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Gutartige Tumoren und tumorähnliche Läsionen der Harnblase
Gutartige Tumoren der Harnblase sind selten. Klinisch bedeutsam sind vor allem Läsionen, die zystoskopisch oder bildgebend ein Harnblasenkarzinom imitieren können.
Nicht-keratinisierende Plattenepithelmetaplasie
Hierbei handelt es sich um eine hormonabhängige Umwandlung des Urothels im Bereich des Trigonum vesicae in ein mehrschichtiges, nicht-verhornendes Plattenepithel. Sie findet sich bei bis zu 40 % der asymptomatischen Frauen im fertilen Alter.
Ätiologie und Pathogenese
Die Schleimhaut des Trigonums besitzt eine hohe Dichte an Östrogen- und Progesteronrezeptoren. Unter hormonellem Einfluss kommt es zur Metaplasie.
Zystoskopie
Scharf begrenzte, weißlich-trübe oder flauschige Beläge, die exakt auf das Trigonum begrenzt sind. Bei typischer Lokalisation im Trigonum und unauffälliger Anamnese ist keine Biopsie erforderlich.
Zystitis cystica
Die Zystitis cystica ist eine urotheliale Entzündungsreaktion der Harnblase mit blasenartigen Auftreibungen der Schleimhaut. Siehe auch das Kapitel zur Ureteritis cystica.
Ätiologie und Pathologie
Unklare entzündliche Reaktion des Urothels auf Infektionen oder mechanische Irritationen. Es entstehen subepitheliale Vesikel von wenigen Millimetern Größe. In der Harnblase wird die Zystitis cystica am häufigsten im Trigonumbereich gefunden.
Klinik
In der Regel ohne Beschwerden, möglich sind Hämaturie oder Symptome einer Harnwegsinfektion.
Diagnostik
Zystoskopie; eine Biopsie der Läsion ist i. d. R. nicht notwendig.
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Therapie
Die Zystitis cystica selbst muss nicht behandelt werden. Eine Besserung wird nach Therapie der Auslöser eintreten: z. B. antibiotische Therapie einer Harnwegsinfektion.
Papillom der Harnblase
Urotheliales Papillom
Das urotheliale Papillom ist ein seltener, exophytischer Tumor mit zarten papillären Strukturen und unauffälligem Urothel. Es tritt meist als solitärer, kleiner Tumor auf. Nach vollständiger transurethraler Resektion ist die Prognose sehr gut, Rezidive sind selten.
Invertiertes Papillom
Das invertierte Papillom ist ein gutartiger urothelialer Tumor mit endophytischem Wachstum. Typische Lokalisationen sind Blasenhals und Trigonum. Makroskopisch kann die Läsion ein Urothelkarzinom imitieren, weshalb eine vollständige transurethrale Resektion mit histologischer Sicherung notwendig ist.
Nephrogenes Adenom
Das nephrogene Adenom ist eine seltene, gutartige metaplastische Veränderung des Urothels. Es imponiert oft als papilläre, zystische, polypöse oder exophytische Struktur, die teilweise einem papillären Urothelkarzinom ähnlich sieht.
Ätiologie
Abgeschilferte Nierentubuluszellen nisten sich auf geschädigtem Urothel an, Risikofaktoren sind Langzeitkatheter, Blasensteine, Voroperationen (TURB, NTX) oder rezidivierende HWI.
Pathologie
Reaktive Metaplasie: Histologisch ähnelt das Gewebe Nierentubuli, Atypien sind nicht nachweisbar.
Therapie
TURB, Rezidive sind möglich.
Inflammatorischer Pseudotumor
Der inflammatorische myofibroblastische Tumor (IMT) ist eine seltene mesenchymale Neoplasie mit intermediärem biologischem Potenzial.
Klinik und Diagnostik
Leitsymptom ist meist eine schmerzlose Makrohämaturie oder suprapubische Schmerzen. Zystoskopisch zeigt sich ein oft breitbasiger, rötlicher Tumor, der infiltrativ wachsen kann.
Histologie
Proliferation von Spindelzellen (Myofibroblasten) in einem ödematösen oder myxoiden Stroma mit einem ausgeprägten entzündlichen Infiltrat (Plasmazellen, Lymphozyten).
Differentialdiagnose
Besonders wichtig ist der Ausschluss eines sarkomatoiden Karzinoms oder eines Rhabdomyosarkoms mit Immunhistochemie.
