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Anatomie Penis: Vorhaut, Schwellkörper, Arterien, Venen, Harnröhre (Teil 1/2)
- Anatomie des Penis: Schwellkörper, Harnröhre, Vorhaut
- Mechanismus der Erektion: Nerven, Physiologie
Makroskopische Anatomie des Penis
Schwellkörper des Penis
Der Penis besteht aus zwei paarigen Schwellkörpern (Corpora cavernosa penis) und einem unpaaren Schwellkörper (Corpus spongiosum penis). Die Corpora enthalten unregelmäßig geformte, endothel-ausgekleidete Hohlräume (Sinusoide). Glatte Muskulatur durchzieht die Trabekel der Schwellkörper und die Schwellkörperwände. Die zuführenden Arterien fallen durch ihre ausgeprägte glattmuskuläre Wand auf.
Corpora cavernosa penis:
Die Corpora cavernosa sind paarige Schwellkörper. Sie beginnen an den unteren Schambeinästen als Crura penis und ziehen durch den Penisschaft bis zur Basis der Glans. Die Corpora cavernosa werden von den Mm. ischiocavernosi umgeben.
Corpus spongiosum penis:
Das Corpus spongiosum ist ein unpaarer Schwellkörper. Es beginnt zwischen den beiden Crura penis als kolbenförmige Verdickung (Bulbus penis) und umgibt die Urethra. Zur Penisspitze bildet das Corpus spongiosum die Glans. Bindegewebsfasern sorgen für eine feste Verbindung zu den Corpora cavernosa. Der Bulbus penis wird vom M. bulbospongiosus umgeben.
Glans penis:
Die Eichel (Glans penis) ist das konisch geformte Ende des Corpus spongiosum. Die Harnröhre mündet mit dem Ostium urethrae externum an der Glans penis. Die Corona glandis markiert den Übergang zum Penisschaft (distaler Anteil der Corpora cavernosa).
Tunica albuginea des Penis:
Die Tunica albuginea des Penis ist eine derbe, etwa 1–2 mm dicke Bindegewebsschicht, welche die beiden Corpora cavernosa umhüllt und median das Septum pectiniforme penis zwischen den Schwellkörpern ausbildet.
Faszien und Bandapparat des Penis
Die Schwellkörper werden zirkulär von der Fascia penis profunda (Buck-Faszie) umhüllt. Über der Buck-Faszie liegt die Fascia penis superficialis mit der Tunica dartos. Die Tunica dartos verstärkt die Fascia penis superficialis durch glatte Muskulatur. Nach kaudal geht die Fascia penis superficialis in die Fascia perinei superficialis (Colles-Faszie) über. Nach kranial besteht eine Verbindung zur Tunica fibrosa urogenitalis externa (Scarpa-Faszie). Aufgrund der Befestigung der Scarpa-Faszie am Leistenband und der Colles-Faszie am Centrum tendineum perinei sowie an der Fascia lata sind Penishämatome (nach Ruptur der Buck-Faszie) auf diesen Bereich begrenzt.
Der Bandapparat befestigt den Penis an der Symphyse und an der Linea alba der Rektusscheide. Er besteht aus dem Lig. fundiforme penis und dem Lig. suspensorium penis.
Präputium (Vorhaut)
Das Präputium (Vorhaut) besteht aus einem inneren und einem äußeren Blatt und dient als Reservehaut bei der Erektion. Die beiden Hautblätter sind gegeneinander verschieblich und gehen am freien Rand ineinander über. An der Unterseite befindet sich das Frenulum praeputii, eine bandartige Befestigung an der Glans. Das Smegma ist eine weißliche Verunreinigung der Glans und des Präputiums aus abgeschilferten Epithelzellen, Sekreten und Feuchtigkeit.
Anatomie der männlichen Urethra
Die männliche Urethra (Harnröhre) zieht vom Meatus urethrae internus (Harnblasenhals) bis zum Meatus urethrae externus. Es werden folgende Abschnitte unterschieden [Abb. männliche Harnröhre]:
Prostatische Harnröhre (Pars prostatica):
Von der Prostata umgeben, 3–5 cm lang. In der Mitte liegt der Colliculus seminalis (auch Verumontanum genannt). Dort münden die beiden Ductus ejaculatorii (Spritzkanäle). Der Utriculus prostaticus ist ein Relikt der Embryonalzeit (Müller-Gangsystem) und mündet am Verumontanum.
