:

unpaarer Schwellkörper, beginnt zwischen den beiden Crura penis als kolbige Verdickung, dem Bulbus penis, und umgibt die Urethra. Zur Penisspitze bildet das Corpus spongiosum penis die Glans aus. Bindegewebsfasern sorgen für eine kräftige Verbindung zu den Corpora cavernosa. Der Bulbus penis wird vom M. bulbocavernosus umgeben.

Glans penis:

Eichel, konisch geformtes Ende des Corpus spongiosum. Die Harnröhre mündet mit dem Ostium urethrae externum an der Glans penis. Die wallartige Corona glandis markiert den Übergang nach proximal zum Corpus cavernosum.

Tunica albuginea des Penis:

eine derbe 1 mm dicke bindegewebeartige Kapsel, umhüllt außen die beiden Corpora cavernosa, median ist das Septum pectiniforme penis zwischen den Schwellkörpern.

Faszien und Bandapparat des Penis

Der Penis wird zirkulär von der Fascia penis profunda (Buck-Faszie) umhüllt, darunter liegt die Tunica albuginea der Schwellkörper. Über der Buck-Faszie liegt die Fascia penis superficialis mit der Tunica Dartos. Die Tunica dartos verstärkt die Fascia penis superficialis mit glatter Muskulatur [Abb. 1.1]. Nach kaudal geht die Fascia penis superficialis in die Fascia perinei superficialis (Colles Faszie) über. Nach kranial besteht Verbindung zur Tunica fibrosa urogenitalis externa (Scarpa-Faszie). Aufgrund der Befestigung der Scarpa-Faszie am Leistenband und der Colles Faszie am Centrum tendineum und an der Fascia lata werden Penishämatome auf diesen Bereich begrenzt.
Der Bandapparat befestigt den Penis an der Symphyse und Linea alba der Rektusscheide. Er besteht aus dem Lig. fundiforme penis und Lig. suspensorium penis.


Abbildung 1.1: Anatomischer Querschnitt durch den Penis. Abb. modifiziert nach Gray’s Anatomy, Lea and Febinger 1918, Philadelphia, USA.
Anatomischer Querschnitt durch den Penis

Präputium (Vorhaut)

Das Präputium (Vorhaut) ist aus einem inneren und äußeren Blatt aufgebaut und dient als Reservehaut bei der Erektion. Die beiden Hautblätter sind gegeneinander verschieblich und gehen am äußeren Rand ineinander über. An der Unterseite befindet sich das Frenulum praeputii, eine bandartige Befestigung an der Glans [Abb. unbeschnittener Penis]. Das Smegma praeputii ist eine weißliche Verschmutzung der Glans und des Präputiums und entsteht aufgrund einer Bakterienbesiedlung der abgeschilferten Epithelien.

Anatomie der männlichen Urethra

Die männliche Urethra (Harnröhre) zieht vom Meatus urethrae internus (Harnblasenhals) bis zum Meatus urethrae externus, es können folgende Abschnitte unterschieden werden [Abb. männliche Harnröhre]:

Prostatische Harnröhre (Pars prostatica):

Von der Prostata umgeben, 3–5 cm lang. In der Mitte liegt der Colliculus seminalis, auch Verumontanum genannt. Dort münden die zwei Ductus ejaculatorii. Der Utriculus prostaticus ist ein Relikt der Embryonalzeit (Müller-Gangsystem), welcher mittelständig mündet.

Membranöse Harnröhre (Pars membranacea):

Teil der Harnröhre, welcher durch den Beckenboden zieht und vom M. sphincter urethrae ext. umschlossen wird.

Pars spongiosa:

diese gliedert sich in die bulbäre und penile Urethra, die Grenze markiert das distale Ende des M. ischiocavernosus und bulbospongiosus. In die proximale Pars spongiosa münden die Glandulae bulbourethrales (Cowper-Drüsen). Die Glandulae urethrales (Littre-Drüsen) münden auf gesamter Länge.

Fossa navicularis:

Durchmesservergrößerung der Harnröhre im Bereich der Glans.



Gefäßversorgung des Penis

Arterien des Penis:

alle penilen Arterien entspringen der A. pudenda int. aus der A. iliaca interna [Abb. 1.3]. Die A. pudenda interna erreicht die Fossa ischiorectalis durch den Alcock-Kanal.

A. dorsalis penis:

zieht auf dem Corpus cavernosum nach distal und versorgt die Glans, das Präputium und die Penishaut.

A. profunda penis:

zieht in das Corpus cavernosum und gibt zahlreiche Aa. helicinae (Rankenarterien) ab, welche sich in die Kavernen der Schwellkörper öffnen.

A. bulbi penis:

versorgt das Corpus spongiosum und die Harnröhre.



Venen des Penis:

durchbrechen die Tunica albuginea und münden über die Vv. circumflexae in die unpaare V. dorsalis penis, welche in den Plexus venosus vesicoprostaticus (Plexus Santorinii) mündet.

Lymphgefäße des Penis:

münden in den Nodi lymphatici inguinales superficiales et profundi.
Proximale Penisanteile (Crura) münden in die Beckenlymphknoten.

Mikroskopische Anatomie des Penis

Urethra:

Der Wandbau der Harnröhre beinhaltet von innen nach außen eine Tunica mucosa mit wechselnder Epithelbedeckung (s. u.), eine Tela submucosa mit Bindegewebe und Drüsen und eine Tunica muscularis, welche bis auf die Schließmuskel sehr dünnwandig ist.

Pars prostatica:
Übergangsepithel.
Pars spongiosa:
mehrschichtiges Zylinderepithel
Fossa navicularis:

von mehrschichtigem Zylinderepithel in mehrschichtiges glykogenhaltiges Plattenepithel übergehend.

Glans und Präputium:

mehrschichtiges verhorntes Plattenepithel.

Aufbau der Schwellkörper:

die Corpora enthalten massenhaft Geflechte glatter Muskulatur, die von bizarr geformten Hohlräumen durchzogen werden. Die Schwellkörper und die muskulären Geflechte sind mit Endothel ausgekleidet. Die zuführenden Arterien fallen durch ihre starke glattmuskuläre Wandung auf.

Somatoafferente Innervation:

die Afferenzen ziehen von den Rezeptoren über den N. dorsalis penis zum N. pudendus ins Rückenmark. Dort zweigt sich die Bahn in den Tractus spinothalamicus und in die lemniskale Hinterstrangbahn auf.







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Literatur Penis

Benninghoff 1993 BENNINGHOFF, A.:
Makroskopische Anatomie, Embryologie und Histologie des Menschen.
15. Auflage.
Mnchen; Wien; Baltimore : Urban und Schwarzenberg, 1993

Porst 2004 PORST, H.:
Tadalafil, Therapiestrategien bei erektiler Dysfunktion.
Linkenheim-Hochstetten : Aesopus Verlag, 2004



  English Version: Anatomy of the penis: gross anatomy, histology, blood and nerve supply.