Therapie
TURB, Rezidive sind möglich.
Leiomyom der Harnblase
Das Leiomyom ist der häufigste mesenchymale gutartige Tumor der Harnblase, insgesamt jedoch selten.
Pathologie
Der Tumor geht von der Muscularis propria aus und wächst glatt begrenzt endovesikal, intramural oder extravesikal. Histologisch ähnelt der Tumor einem Myom der Gebärmutter: lange, spindelförmige Zellen, die in wirbelartigen Bündeln angeordnet sind, keine Kernatypien oder Mitosen.
Zystoskopie
Glatt begrenzte Vorwölbung, die von intakter, normaler Schleimhaut bedeckt ist.
Therapie
TURB oder Harnblasenteilresektion, je nach Größe und Lokalisation.
Hämangiom der Harnblase
Hämangiome der Harnblase sind seltene vaskuläre gutartige Tumoren. Leitsymptom ist die schmerzlose Makrohämaturie. Zystoskopisch zeigen sich bläulich-rötliche, vaskuläre Läsionen.
Pathologie
Zahlreiche, mit Endothelzellen ausgekleidete Gefäßkanäle. Ggf. Hämosiderinablagerungen.
Therapie
Kleine typische Läsionen benötigen keine Biopsie. Untypische Befunde oder bei aktiver Blutung Biopsie, Laserkoagulation oder TURB. Bei großen Läsionen besteht ein relevantes Blutungsrisiko, ggf. vorher Bildgebung zur Therapieplanung sinnvoll.
Endometriose der Harnblase
Die Blasenendometriose ist eine benigne tumorartige Läsion mit endometrialem Gewebe in der Blasenwand. Typisch sind zyklusabhängige Dysurie, suprapubische Schmerzen, Pollakisurie oder Hämaturie.
Zystoskopie
Bläulich-rötliche oder schokoladenfarbene Läsionen unter der Schleimhaut, besonders gut vor der Menstruation sichtbar. Die Endometriose infiltriert die Blase von außen nach innen, ein Befall der Harnblase ist in der Zystoskopie häufig nicht erkennbar.
Malakoplakie der Harnblase
Die Malakoplakie ist eine seltene chronisch-granulomatöse Entzündung, die zystoskopisch mit gelblichen Plaques oder tumorartigen Läsionen imponieren kann.
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Fibroepithelialer Polyp
Der fibroepitheliale Polyp (FEP) ist ein benigner Tumor mit fibro-vaskulärem Stroma und urothelialer Bedeckung. Er tritt vorwiegend bei jungen Erwachsenen auf und findet sich meist im proximalen Ureter, kann aber auch in der Harnblase vorkommen. Makroskopisch imponiert der Polyp als langgestreckte, fingerförmige oder algenartige Struktur, die mehrere Zentimeter lang werden kann und oft glattwandig ist. Bei Harnblasenmanifestation ist die TURB diagnostisch und therapeutisch.
Keratinisierende Plattenepithelmetaplasie
Die keratinisierende Plattenepithelmetaplasie ist eine pathologische Umwandlung des Urothels in ein verhornendes Plattenepithel als Reaktion auf eine chronische Urozystitis.
Ätiologie
Die Läsion entsteht meist bei chronischer Schleimhautreizung: rezidivierende Infektionen, Steine, Katheterisierung oder Blasenentleerungsstörung. Sie gilt als fakultative Präkanzerose für ein Plattenepithelkarzinom.
Pathologie
Nachweis eines mehrschichtigen Plattenepithels mit Stratum-corneum-Bildung (Verhornung). Wichtig ist der Ausschluss von Dysplasien.
Zystoskopie
Weißliche bis grau-schuppige Plaques; bei Detritus, Blutauflagerungen oder Inkrustationen können auch dunkle Verfärbungen entstehen.
Therapie
Behandlung der zugrunde liegenden chronischen Urozystitis (Infektsanierung, Beseitigung von Restharn). Transurethrale Resektion oder Fulguration der Areale. Da ein erhöhtes Risiko für ein späteres Plattenepithelkarzinom der Blase besteht, sind zystoskopische Kontrollen notwendig.
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Literatur
Hodhod, A.; Capolicchio, J. P.; Jednak, R. &
El-Sherbiny, M.
Testicular hypertrophy as a predictor for contralateral
monorchism: Retrospective review of prospectively recorded data.
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