Dr. med. Dirk Manski

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MAINZ-Pouch 1: kontinente heterotope Harnableitung

Mainz = mixed augmentation ileum and zecum (Thuroff u.a., 1986).

Indikation für einen MAINZ-Pouch 1

Motivierter und medizinisch geeigneter Patient für eine heterotope kontinente Harnableitung nach Zystektomie, siehe Kapitel Grundlagen der Harnableitung.

Kontraindikationen des MAINZ-Pouch 1

Technik des MAINZ-Pouch 1

Patientenvorbereitung und Zystektomie:

siehe Kapitel Zystektomie.

Darmpräparation:

die Darmmobilisation betrifft das Colon ascendens bis Mitte Colon transversum. Festlegung des Resektionsgrenzen: 20 cm Caecum/Kolon ascendens und 40 cm Dünndarm. Wenn keine suffiziente Appendix vorliegt, muss zusätzlich 20 cm Dünndarm für den Kontinenzmechanismus eingeplant werden. Mesospaltung Dünndarm und Dickdarm, Ausschaltung des oben festgelegten Darmabschnittes und Durchführung einer Ileoascendostomie. Sorgfältige Spülung und Säuberung des ausgeschalteten Darmabschnitts.

Antimesenteriale Längsinzision:

beim Kolon ascendens führt die Längsinzision entlang der Taenia libera. Bei einer suffizienten Appendix wird durch die Längsinzision die Bauhin’sche Klappe gespalten, ansonsten Schonung der Bauhin’schen Klappe. Säuberung der Mukosa [Abb. Darminzision bei MAINZ-Pouch I].

Darminzision MAINZ Pouch 1 Harnableitung nach Zystektomie Harnblasenkarzinom
Darminzision bei Mainz-Pouch I: antimesenteriale Längsinzision.

Detubularisierung:

N-förmige Verbindung der antimesenterial inzidierten Darmabschnitte zu einer Darmplatte durch zwei fortlaufende Nähte (Vicryl 3–0) [Abb. Detubularisierung des MAINZ-Pouch I].

Detubularisation Harnleiterimplantation MAINZ Pouch 1 Harnableitung nach Zystektomie Harnblasenkarzinom
Mainz-Pouch I: Detubularisierung und Harnleiterimplantation.

Harnleiterimplantation:

Einleitung der Harnleiter durch die Pouchplatte, submuköse Tunnelung und Implantation der Harnleiter antirefluxiv (analog nach Leadbetter mit Vicryl 4–0) in das Kolon ascendens [Abb. Detubularisierung].

Pouchverschluss:

die Pouchplatte wird in der Longitudinalachse gefaltet und fortlaufend zugenäht (Vicryl 3–0). Separate Ausleitung der MJ’s.

Kontinenzmechanismus mit Appendix:

Tunnelierung des Appendixmeso alle 1 cm für versenkende Nähte. Seromuskuläre Inzision der Taenia libera von der Appendixbasis aufwärts über mindestens 4 cm. Die Appendix wird nach kranial geklappt und die versenkenden Nähte werden gelegt [Abb. Kontinenzmechanismus I]. Nach Knotung der gelegten Fäden wird ein Teil der Appendix submukös in den Pouch verlagert und dient als Kontinenzmechanismus [Abb. Kontinenzmechanismus II]. Dabei ist auf die Mesodurchblutung zu achten.

Appendix Stoma MAINZ Pouch 1 Harnableitung nach Zystektomie Harnblasenkarzinom
Kontinenzmechanismus I: die Appendix wird nach kranial geklappt und die versenkenden Nähte werden gelegt.
Appendix Stoma MAINZ Pouch 1 Harnableitung nach Zystektomie Harnblasenkarzinom
Kontinenzmechanismus II: nach Knotung der gelegten Fäden wird ein Teil der Appendix submukös in den Pouch verlagert.

Stomaanlage:

typischerweise wird das katheterisierbare Stoma am Nabel angelegt. Nach Entfernung der Haut und ggf. Schlitzung der Faszie wird ein Katheter mit möglichst 18 CH über das Stoma in den Pouch eingelegt und mit 20 ml geblockt. Einknüpfung des Appendixstomas in den Nabel mit 5 Nähten 2–0 Vicryl.

Nachsorge und Komplikationen

Siehe Kapitel Grundlagen der Harnableitung.







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Literatur MAINZ-Pouch 1

Thuroff u.a. 1986 THUROFF, J. W. ; ALKEN, P. ; RIEDMILLER, H. ; ENGELMANN, U. ; JACOBI, G. H. ; HOHENFELLNER, R.:
The Mainz pouch (mixed augmentation ileum and cecum) for bladder augmentation and continent diversion.
In: J Urol
136 (1986), Nr. 1, S. 17–26