Dr. med. Dirk Manski

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Management von Paravasten

Definition von Paravasaten

Das Eindringen einer Chemotherapieinfusion in das umgebende Gewebe eines Gefäßzugangs wird Paravasat genannt.

Klinik

Schmerzen, Brennen, Schwellung und Rötung sind die Sofortreaktionen. Im Verlauf drohen Induration, Sklerosierung, Nekrose und Ulkusentstehung.

Prävention von Paravasaten

Allgemeine und spezielle Sofortmaßnahmen bei Paravasation

Spezifische Sofortmaßnahmen bei Paravasaten durch Chemotherapeutika in der Urologie (Retz und Gschwend, 2010) (de Wit u.a., 2010).
Substanz Spezifische Sofortmaßnahmen
Bleomycin, Carboplatin, Docetaxel, Gemcitabine, Ifosfamid, Methotrexat Keine spezifischen Maßnahmen
Etoposid Keine spezifischen Maßnahmen, keine Kühlung.
Cisplatin, Mitoxantron Trockene Kühlung des Paravasats, 6× täglich Auftragen von DMSO 99% mit einem Tupfer.
Doxorubicin, Epirubicin Trockene Kühlung des Paravasats, Erste Wahl: sofortige Gabe von Dexrazoxan i.v. und Fortführung über mehrere Tage. Zweite Wahl: 6$\times$ täglich Auftragen von DMSO 99% mit einem Tupfer oder chirurgische Therapie.
Paclitaxel Nicht kühlen, keine Wärme. Hyaluronidase 1500 U auf 10 ml Aqua um das Paravasat injizieren.
Vinblastin, Vinflunin Trockene Wärme, Hyaluronidase 1500 U auf 10 ml Aqua um das Paravasat injizieren.







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Literatur

de Wit, M.; Ortner, P.; Lipp, H.; Sehouli, J.; Untch, M.; Ruhnke, M.; Mayer-Steinacker, R.; Bokemeyer, C. & Jordan, K. Zytostatika-induzierte Paravasate. Empfehlungen zu Diagnose, Prophylaxe und Therapie.
www.onkosupport.de, 2012.

Retz, M. & Gschwend, J. (ed.) Medikamentöse Tumortherapie in der Uroonkologie
Springer Verlag Berlin Heidelberg, 2010.