Dr. med. Dirk Manski

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Malignes Melanom des Penis

Sehr seltener hochmaligner Hauttumor am Penis. Am häufigsten an der Glans, kann aber auch in der Urethra vorkommen (Manivel und Fraley, 1988).

Klinik des malignen Melanoms am Penis:

Unregelmäßig pigmentiert, unregelmäßig begrenzt, makulös oder papulös, kann ulzerieren.

Therapie:

Exzision mit Sicherheitsabstand und Durchführung einer Lymphadenektomie. Die 5JÜR liegt unter 50 % trotz therapeutischer Bemühungen.



Sarkom des Penis

Sehr seltener maligner Tumor ausgehend vom Mesenchym. Die Sarkome können im Anfangsstadium die Induratia penis plastica imitieren und treten typischerweise am proximalen Penisschaft auf.
Sarkome ausgehend vom Gefäßsystem sind am häufigsten, danach neuronale, myogene, und fibrogene Herkunft.

Therapie des Penissarkoms:

da lokale Rezidive nach organerhaltenden Resektionen eine Gefahr sind, ist auch bei oberflächlichen malignen Läsionen an eine totale Penektomie zu denken. Lymphknoten- oder Fernmetastasen sind selten, die Prognose ist bei radikalem Vorgehen günstig.

Morbus Paget des Penis

Seltenes intradermales Karzinom ausgehend von Ausführungsgängen der Schweißdrüsen. In 30 % Assoziation mit anderen Karzinomen (Prostata, Harnblase, Darm...), eine Tumorsuche ist notwendig.

Klinik:

Geröteter leicht nässender scharf begrenzter Herd (Ekzem), keine Rückbildung bei Kortisonbehandlung.

Therapie:

Nach bioptischer Sicherung ist eine komplette chirurgische Entfernung anzustreben, bei Lymphadenopathie mit Lymphadenektomie inguinal. Engmaschige Nachbeobachtung aufgrund Rezidivneigung.

Lymphom des Penis

Primäre Erkrankung (Stadium IE nach Ann-Arbor) oder Manifestation im Rahmen einer systemischen Lymphomerkrankung (Arena u.a., 2001). Therapie siehe Lehrbücher der inneren Medizin.

Basaliom des Penis

Aufgrund der geringen aktinischen Exposition der Penishaut ein sehr seltener Penistumor. Klinisch findet sich ein langsam wachsender ulzerierender Tumor mit Randwall und Teleangiektasien, die Therapie besteht in der Exzision. Das Risiko in der Ausbildung von Metastasen ist sehr gering.

Penismetastasen

Am häufigsten ist die hämatogene Streuung von Malignomen der Harnblase, Rektum, Prostata, seltener Niere oder Lunge in den Penis.

Klinik:

Penisschwellung, Penistumor, Priapismus durch Befall des Corpus cavernosum.

Therapie:

Penismetastasen sind ein Zeichen einer fortgeschrittenen hochmalignen Erkrankung und mit einer schlechten Prognose behaftet, die Mehrzahl der Patienten stirbt innerhalb eines Jahres. Zur Palliation ist selten eine Penektomie notwendig, eine Bestrahlung ist i. d. R. nicht erfolgreich.






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Literatur

Arena u.a. 2001 ARENA, F. ; STEFANO, C. di ; PERACCHIA, G. ; BARBIERI, A. ; CORTELLINI, P.:
Primary lymphoma of the penis: diagnosis and treatment.
In: Eur Urol
39 (2001), Nr. 2, S. 232–5

Manivel und Fraley 1988 MANIVEL, J. C. ; FRALEY, E. E.:
Malignant melanoma of the penis and male urethra: 4 case reports and literature review.
In: J Urol
139 (1988), Nr. 4, S. 813–6