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Arteriovenöse Fistel und Malformation der Nierengefäße
Definition der AV-Fistel
Pathologische direkte Verbindung zwischen einer Nierenarterie und einer Nierenvene ohne zwischengeschalteten Kapillarbett, meist traumatisch, iatrogen oder degenerativ bedingt.
Definition der Arteriovenösen Malformation
Gefäßnidus aus multiplen pathologischen arteriovenösen Kurzschlussverbindungen, meist angeboren (Cura et al., 2010).
Epidemiologie
Kongenitale renale arteriovenöse Malformationen sind selten, die Prävalenz wurde in einer Autopsiestudie mit 40/100.000 angegeben. Erworbene renale arteriovenöse Fisteln entstehen vor allem iatrogen nach Nierenbiopsie oder urologischen Eingriffen. Nach partieller Nephrektomie oder PNL liegt die Häufigkeit iatrogener vaskulärer Läsionen, meist Pseudoaneurysmen und seltener arteriovenöse Fisteln, insgesamt bei etwa 1–2 %.
Klinik der arteriovenösen Fistel der Nierengefäße
Lautes Strömungsgeräusch, arterieller Hypertonus, linksventrikuläre Hypertrophie und Linksherzversagen, Hämaturie, Flankenschmerzen. Asymptomatische Zufallsbefunde sind möglich.
Diagnostik
Labor (Blutbild, Kreatinin, Urinstatus und Gerinnungsdiagnostik), Nierensonographie mit Doppler, CT-Angiographie oder MR-Angiographie. Die digitale Subtraktionsangiographie ist der diagnostische Goldstandard, weil sie Morphologie und Hämodynamik exakt darstellt und gleichzeitig eine endovaskuläre Therapie ermöglicht.
Therapie der AV-Fistel der Nierengefäße
Bei kleinen, asymptomatischen, iatrogenen AV-Fisteln ist zunächst ein konservatives Vorgehen mit klinischer und sonographischer Verlaufskontrolle vertretbar. Endovaskuläre Eingriffe sind die Therapie der ersten Wahl: selektive Embolisation, Verschluss mit Coils oder Einlage eines gedeckten Stents. Offen-chirurgische Eingriffe sind bei schwierigen Fällen und bei Komplikationen notwendig. Die Nierenteilresektion sollte bei guter Nierenfunktion angestrebt werden. Die offene Nierenentfernung oder laparoskopische Nephrektomie ist notwendig bei fehlender Nierenfunktion oder wenn große AV-Fisteln ohne Nephrektomie nicht kontrolliert werden können. Falls vorhanden, ist die medikamentöse Therapie der Hypertonie und der Herzinsuffizienz vor operativer Therapie essentiell.
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Literatur
Cura, M.; Elmerhi, F.; Suri, R.; Bugnone, A. & Dalsaso,
T.
Vascular malformations and arteriovenous fistulas of the kidney.
Acta
Radiol, 2010, 51, 144-149.
Hatzidakis A, Rossi M, Mamoulakis C, Kehagias E, Orgera G, Krokidis M, Karantanas A. Management of renal arteriovenous malformations: A pictorial review. Insights Imaging. 2014 Aug;5(4):523-30. doi: 10.1007/s13244-014-0342-4.
English Version: Renal arteriovenous fistula and malformation
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