Dr. med. Dirk Manski

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Mirabegron

Wirkmechanismus von Mirabegron

Mirabegron ist ein Beta-3-Adrenozeptoragonist. An der Harnblase führt Mirabegron zur Relaxation der glatten Muskulatur (über Erhöhung des cAMP) und zur Vergrößerung der funktionellen Harnblasenkapazität.

Urologische Indikationen für Mirabegron:

Symptomatische Therapie von Drangsymptomen im Rahmen der überaktiven Harnblase (OAB) oder neurogenen Harnblasenstörungen oder des benignen Prostatasyndroms. In den Zulassungsstudien reduzierte Mirabegron die Anzahl der Inkontinenzepisoden, die Miktionsfrequenz und erhöhte das Miktionsvolumen (im Vergleich zu Placebo und Tolterodin) (Khullar u.a., 2013) (Nitti u.a., 2013) (Herschorn u.a., 2013).

Pharmakokinetik von Mirabegron

Bioverfügbarkeit 35%, welche durch gleichzeitige Einnahme mit Nahrung verschlechtert wird. Hepatische Metabolisation und Ausscheidung von inaktiven und teils aktiven Metaboliten über die Niere und den Stuhl. Lange Halbwertszeit von 50 h, bei Therapiebeginn ist eine konstante Plasmakonzentration nach 7 Tagen erreicht.

Nebenwirkungen von Mirabegron

Langzeitdaten bezüglich der kardiovaskulären Sicherheit sind noch nicht vorhanden.

Wechselwirkungen:

Starke Inhibitoren von CYP3A wie Itraconazol, Ketoconazol, Ritonavir oder Clarithomycin erhöhen die Konzentration von Mirabegron. Bei der Einnahme von CYP3A-Inhibitoren muss bei leichter Leber- oder Niereninsuffizienz die Dosierung auf 25 mg reduziert werden, bei mäßiger oder schwerer Nieren- oder Leberinsuffizienz ist die Einnahme in Kombination mit CYP3A-Inhibitoren nicht empfohlen.

Über Sicherheit und Wirksamkeit einer kombinierten Behandlung von Mirabegron und einem Anticholinergikum liegen einzelne Studien mit gesteigerter Wirksamkeit und akzeptablem Nebenwirkungsprofil vor, z.B. mit Solifenacin (Abrams u.a., 2015). Die Kombinationstherapie wird in der Fachinformation jedoch nicht empfohlen.

Kontraindikationen von Mirabegron

Schlecht eingestellter arterieller Hypertonus. Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff. Kinder unter 18 Jahren. Schwangerschaft. Frauen im gebärfähigen Alter ohne Kontrazeption.

Dosierung von Mirabegron

50 mg 1-0-0 p.o. mit Abstand zu den Mahlzeiten. Dosisreduktion auf 25 mg 1-0-0 p.o. bei starker Niereninsuffizienz oder mäßiger Leberinsuffizienz. Siehe auch Wechselwirkungen mit CYP3A-Inhibitoren.

Präparatenamen:

Betmiga.







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Literatur

Abrams u.a.
http://www.europeanurology.com/article/S0302-2838%2814%2900131-6/fulltext/combination-treatment-with-mirabegron-and-solifenacin-in-patients-with-overactive-bladder-efficacy-and-safety-results-from-a-randomised-double-blind-dose-ranging-phase-2-study-symphony


Herschorn, S.; Barkin, J.; Castro-Diaz, D.; Frankel, J. M.; Espuna-Pons, M.; Gousse, A. E.; Stölzel, M.; Martin, N.; Gunther, A. & Van Kerrebroeck, P.
A phase III, randomized, double-blind, parallel-group, placebo-controlled, multicentre study to assess the efficacy and safety of the β₃ adrenoceptor agonist, mirabegron, in patients with symptoms of overactive bladder.
2013, 82, 313-320.


Khullar, V.; Amarenco, G.; Angulo, J. C.; Cambronero, J.; Høye, K.; Milsom, I.; Radziszewski, P.; Rechberger, T.; Boerrigter, P.; Drogendijk, T.; Wooning, M. & Chapple, C.
Efficacy and tolerability of mirabegron, a β(3)-adrenoceptor agonist, in patients with overactive bladder: results from a randomised European-Australian phase 3 trial.
2013, 63, 283-295.


Nitti, V. W.; Auerbach, S.; Martin, N.; Calhoun, A.; Lee, M. & Herschorn, S.
Results of a randomized phase III trial of mirabegron in patients with overactive bladder.
2013, 189, 1388-1395.







Strukturformel von Mirabegron