Membranöse Harnröhre (Pars membranacea):
Abschnitt der Harnröhre, der durch den Beckenboden zieht und vom M. sphincter urethrae externus umschlossen wird.
Pars spongiosa:
Die Pars spongiosa gliedert sich in die bulbäre und penile Urethra, die Grenze markiert das distale Ende des M. ischiocavernosus und des M. bulbospongiosus. In die proximale Pars spongiosa münden die Glandulae bulbourethrales (Cowper-Drüsen). Die Glandulae urethrales (Littre-Drüsen) münden über die gesamte Länge.
Fossa navicularis:
Die Fossa navicularis ist eine Erweiterung der penilen Harnröhre im Bereich der Glans.
Gefäßversorgung des Penis
Arterien des Penis:
Alle Penisarterien entspringen der A. pudenda interna aus der A. iliaca interna. Die A. pudenda interna erreicht die Fossa ischioanalis über den Alcock-Kanal (Canalis pudendalis).
Arteria dorsalis penis:
Die A. dorsalis penis zieht auf der Dorsalseite des Penis nach distal und versorgt die Glans, das Präputium und die Penishaut.
Arteria profunda penis:
Die A. profunda penis zieht in das Corpus cavernosum und gibt zahlreiche Aa. helicinae (Rankenarterien) ab, die in die Sinusoide der Schwellkörper münden.
Arteria bulbi penis:
Die A. bulbi penis versorgt den Bulbus penis, das Corpus spongiosum und die Harnröhre.
Venen des Penis:
Die tiefen Penisvenen durchbrechen die Tunica albuginea und drainieren über Vv. circumflexae in die unpaare V. dorsalis profunda penis. Diese mündet in den Plexus venosus prostaticus (Santorini-Plexus) und weiter in das Beckvenensystem. Die oberflächliche V. dorsalis penis drainiert primär in die Vv. pudendae externae.
Lymphgefäße des Penis:
Die Lymphgefäße der Glans und des distalen Penisschafts drainieren überwiegend in die Nodi lymphatici inguinales superficiales; tiefere Anteile können in die Nodi inguinales profundi abfließen. Proximale Penisanteile (Crura) drainieren in die Beckenlymphknoten (Nodi lymphatici iliaci externi, iliaci interni, obturatorii).
Innervation des Penis:
Siehe Mechanismus der Erektion: Nerven und Physiologie
Mikroskopische Anatomie des Penis
Urethra:
Der Wandaufbau der Harnröhre besteht von innen nach außen aus einer Tunica mucosa mit wechselnder Epithelbedeckung, einer Tela submucosa mit Bindegewebe und Drüsen sowie einer Tunica muscularis, die außerhalb des Schließmuskelapparats relativ dünn ist.
- Pars prostatica: Urothel (Übergangsepithel).
- Pars spongiosa: Überwiegend mehrreihiges (pseudostratifiziertes) Zylinderepithel; distal Übergang zu mehrschichtigem Zylinderepithel.
- Fossa navicularis: Übergang vom mehrschichtigen Zylinderepithel zu mehrschichtigem, glykogenhaltigem Plattenepithel.
Glans und Präputium:
Glans und inneres Präputialblatt bei unbeschnittenen Männern: mehrschichtiges, überwiegend unverhorntes Plattenepithel. Die Histologie des äußeren Präputialblatts entpricht der Haut: mehrschichtig verhorntes Plattenepithel.
Aufbau der Schwellkörper:
Die Corpora enthalten zahlreiche Trabekel aus glatter Muskulatur und Bindegewebe, die von unregelmäßig geformten, endothel-ausgekleideten Hohlräumen (Sinusoiden) durchzogen werden. Die zuführenden Arterien fallen durch ihre starke glattmuskuläre Wandung auf.
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Literatur
Benninghoff, A. (1993): Makroskopische Anatomie, Embryologie und Histologie des Menschen. 15. Auflage. München; Wien; Baltimore: Urban & Schwarzenberg.
Porst 2004 PORST, H.:
Tadalafil, Therapiestrategien bei erektiler Dysfunktion.
Linkenheim-Hochstetten : Aesopus Verlag, 2004
English Version: Anatomy of the penis: gross anatomy, histology, blood and nerve supply.
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