Sie sind hier: Startseite > Medikamente > Vibegron
Vibegron: Wirkmechanismus, Nebenwirkungen, Kontraindikationen und Dosierung
Wirkmechanismus von Vibegron
Vibegron ist ein β3-Adrenozeptor-Agonist. An der Harnblase führt Vibegron über eine Erhöhung von cAMP zur Relaxation der Detrusormuskulatur während der Füllungsphase und erhöht damit die funktionelle Harnblasenkapazität.

Urologische Indikationen für Vibegron:
Symptomatische Therapie von Drangsymptomen im Rahmen der überaktiven Harnblase (OAB) bei Erwachsenen. In der zulassungsrelevanten Phase-3-Studie EMPOWUR (randomisiert, doppelblind, 12 Wochen; Vibegron 75 mg vs. Placebo vs. Tolterodin; n=1518) verbesserte Vibegron im Vergleich zu Placebo die mittlere tägliche Miktionsfrequenz, die Dranginkontinenzepisoden und erhöhte das mittlere Miktionsvolumen. 1,7% beendeten die Therapie aufgrund von Nebenwirkungen (im Vergleich zu 3,3% bei Tolterodin).
Pharmakokinetik von Vibegron
Die Bioverfügbarkeit bei oraler Gabe beträgt etwa 57%, die Einnahme ist mit oder ohne Nahrung möglich. Vibegron wird teilweise hepatisch metabolisiert, der größte Anteil wird jedoch unverändert renal eliminiert. Die Halbwertszeit beträgt etwa 31 h; der Steady-State wird nach sieben Tagen erreicht.
Nebenwirkungen von Vibegron
Vibegron hat in den Zulassungsstudien weniger kardiovaskuläre Nebenwirkungen als Mirabegron.
- Häufig (<10%): Harnwegsinfektionen, Kopfschmerzen, Obstipation, Diarrhö, Übelkeit sowie eine Zunahme des Restharns.
- Gelegentlich (<1%): Hitzewallungen, Exanthem, Harnverhalt.
Wechselwirkungen:
Vibegron kann die Exposition von P-gp-Substraten erhöhen: Vorsicht bei Digoxin, Dabigatran, Apixaban oder Rivaroxaban.
Die Kombination von Vibegron mit Antimuskarinika kann die Symptomkontrolle verbessern, sie kann jedoch das Risiko für einen Harnverhalt erhöhen, insbesondere bei klinisch relevanter infravesikaler Obstruktion.
Kontraindikationen von Vibegron
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff. Schwangerschaft, Stillzeit, bei schwerer Leberinsuffizienz (Child-Pugh C) sowie bei terminaler Niereninsuffizienz (GFR <15 ml/min) wird Vibegron mangels Daten nicht empfohlen. .
Dosierung von Vibegron
- Erwachsene: 75 mg einmal täglich p.o.
- Eine Dosisanpassung bei leichter bis schwerer Niereninsuffizienz (15 ml/min < GFR < 90 ml/min, ohne Dialyse) und bei leichter bis mäßiger Leberinsuffizienz (Child-Pugh A oder B) ist nicht notwendig.
| Mirabegron | suchen | Bleomycin |
Sachregistersuche: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Literatur
D. Staskin, J. Frankel, S. Varano, D. Shortino, R. Jankowich, and P. N. Mudd, “International Phase III, Randomized, Double-Blind, Placebo and Active Controlled Study to Evaluate the Safety and Efficacy of Vibegron in Patients with Symptoms of Overactive Bladder: EMPOWUR.,” J Urol, vol. 204, no. 2, pp. 316–324, 2020, doi: 10.1097/JU.0000000000000807.
J. Frankel, D. Staskin, S. Varano, M. J. Kennelly, R. A. Jankowich, and C. Haag-Molkenteller, “An Evaluation of the Efficacy and Safety of Vibegron in the Treatment of Overactive Bladder.,” Ther Clin Risk Manag, vol. 18, pp. 171–182, 2022, doi: 10.2147/TCRM.S310371.
English Version: Mechanism, adverse effects, contraindication and dosage of vibegron
Urologielehrbuch.de ohne Werbung
Diese Internetseite ermöglicht mit Hilfe von Werbung den Volltext-Zugriff auf das aktuelle Urologielehrbuch.de. Viele Bilder sind zum Schutz von Laien verpixelt oder ausgeblendet. Regelmäßig wiederkehrende (fachkundige) Leser können die Werbebanner abschalten und Zugriff auf alle Abbildungen erhalten: Werden Sie Mitglied über die Crowdfunding-Plattform Steady und unterstützen Sie damit Urologielehrbuch.de.
Urologielehrbuch.de als Hardcover-Buch
Aktuell, detailliert und übersichtlich: Urologielehrbuch.de wird auch als hochwertiges Hardcover-Buch veröffentlicht. Die 17. Auflage (Ausgabe 2024) ist seit Oktober 2024 verfügbar, siehe Abschnitt Neuigkeiten für die Aktualisierungen und Links für den Buchkauf.