Dr. med. Dirk Manski

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Malakoplakie: chronische Entzündung der Harnwege

Zusammenfassende Literatur Malakoplakie: (Dasgupta u.a., 1999) (Dalla-Palma und Pozzi-Mucelli, 2000).

Definition der Malakoplakie

Chronische Entzündung der Harnwege, aber auch des Gastrointestinaltraktes und anderer Organsysteme, mit Bildung weisslich-grauer plaqueartiger Auflagerungen.


Zystoskopie: Malakoplakie der Harnblase. Multiple flache, teils erhabene, weisslich-graue, plaqueartige Vorwölbungen der Mukosa.
Abbildung Zystoskopie Malakoplakie der Harnblase

Epidemiologie der Malakoplakie

Die Malakoplakie ist selten, die häufigste urologische Manifestation ist die Harnblase. Verhältnis Frauen:Männer = 4:1.

Ätiologie der Malakoplakie

Die Malakoplakie wird durch eine gestörte intraphagosomalen Bakterienzersetzung der Makrophagen bei einer chronisch bakteriellen Infektion verursacht. Die nicht abgebauten Bakterienreste sind der Nidus für die Bildung der intrazellulären Michaelis-Gutmann-Körperchen (siehe Pathologie). Risikofaktoren für die Malakoplakie im Urogenitalsystem sind chronische Infektion der Harnwege mit E. coli (90%), Immunschwäche, maligne Erkrankung oder andere schwächende Systemerkrankungen.

Pathologie der Malakoplakie

Makroskopie:

die Läsion ist eine weisslich-graue, plaqueartige Vorwölbung der Mukosa mit evtl. hämorrhagischem Randsaum. Im weiteren Verlauf verfestigt sich die Läsion durch narbige Prozesse. Am häufigsten ist die Harnblase bei Frauen betroffen, es können aber alle Harnwegsorgane erkranken.

Histologie:

große Histiozyten (Hansemann-Zellen), und kleine basophile, intrazytoplasmatische Einschlusskörperchen (Michaelis-Gutmann Körperchen) aus Extrazellulärmatrix, welche pathognomonisch sind.

Klinik der Malakoplakie

Diagnostik der Malakoplakie

Urinkultur, Blutkultur. Die radiologische Diagnostik richtet sich nach dem befallenen Organ und zeigt Raumforderungen oder Füllungsdefekte (Sonographie, Urogramm, CT-Abdomen). Zystoskopie, eine Biopsie der Läsionen ist i. d. R. notwendig [Zystoskopischer Befund der Malakoplakie ].

Therapie der Malakoplakie

Langzeitantibiose:

mit Fluorchinolonen (Gyrasehemmer), Cotrimoxazol, Rifampicin, Sulfonamiden oder Doxycyclin.

Chirurgische Sanierung:

Resektion, Harnleiterschienung, Nephrektomie, je nach Beschwerden und Organfunktion.

Prognose der Malakoplakie

Patienten mit Malakoplakie der Harnblase oder bei unilateralem Befall der Niere haben nach adäquater Therapie eine gute Prognose. Bei bilateralem Nierenbefall oder bei Befall der Transplantatniere ist die Sterblichkeit innerhalb von 6 Monaten hoch.







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Literatur Malakoplakie

Dasgupta u.a. 1999 DASGUPTA, P. ; WOMACK, C. ; TURNER, A. G. ; BLACKFORD, H. N.:
Malacoplakia: von Hansemann’s disease.
In: BJU Int
84 (1999), Nr. 4, S. 464–9

Dalla-Palma und Pozzi-Mucelli 2000 DALLA-PALMA, L. ; POZZI-MUCELLI, F.:
[The imaging of chronic renal infections].
In: Radiologe
40 (2000), Nr. 6, S. 537–46