Dr. med. Dirk Manski

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Testikuläre Mikrolithiasis (Sternenhimmelphänomen des Hodens)

Definition:

Die testikuläre Mikrolithiasis (Sternenhimmelphänomen des Hodens) ist ein radiologisches Zeichen bei der Sonographieuntersuchung des Hodens. Das Sternenhimmelphänomen sind kalzifizierte Kerne mit konzentrischen Schichten von organischer Matrix, welche 1–3 mm groß sind und sich im Lumen der Tubuli seminiferi befinden. Wenn mehr als fünf Verkalkungen in einem Schnittbild sichtbar sind, spricht man von der klassischen testikulären Mikrolithiasis [Abb. Sternenhimmelphänomen]. Wenn nur einzelne Mikrolithen nachweisbar sind, sind die Kriterien für eine limitierte testikuläre Mikrolithiasis erfüllt.


Testikuläre Mikrolithiasis (Sternenhimmel) in der Sonographie des Hodens. Mit freundlicher Genehmigung, J. Menzinger, Augsburg.
Abbildung Sternenhimmel testikuläre Mikrolithiasis

Epidemiologie:

Die Prävalenz der klassischen testikulären Mikrolithiasis bei Patienten mit einer Indikation für einen Hodenultraschall (Schmerz, Tumor o.ä.) liegt bei 2–4%, eine limitierte testikuläre Mikrolithiasis ist bei 14% nachweisbar. Die klassische testikuläre Mikrolithiasis ist ein Risikofaktor für einen Hodentumor. Das Ausmaß des Risikos wird kontrovers beurteilt. Bei etwa 10–30% der Patienten mit klassischer testikulärer Mikrolithiasis ist gleichzeitig ein Hodentumor nachweisbar (Middleton u.a., 2002) (Otite u.a., 2001). Wenn kein Hodentumor bei Erstdiagnose vorliegt, so ist das weitere Tumorrisiko im Verlauf unklar. Weiterhin ist die testikuläre Mikrolithiasis auch mit gutartigen Erkrankungen assoziiert: Infertilität, Infektionen, Trauma oder Hodentorsion.

Ätiologie:

Der Sternenhimmel des Hodens geht von abgestorbenen zellulären Material aus, welches im Verlauf kalzifiziert und von einer organischen Matrix umhüllt wird.

Diagnose:

Mittel der Wahl ist eine hochauflösende Sonographie des Hodenparenchyms: 1–3 mm große, stark echogene nicht schattengebende Läsionen, welche im gesamten Hodengewebe verteilt sind.

Therapie:







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Literatur

Middleton, W. D.; Teefey, S. A. & Santillan, C. S.
Testicular microlithiasis: prospective analysis of prevalence and associated tumor.
Radiology 2002, 224, 425-428.


Otite, U.; Webb, J. A.; Oliver, R. T.; Badenoch, D. F. & Nargund, V. H.
Testicular microlithiasis: is it a benign condition with malignant potential?
Eur Urol 2001, 40, 538-542.