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Aneurysma der Nierenarterie: Diagnose und Therapie
Definition des Nierenarterienaneurysmas
Ein Nierenarterienaneurysma ist eine Erweiterung des Nierenarteriendurchmessers auf mehr als das 1,5-fache des normalen Gefäßdurchmessers, welche je nach Morphologie folgend klassifiziert wird:
Echtes Aneurysma:
Eine Aussackung aller Wandschichten, die Form kann asymmetrisch sackförmig oder gleichmäßig zylindrisch sein. Mit zunehmender Dilatation nimmt die Stabilität der Arterienwand ab. Echte Aneurysmen machen den Großteil der Nierenarterienaneurysmen aus.
Pseudoaneurysma:
Das falsche Aneurysma (Pseudoaneurysma) entsteht durch eine Gefäßwandverletzung, meist iatrogen, traumatisch oder entzündlich, mit Ausbildung eines pulsierenden, extravasalen Hämatoms mit arterieller Perfusion.
Aneurysma dissecans:
Durch einen Einriss der Intima bewirkt der Blutstrom zwischen den Gefäßwandschichten eine aneurysmatische Erweiterung.
Aneurysma arteriovenosum:
Aneurysmatischen Veränderungen ausgehend von einer arteriovenösen Fistel.
Epidemiologie des Nierenarterienaneurysmas
1:300 bis 1:1000, die meisten ohne Therapienotwendigkeit. Die Ruptur eines Nierenarterienaneurysmas ist selten, die Letalität liegt um 10%. Bei einer Ruptur in der Schwangerschaft ist die maternale und fetale Mortalität deutlich höher.
Ätiologie des Nierenarterienaneurysmas
Angeboren, Arteriosklerose, fibromuskuläre Dysplasie, traumatisch, nach Interventionen (iatrogen), Vaskulitiden.
Klinik des Nierenarterienaneurysmas
Viele Nierenarterienaneurysmen sind asymptomatische Zufallsbefunde. Mögliche Beschwerden sind arterielle Hypertonie, Schmerzen, Hämaturie, abdomineller pulsierender Tumor (selten) oder abdominelles Strömungsgeräusch. Hypotonie, Schock und akutes Abdomen können durch eine Aneurysmaruptur ausgelöst werden.
Diagnostik des Nierenarterienaneurysmas
- Doppler-Ultraschall: als orientierende Erstuntersuchung, die Aussagekraft ist jedoch untersucher- und anatomieabhängig.
- CT-Angiographie: nichtinvasive Bildgebung zur Diagnosesicherung, Größenbestimmung, Verkalkungsbeurteilung und Therapieplanung.
- MR-Angiographie als Alternative bei jodhaltiger Kontrastmittelproblematik oder wenn wiederholte Verlaufskontrollen erforderlich sind.
- Katheterangiographie als invasiver Goldstandard für die detaillierte Gefäßdarstellung und vor allem bei geplanter endovaskulärer Therapie
Therapie des Nierenarterienaneurysmas
Die Indikationen für endovaskuläre Operationen (Stent-Einlage) oder offen-chirurgische Operationen (Exzision und Rekonstruktion der Nierenarterie) sind:
- Durchmesser >2,5–3 cm
- Rupturgefährdetes Pseudoaneurysma.
- Symptomatische Läsion mit Flankenschmerzen, Hämaturie, renin-abhängiger Hypertonus oder klinisch relevanter Embolisation.
- Rasche Größenzunahme im Verlauf, unvollständige ringförmige Verkalkungen sind ein weiterer Risikofaktor.
- Eine anstehende Schwangerschaft erhöht das Rupturrisiko.
- Arteriovenöse Fistel
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English Version: Renal artery aneurysm
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