Dr. med. Dirk Manski

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Blutuntersuchung: Leberparameter

Die Darstellung der Normwerte und Differentialdiagnose von Blutwerten ist modifiziert nach (Siegenthaler, 1988) und (Guder und Nolte, 2009).

Bilirubin

Normalwerte des Bilirubins:

Gesamtbilirubin < 1 mg/dl (17 μmol/l), direktes Bilirubin < 0,4 mg/dl (7 μmol/l).

Bedeutung des Bilirubins:

Bilirubin ist das Abbauprodukt des Hämstoffwechsels, es wird in der Leber glucoronidiert und v. a. biliär ausgeschieden. Das Bilirubin wird eingeteilt in das Gesamtbilirubin, das direkte (wasserlösliches glucoronidiertes) Bilirubin und das indirekte (wasserunlösliches) Bilirubin. Messtechnisch können das Gesamtbilirubin und das direkte Bilirubin bestimmt werden, das indirekte Bilirubin wird aus der Differenz errechnet.

Direktes Bilirubin erhöht:

hepatischer Ikterus.
Cholestase:

extrahepatisch (Choledochuserkrankungen: Stein, Striktur, Infektion, Fehlbildung, Tumor) oder intrahepatisch (Fettleber, Medikamente, Schwangerschaft, Lebertumoren oder -metastasen).

Hepatische Ursachen:

Hepatitis, Leberzirrhose, Leberinsuffizienz (Toxine, Knollenblätterpilz, Sepsis, ...), Rechtsherzinsuffizienz, Dubin-Johnson-Syndrom, Rotor-Syndrom.

Indirektes Bilirubin erhöht:

hämolytischer Ikterus.
Prähepatischer Ikterus:

Hämolyse, Lungeninfarkt, intestinale Blutung, Hämatomresorption.

Hepatische Ursachen:

alle hepatischen und cholestatischen Erkrankungen wie o.g., Morbus Meulengracht, Hyperthyreose, Crigler-Najjar-Syndrom, Medikamente, portokavaler Shunt.

Transaminasen

Normwerte der Transaminasen (bei 37°C):

Vorkommen der Transaminasen:

die Glutamat-Pyruvat-Transaminase (GPT) oder Alanin-Aminotransferase (ALT) kommt v. a. in der Leber vor, während die Glutamat-Oxalacetat-Transaminase (GOT) oder Aspartat-Aminotransferase neben der Leber auch in Herz, Muskel, Gehirn und Erythrozyt vorkommt.

Transaminasen erhöht:

GOT erhöht bei Untergang von Zellen in Herz, Leber, Muskel, Lunge und Erythrozyten. Die GPT-Erhöhung zeigt eine Leberzellschädigung an.

De-Ritis-Quotient:

Der De-Ritis-Quotient ist das Verhältnis von GOT/GPT. Ein De-Ritis-Quotient >1 zeigt einen schweren Verlauf der Zellschädigung in der Leber an (oder Herz, Skelettmuskel). Liegt der Quotient unter 1, so ist nur eine leichte oder keine Schädigung vorhanden.

γ-Glutamyltransferase (γ-GT)

Normwert der γ-GT:

bei 37 unter 39 U/l für Frauen und unter 66 U/l für Männer. Bei Kindern niedrigere Normwerte, in den ersten 6 Lebensmonaten deutlich höhere Normwerte.

Vorkommen der γ-GT:

membrangebundenes Enzym in den Leber- und Gallengangsepithelien.

γ-GT erhöht:

Cholestase, Cholangitis, Gallenwegssteine, Gallenwegstumoren. Lebererkrankungen wie Hepatitis, toxische Leberschädigung (Alkohol, Medikamente), Tumoren, Metastasen. Pankreatitis.

Cholinesterase (ChE)

Normwert der Cholinesterase:

1900–3800 U/l.

ChE erniedrigt:

Leberinsuffizienz, Cholinesterasehemmer (E605), chronische Infekte, Tumoren, Schwangerschaft, Muskelerkrankungen.

ChE erhöht:

Fettleber, nephrotisches Syndrom, exsudative Enteropathie.





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Literatur Leberwerte

Guder, W. G. & Nolte, J.
Das Laborbuch für Klinik und Praxis
Urban&Fischer, 2009


Siegenthaler 1988 SIEGENTHALER, W. ; SIEGENTHALER, W. (Hrsg.):
Differentialdiagnose innerer Krankheiten.
Georg Thieme Verlag, Stuttgart, New York., 1988